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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Batangas; Batani; Batarde; Batardeau; Bâtardière; Bâtardise; Batāte; Batăva castra; Bataver; Batavĭa

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Batangas - Batavia (auf Java)

breite Terrasse, ebenfalls mit Urwald bestanden; daran schließt sich das innere Plateau von 700 m Höhe, meist Parklandschaft oder Savanne, mit Bergkuppen bis zu 1500 m Höhe. Aus dem nur teilweise erforschten Hinterlande strömt der Mabea und Njong. B. wird von den Bantunegerstämmen, den wilden Bakoko, den Jaunde, Ngumba und den Mpangwe bewohnt. Großbatanga an der Mündung des Kribi, eine Reihe von Dörfern und Faktoreien nördlich und südlich vom Flusse, ist ein bedeutender Platz für den Elfenbeinhandel. Das Innere von B. wurde 1887‒88 von Kund und Tappenbeck zum erstenmal bis zum 13.º 30’ östl. L. von Greenwich durchzogen. Tappenbeck errichtete dort nördlich vom Oberlauf des Njong 1889 die Jaunde-Station (775 m ü. d. M.).

Batangas, Hauptstadt der Provinz B., an der Südküste der Insel Luzon der Philippinengruppe und an der Ensenada de Batangas, hat (1887) 35587 E.

Batani, s. Al-Batani.

Batarde (vom frz. bâtard, unehelich, unecht, Zwitter..., After...), halbliegende franz. Schrift, die zwischen der stehenden (Ronde) und der liebenden (Anglaise) die Mitte hält; ferner ein bedeckter, leichter Reisewagen, der hoch in den Federn hängt.

Batardeau (frz., spr. -doh), Bär, gemauerter Staudamm quer durch einen Festungsgraben, um das aus einem fließenden Gewässer durch denselben geleitete Wasser anzustauen, wozu ein Einlaß- und ein Auslaßbatardeau notwendig sind. Beide B. erhalten dicht über der Grabensohle einen kleinen durch eine Schütze verschließbaren Kanal, den sog. Grundzapfen. Der Auslaßbatardeau erhält außerdem eine Röhre (Regulator) oder einen Ausschnitt (Überfall), die mit ihrer Sohle in der Höhe des beabsichtigten Wasserstandes liegen und den Abfluß des überschießenden Wassers bewirken sollen. Ist der Grundzapfen des obern B. geöffnet, der des untern geschlossen, so steigt das Wasser bis zu der durch den Regulator bestimmten Höhe; wird der Zapfen des obern B. geschlossen und der des untern geöffnet, so kann man das Wasser aus dem Graben ganz oder teilweise ablassen. Über die Anwendung dieser Einrichtung s. Graben.

Bâtardière (frz., spr. -dĭähr), Baumschule von gepfropften Stämmen.

Bâtardise (frz., spr. -dihs’), uneheliche Geburt.

Batāte, Bezeichnung für die wahrscheinlich im tropischen Amerika, vielleicht aber auch in Asien einheimische und jetzt in allen Tropenländern und bisweilen auch in der warmen gemäßigten Zone (z.B. um Malaga) angebaute Knollenwinde (Ipomoca batatas Poir.) sowie deren Knollen. Die zu der Familie der Convolvulaceen (s. d.) gehörende Pflanze ist perennierend und entwickelt aus ihrem an und unter dem Boden hinkriechenden und wurzelnden Stengel langgestielte, pfeilförmige oder herzförmige Blätter und auf langen Stielen einzeln oder in Trugdolden stehende Blüten mit großen, purpurfarbenen oder auswendig weißen Trichterblumen und unter der Erde hängende, rübenförmige Knollen, die oft bis zu 30 cm lang und bis zu ½ kg schwer werden, bald weiß, bald gelb, rosenrot oder rot gefärbt, inwendig sehr mehlreich sind und einen angenehm süßen Geschmack besitzen. Am besten schmecken sie in heißer Asche gebraten. Man kennt eine große Anzahl im Laufe der Zeit durch die Kultur entstandener Spielarten. In den Tropen dienen die Knollen auch als Viehfutter, die Blätter als Gemüse. Auch läßt sich aus dem Mehle der B. Brot backen und Spiritus bereiten. Dennoch vermag die B. die Kartoffel nicht zu ersetzen. Auch würde sie sich in Deutschland nicht zum Anbau eignen, weil zur Erzeugung mehlreicher Knollen durchaus ein warmes Klima notwendig ist. – B. nennt man auch die Knollen der Topinamburpflanze (s. Helianthus).

Batăva castra, altröm. Kastell an der Stelle des heutigen Passau.

Batăver, ein deutsches Volk, das einen Teil des heutigen Hollands, namentlich die nach ihm genannte Insel Batavia zwischen Rhein und Waal bewohnte; doch erstreckte sich ihr Land, da auch die Caninefaten zu den B. gerechnet werden, noch darüber hinaus. Drusus gewann die B. für ein Bündnis mit Rom. Sie leisteten den Römern bis tief in das 4. Jahrh. n. Chr. gute Dienste und standen unter deren Oberherrlichkeit, aber in der milden Form der sog. Bundesgenossenschaft. Man verschonte sie mit Schätzungen und Steuern und forderte von ihnen nur die Stellung von Mannschaft. Besonders war ihre Reiterei vortrefflich. Während des Vitellianischen und Vespasianischen Thronkrieges (69 und 70 n. Chr.) empörten sie sich unter des Julius Civilis (s. d.) Anführung gegen die Römer, kehrten jedoch Ende 70 zu dem alten Bündnis zurück. Seit Ende des 3. bis Anfang des 5. Jahrh. nahmen die salischen Franken die Bataverinseln großenteils in Besitz. – Vgl. Dederich, Geschichte der Römer und der Deutschen am Niederrhein (Emmerich 1854).

Batavĭa, leinwandartig gewebtes, seidenes, halbseidenes oder wollenes Zeug, nach der Hauptstadt von Java genannt.

Batavĭa, das Land der Bataver (s. d.); dann lat. Name für Holland und das gesamte Königreich der Niederlande.

Batavĭa. 1) Niederländ.-ostind. Residentschaft des nordwestl. Java, hat 6982 qkm und (1891) 1070078 E., darunter 10798 Europäer und 78195 Chinesen.

2) Hauptstadt (hierzu ein Plan) der Residentschaft B. und des Niederländisch-Ostindischen Reichs, auf dem westlichsten Teil der Nördküste der Insel unter 6° 7’ südl. Br. und 106° 50’ östl. L. von Greenwich, liegt an der geräumigen, die Reede bildenden, gegen Norden durch 17 kleine Koralleninseln geschützten Bai B., in sehr niedriger, großenteils von künstlich bewässerten Reisfeldern bedeckter, vielfach aber morastiger Gegend. Das Klima ist im allgemeinen heiß und gleichmäßig. Die wärmsten Monate, Mai und Oktober, haben 26,4° C. Mitteltemperatur, die kältesten, Januar und Februar, 25,4° C. Die stärksten Regen fallen im Februar, 385 mm, die schwächsten im August, 47 mm.

Anlage. B. wird in seiner ganzen Länge von dem Tjiliwung, einem schmalen und untiefen, nur für Boote und Prauwen befahrbaren, geschiebereichen Flusse durchschnitten, der in vier Kanälen ins Meer geleitet wird. Auf der Reede von B. liegt die ungesunde Insel Onrust, malaiisch Pulo Kapal, wo sich ein schwimmendes Dock und andere großartige, für Rechnung des Gouvernements betriebene Anstalten für den Bau und die Ausbesserung größerer Schiffe befinden. Der neue Hafen ist Tandjung Priuk, durch 7 km lange Eisenbahn und einen Kanal mit B. verbunden. Von hier bis zur Mündung des Augké im W. zieht sich eine Reihe von Batterien zum Schutze der Küste.