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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Baulogen - Baumann

größern Bauten wird sich ein Bauschreiber und die Bauzeichner nötig machen, da zur B. auch die Anfertigung der nötigen Werkrisse nach den Plänen des Architekten gehört. Die oberste B. überträgt man am besten einem erfahrenen Architekten. - Vgl. Busch, Die Bauführung (2. Aufl., Lpz. 1875).

Baulogen (spr. -lohschen), s. Bauhütten.

Baum, Bezeichnung derjenigen Holzgewächse, welche einen einfachen Stamm mit einer Krone von Ästen besitzen. Durch das Merkmal des einfachen Stammes unterscheiden sich die B. allein von den Sträuchern, unter denen man solche Holzgewächse versteht, deren Stamm sich von der Wurzel an in mehrere starke Äste, welche als Einzelstämme erscheinen, teilt. Demgemäß unterscheidet man bei den Holzgewächsen den baum- und strauchartigen Wuchs. Beide Formen der Holzgewächse gehen häufig ineinander über, d. h. eine Baumart kann unter Umständen als Strauch, eine Strauchart als B. auftreten. Letzteres wird häufiger beobachtet als ersteres. In allen Zonen der Erde sind die B., besonders die waldbildenden, diejenigen Gewächse, welche den Charakter der Vegetation, folglich auch den der Landschaft bestimmen. Man kann vier Hauptformen von B. unterscheiden: die Baumfarne, die monokotylen B., die Nadelholzbäume und die Laubholzbäume.

Die Baumfarne finden sich nur in den Tropengegenden, wo sie zu den schönsten Zierden der Wälder gehören. Ihr schlanker, einfacher Stamm trägt eine luftige Krone großer, zartgefiederter Blätter (Wedel), welche beim leisesten Lufthauch hin und her schwanken. Unter den monokotylen B. zeichnet sich vor allen die große Gruppe der Palmen aus. Auf oft sehr hohem, meist unverzweigtem Stamme prangt hier eine stolze Krone riesiger gefiederter oder fächerförmiger Blätter mit holzigem Stiel und hartem, immergrünem Laub. An diese Form schließen sich die Lilienbäume (wie Dracaena) an, mit einfachem Stamm und einer Krone langer, ungeteilter Blätter, während die Pandanen mit ihren gabelförmig verzweigten Stämmen gewissermaßen den Übergang zu den Laubholzbäumen vermitteln. Eine palmenartige Gestalt haben auch die mit einer Krone gefiederter, holziger, immergrüner Blätter versehenen Cycadeen, welche mit den Nadelhölzern zur Pflanzengruppe der nacktsamigen Gewächse oder Gymnospermen gehören. Die in der großen Abteilung der dikotylen Gewächse vorkommenden Baumarten sind sämtlich sog. Laubholzbäume. Sie zerfallen nach der Lebensdauer ihrer Blätter in blattwechselnde und immergrüne. Zu erstern gehören die bei weitem meisten Laubholzbäume der kältern gemäßigten und kalten Zone, zu letztern unter andern die Orangenbäume, die Myrten, die immergrünen Eichen (z. B. die Korkeiche), die Lorbeerbäume u. s. w. Sie charakterisieren die wärmere gemäßigte und subtropische Zone beider Hemisphären. Die Struktur- und Wachstumsverhältnisse dieser vier Gruppen von B. oder richtiger Holzgewächsen sind sehr verschiedenartig. Das Leben der B. ist von unbestimmter, aber stets langer Dauer, vorausgesetzt, daß demselben nicht durch Krankheiten oder gewaltsame äußere Einwirkungen ein Ziel gesetzt wird. Wenn man auch für eine jede Baumart ein gewisses Alter, welches sie zu erreichen vermag, annimmt, so sind diese Zahlen doch immer nur Durchschnittszahlen. B. also, denen ein 100- oder 200jähriges Alter zugeschrieben wird, sind solche, die in der Regel ein solches Alter erreichen, bevor sie absterben. Dies schließt aber keineswegs aus, daß dieselben unter besonders günstigen Standortsverhältnissen viel älter werden, ja ein Jahrtausend und länger fortvegetieren können, während unter ungünstigen Verhältnissen ein solcher B. schon nach 50 und weniger Jahren das Ende seines Lebens erreicht haben kann. Die ältesten bekannten B. sind verschiedene Affenbrotbäume (Adansonia) Westafrikas, denen ein etwa 6000jähriges Alter zugeschrieben wird. An diese schließen sich die mexik. Ceder (Taxodium distichum L.) bei Oaxaca in Mexiko und die in neuester Zeit berühmt gewordenen, ebenfalls zu den Nadelhölzern gehörigen Mammutbäume Kaliforniens (Wellingtonia gigantea Lindl.), deren Alter zwischen 3000 und 4000 Jahre betragen mag. Ein 200jähriges und höheres Alter erreichen die Ceder, der gemeine Eibenbaum und verschiedene Eichen, desgleichen der Ölbaum. Auch kennt man 1000jährige Tannen, Fichten und Linden.

Die B. sind für die Landschaft und alle Gartenanlagen von hohem Wert. Ihre Hauptwirkung beruht in der Bildung ihrer Kronen, Äste, Stämme und Belaubung. Man unterscheidet hinsichtlich der Kronenform: Rundkronen, Langkronen und Spitzkronen oder Pyramidenbäume; eine Abnormität bilden die Trauerbäume (s. d.). Außer der Kronenform ist die Stamm- und Astbildung sowie die Färbung derselben, ferner die Form und Färbung der Belaubung von großer Bedeutung. Alle diese Eigenschaften muß der Landschaftsgärtner kennen und bei der Gruppierung der B. im Park und Garten beachten, um eine spätere gute Wirkung zu erzielen. - Über Krankheiten der B. s. Pflanzenkrankheiten.

Über die in Mittel- und Nordeuropa im Freien kultivierten B. vgl. Koch, Dendrologie (2 Bde., Erlangen 1809-73); Dippel, Handbuch der Laubholzkunde (2 Bde., Berl. 1889-91); Jäger und Beißner, Die Ziergehölze der Gärten und Parkanlagen (3. Aufl., Weim. 1889). Weitere Litteratur s. beim Artikel Dendrologie.

Baum, im Maschinenwesen soviel wie (hölzerne) Welle; in der Weberei eine Walze, die zur Leitung oder Aufwicklung der Kette (Kettenbaum), des Garnes (Garnbaum) oder des fertigen Zeuges (Zeugbaum) dient.

Baum-Agamen (Dendrobatae), s. Agamen.

Baumann, Alexander, Dichter, geb. 7. Febr. 1814 zu Wien, trat in den Staatsdienst, ward 1856 Archivoffizial des Reichsrats und starb 26. Dez. 1857 zu Graz. Er gab heraus: "Beiträge für das deutsche Theater" (Wien 1849), Lustspiele mit geschickter Situationskomik, "Singspiele aus den österr. Bergen" (ebd. 1850), darunter das andauernd beliebte "Versprechen hinterm Herd" und die Sammlungen niederösterr. Dialektgedichte: "Ehrenbuschn für d'österreicher Armee in Italien" (2. Aufl., ebd. 1854), "Gebirgsbleameln" (8 Hefte), "Aus der Heimat. Lieder und Gedichte in der österr. Mundart" (Berl. 1857), teilweise von ihm selbst komponiert.

Baumann, Oskar, Forschungsreisender, geb. 25. Juni 1864 in Wien, besuchte Realschule und Gymnasium daselbst, hörte geographische und naturhistor. Kollegien an der Universität und studierte Terrainaufnahme am Militärisch-Geographischen Institut. Er bereiste 1883 Montenegro und erforschte die Durmitorgruppe. Als Geograph der österreichischen Kongo-Expedition trat er 1885 seine erste Reise nach Afrika an, wo er die ersten genauern Aufnahmen des untern und obern Kongo ausführte.