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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Baumsegler - Baumstark

Segler (s. d.), welche Indien, die Sunda-Inseln und Molukken bis Neuguinea bewohnt. Die B. haben sehr lange schmale Flügel und einen wie bei den Schwalben ausgeschnittenen Schwanz. Oberseite meist schwarzgrün, Unterseite grau, häufig haben sie eine Federhaube auf dem Scheitel. Die Nester der B. sind auffallend klein, eben groß genug, um das einzige hellblaugrüne Ei aufzunehmen, und sind an der Seite von Baumästen angebracht, wie die Nester unserer Schwalben an Wänden.

Baumsegler, s. Baumschwälbchen.

Baumsperling (Passer montanus Briss.), der Feldsperling, s. Sperling.

Baumstachelbeere, s. Averrhoa.

Baumstark, Anton, Philolog, geb. 14. April 1800 zu Sinzheim in Baden, studierte seit 1820 in Heidelberg, wurde 1826 Lehrer am Gymnasium, 1836 ord. Professor der Philologie an der Universität Freiburg. Ende 1871 beschloß er seine akademische Lehrthätigkeit und starb 28. März 1876. Außer mehrern kleinern Schriften veröffentlichte er die dem Maximus Planudes zugeschriebene griech. Übersetzung von Cäsars Werk über den Gallischen Krieg (Freiburg 1834), eine kommentierte Ausgabe des Cäsar (ebd. 1832), eine Übersetzung des Cäsar (3. Aufl., Stuttg. 1854), eine Ausgabe des Curtius Rufus (3 Bde., ebd. 1829), "Blüten der griech. Dichtkunst in deutscher Nachbildung" (6 Bde., Karlsr. 1840), "Blüten der röm. Dichtkunst" (4 Bde., ebd. l841), einen Kommentar zu Horaz (2 Bde., Freiburg 1841) und das für die altdeutsche Verfassungsgeschichte wie für Erklärung der "Germania" des Tacitus bedeutende Werk: "Urdeutsche Staatsaltertümer" (Berl. 1873). Hieran schloß sich eine: "Ausführliche Erläuterung des allgemeinen Teils der Germania des Tacitus" (Lpz. 1875), ferner eine kommentierte Ausgabe der "Germania" für Studierende (ebd. 1876), eine deutsche Übersetzung derselben Schrift (Freiburg 1876) und eine "Ausführliche Erläuterung des besondern völkerschaftlichen Teils der Germania des Tacitus" (Lpz. 1880). Ferner schrieb er: "Zur Neugestaltung des bad. Schulwesens" (ebd. 1862) und "Friedr. Aug. Wolf und die Gelehrtenschule" (ebd. 1864). Unter dem Pseudonym Hermann vom Busche veröffentlichte er: "Friedr. Karl von Moser" (Stuttg. 1846), "Die freie religiöse Aufklärung" (2 Bde., Darmst. 1846), "Populäres Staatslexikon" (Stuttg. 1847-51). Seine "Lebensgeschichte, von ihm selbst verfaßt" gab sein Sohn Reinhold B. heraus (Freiburg 1876).

Baumstark, Eduard, Nationalökonom, Bruder des vorigen, geb. 28. März 1807 zu Sinzheim in Baden, studierte zu Heidelberg Jurisprudenz und Kameralwissenschaften, habilitierte sich 1829 daselbst als Privatdocent und ging 1838 als außerord. Professor der Volks- und Staatswirtschaft nach Greifswald. Auch übernahm er die Aufsicht über die staats- und landwirtschaftliche Akademie zu Eldena, wurde 1842 zum ord. Professor und 1843 zum Direktor der Akademie ernannt. 1848 wurde er in die preuß. Nationalversammlung, 1849 in die Erste Kammer gewählt, wo er seinen Platz im linken Centrum nahm und zum Vicepräsidenten erwählt wurde. Von der Ersten Kammer 1850 in das Staatenhaus nach Erfurt entsendet, stimmte er hier für die Annahme der Unionsverfassung im ganzen. Unter dem Ministerium Hohenzollern-Auerswald erfolgte sein Eintritt in das Herrenhaus, wo er zur Linken gehörte. Als Vertreter des Wahlkreises Greifswald-Grimmen im Konstituierenden Reichstage des Norddeutschen Bundes schloß sich B. der nationalliberalen Partei an. Er starb 8. April 1889. Unter seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind aus früherer Zeit "Staatswissenschaftliche Versuche über Staatskredit" (Heidelb. 1833) und die "Kameralistische Encyklopädie" (ebd. 1835) hervorzuheben. Zu Ricardos "Grundgesetze der Volkswirtschaft", die er ins Deutsche (Lpz. 1837. 2. Aufl., 1. Bd., 1877) übertrug, hat er "Volkswirtschaftliche Erläuterungen" (ebd. 1838) veröffentlicht. Später (1848) begründete er die "Jahrbücher der staats- und landwirtschaftlichen Akademie Eldena", für welche er Beiträge lieferte, unter denen der auch besonders erschienene "Zur Einkommensteuerfrage" (Greifsw. 1849) von praktischem Einfluß wurde. Außerdem schrieb er noch: "Zur Geschichte der arbeitenden Klasse" (ebd. 1853) und "Einleitung in das wissenschaftliche Studium der Landwirtschaft" (Berl. 1858). Mit von Waldbrühl (Zuccalmaglio) veröffentlichte er "Bardale. Sammlung auserlesener Volkslieder der verschiedenen Völker der Erde" (Lpz. 1836). Seine Ansichten über Musik hat er in der Gedächtnisschrift "A. Fr. J. Thibaut" (ebd. 1841) niedergelegt.

Baumstark, Reinhold, Sohn von Anton B., Politiker und Schriftsteller, geb. 24. Aug. 1831 in Freiburg i. Br., studierte daselbst, wurde 1857 Amtsrichter und 1864 Kreisgerichtsrat in Konstanz, trat 1878 krankheitshalber in den Ruhestand, später aber als Oberamtsrichter in Achern in den Staatsdienst zurück, wurde 1884 Landgerichtsrat in Freiburg, 1889 Landgerichtsdirektor in Mannheim und darauf in Freiburg. Nach Veröffentlichung der Schrift "Gedanken eines Protestanten über die päpstl. Einladung zur Wiedervereinigung mit der röm.-kath. Kirche" (Regensb. 1868) trat er 1869 zum Katholicismus über. Die Anfechtungen, die er infolge seines Eintretens für die Innerlichkeit des Glaubens und seiner reichsfreundlichen Haltung seitens des Ultramontanismus erfuhr, erzählt er in "Plus ultra. Schicksale eines deutschen Katholiken 1869-82" (Straßb. 1883; 2. Aufl. 1885). Von 1869 bis zur Neubegründung des Deutschen Reichs war B. Mitglied der ultramontan-großdeutschen Partei in der bad. Kammer; 1879 wieder in den Landtag berufen, zog er sich durch seine Bemühungen um den kirchlichen Frieden die Feindschaft seiner frühern Parteigenossen zu. (Vgl. seine Schrift "Die Wiederherstellung der kath. Seelsorge im Großherzogtum Baden", Freib. i. Br. 1880.) Von seinen kirchenpolit. Schriften sind noch zu nennen: "Die kath. Volkspartei in Baden und ihr Verhältnis im Kriege gegen Frankreich" (1. u. 2. Aufl., Freib. i. Br. 1870), "Der erste Deutsche Reichstag und die Interessen der kath. Kirche" (ebd. 1871), "Unsere Wege zur kath. Kirche" (ebd. 1871; gemeinsam mit seinem Bruder Hermann, gest. 2. Febr. 1876 in Cincinnati), "Die kirchenpolit. Gesetze und Verordnungen für die röm.-kath. Kirche im Großherzogtum Baden von 1860 bis 1888" (anonym, ebd. 1888). Von seinen weitern Schriften sind zu nennen: "Mein Ausflug nach Spanien" (Regensb. 1868; 2. Aufl. 1869), "Don Francisco de Quevedo" (Freib. i. Br. 1871), "Fegfeuergespräche" (anonym; 1. bis 5. Aufl., ebd. 1871; neue Folge 1876), "Kaiser Leopold I." (ebd. 1873), "Columbus" (Münster 1874), "Cervantes" (Freib. i. Br. 1875), "Philipp II." (ebd. 1874), "Die span. Nationallitteratur im Zeitalter der habsburg. Könige" (Köln 1877), "Thomas Morus" (Freib.i. Br.