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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bedarfszüge; Bédarieux; Bedburg; Beddoes; Bede; Bedecktes Gelände; Bedecktsamige Pflanzen; Bedeckung

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Bedarfszüge - Bedeckung

apotheke in München, die er seit 10 Jahren verwaltet hatte. B. war dann 12 Jahre lang Vorsteher des Apothekergremiums von Oberbayern und ist seit 1875 Mitglied der Prüfungskommission für Apotheker an der Universität München sowie der Prüfungskommission für Apothekerlehrlinge. Auch ist er pharmaceutisches Mitglied des bayr. Obermedizinalausschusses. Er schrieb über Kossoblüte und Kossin, giebt eine bayr. Supplement-Arzneitaxe und eine «Handverkaufs-Taxe» (5. Aufl., Münch. 1894) heraus.

Bedarfszüge, s. Eisenbahnzüge.

Bédarieux (spr. -ĭöh), Hauptstadt des Kantons B. (152,63 qkm, 8 Gemeinden, 13939 E.) im Arrondissement Béziers des franz. Depart. Hérault, 37 km nördlich von Béziers, am linken Ufer des Orb und an den Linien Béziers-B.-St. Sévérac-Rodez und Castelnaudary-Castres-B. der Franz. Südbahn, hat (1891) 5948, als Gemeinde 6578 E., Post und Telegraph, ein Kommunal-Collège, Hospital, Fabrikation von Tuch, Kattun, Leder, Leim, Papier; Brennerei, Eisen- und Kupfergießerei und Handel mit Bauholz, Wein und Getreide.

Bedburg, Stadt im Kreis Bergheim des preuß. Reg.-Bez. Köln, an der Erft und der Linie Neuß-Düren-Euskirchen der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 1282 E., Post, Telegraph, kath. Pfarrkirche, kath. Rhein. Ritterakademie (Gymnasium) im Schloß Dyck des Fürsten Salm-Reifferscheidt (Direktor Diehl, 13 Lehrer, 9 Klassen, 77 Schüler); große Wollweberei, Wollspinnerei, Kunstwollefabrik, Rotgerberei, Bronze- und Metallwaren- sowie Zuckerfabrik.

Beddoes (spr. -ohs), Thomas Lovell, engl. Dichter, Sohn des als Arzt und Naturforscher bekannten Thomas B. (geb. 15. April 1760, gest. 24. Dez. 1806), geb. 20. Juli 1803 in Clifton, kam 1817 auf die Charterhouse-Schule in London, wo er sich dichterisch auszeichnete, bezog 1820 die Universität Oxford und veröffentlichte 1821 anonym «The improvisatore», Gedichte, die er später durch Ankauf aller zugänglichen Exemplare der Verbreitung entzog. 1822 erschien das Drama «The bride's tragedy». Um Medizin zu studieren, ging er 1825 nach Göttingen, 1829 nach Würzburg. Im Besitz eines bedeutenden Vermögens, führte B. seit 1831 ein planloses Wanderleben, lebte 1833‒41 meist in Straßburg und Zürich, 1841‒45 in Baden, Frankfurt und Berlin, dann in England. 1846‒48 nahm er, meist von Frankfurt aus, durch Verkehr mit den Parteiführern und Zeitungsaufsätze lebhaft an der deutschen demokratischen Bewegung teil, so daß er wiederholt ausgewiesen wurde. Er starb 26. Jan. 1849 zu Basel. In B.' Nachlaß fand sich das Drama «Death's jestbook, or the fool's tragedy» (1850) nebst lyrischen und dramat. Bruchstücken. Diese zeigen Fülle der Phantasie und große Selbständigkeit des Denkens, aber das Gepräge eines unsteten, düstern Geistes. Kelsall gab «The posthumous and collected poems of T. L. B.» (2 Bde., Lond. 1851) mit Biographie und Briefen, E. Gosse «The poetical works of T. L. B.» (2 Bde., ebd. 1890) mit Memoir heraus.

Bede (oder Bete, niederdeutsch, soviel wie Bitte, weiterhin Gebot, Abgabe; lat. petitio, precaria, tallia u. s. w.), die im Mittelalter übliche Bezeichnung für die aus einer ursprünglich freiwilligen Unterstützung der Vögte, Grafen und Herren hervorgegangene älteste deutsche direkte Steuer, die kraft öffentlichen Rechts, nämlich kraft der gräfl. Gerichtsbarkeit von den Insassen der Gerichtsbezirke in früherer, und kraft der landesherrlichen Gewalt in späterer Zeit erhoben wurde und bis zu einem gewissen Grade als Heersteuer für die Übernahme der Landesverteidigung durch den Landesherrn anzusehen ist. Die B., anfangs in Naturalien, später (seit dem 13. Jahrh. überwiegend) in Geld entrichtet, ist eine Art Grund- und Gebäudesteuer und lastete auf den Gemeinden, die ihrerseits den ihnen auferlegten Betrag auf die bedepflichtigen Personen ihres Bezirks verteilten. Die ritterlichen Besitzungen waren ganz, die geistlichen teilweise von der B. befreit. Den Städten wurde eine gewisse Bevorzugung eingeräumt. In manchen Gebieten, namentlich im Osten, ging die B. den Landesherren schon frühzeitig verloren, während sie in andern bis in den Anfang des 19. Jahrh. hinein erhalten blieb. – Vgl. Eichhorn, Deutsche Staats- und Rechtsgeschichte, Bd. 2, §. 306 (5. Aufl., Gött. 1843); Zeumer, Die deutschen Städtesteuern, insbesondere die städtischen Reichssteuern im 12. und 13. Jahrh. (in Schmollers «Forschungen», Ⅰ, 2, Lpz. 1878); Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte, Bd. 8 (Kiel 1878), S. 394 fg.

Bede (spr. bihd), Cuthbert, Pseudonym für E. Bradley (s. d.).

Bedecktes Gelände, ein Gelände, auf dem sich Gegenstände befinden, die die freie Umsicht und Waffenwirkung, in gewissem Grade auch die Bewegung hindern, z. B. Wälder, Ortschaften, Fruchtfelder, Hütten, Weingärten u. dgl.

Bedecktsamige Pflanzen, s. Angiospermen.

Bedeckung oder Occultation, in der Astronomie das Unsichtbarwerden eines Himmelskörpers durch das Vortreten eines andern, der Erde näher stehenden, dadurch, daß letzterer so zwischen die Erde und den entferntem Himmelskörper tritt, daß er in gerader Linie zwischen beiden steht. Am häufigsten kommen B. von Fixsternen durch den Mond (Sternbedeckungen) als den nächsten aller Himmelskörper vor; ebenso können auch Planeten vom Mond bedeckt werden. Die Sonnenfinsternis ist eine B. der Sonne durch den Mond. Seltener kommen B. von Fixsternen oder Planeten durch einen Planeten, noch seltener die B. eines Fixsterns durch einen Jupitermond vor, sehr häufig dagegen die des Jupiters und seiner Monde gegenseitig (nicht zu verwechseln mit den Verfinsterungen der Jupitermonde durch den Jupiterschatten). Man unterscheidet bei der Beobachtung der Sternbedeckungen zwei Momente, den des Eintritts (Anfang) und des Austritts (Ende). Der Eintritt ist der Augenblick des Verschwindens des Sterns am Rande des bedeckenden Himmelskörpers, der Austritt das Wiedererscheinen desselben am andern Rande. Bei B. von Fixsternen durch den Mond finden Ein- und Austritt vollständig momentan statt. Es ist dies ein Beweis dafür, daß der Mond jedenfalls keine merkbare Atmosphäre hat, da diese sonst das Sternlicht schwächen und den Stern beim Eintritt allmählich verschwinden, beim Austritt allmählich wieder aufleuchten lassen würde. Bei B. von Planeten ist die Dauer des Ein- und Austritts von der Größe ihres scheinbaren Durchmessers abhängig. Die Beobachtungen der Sternbedeckungen sind wegen der großen Schärfe, mit der sie erlangt werden können, wichtig zur Bestimmung der Entfernung und des Durchmessers des Mondes und zur Bestimmung der geogr. Länge des Beobachtungsortes.

Bedeckung, beim Militär eine größere oder kleinere Truppenabteilung, die zur Sicherung einzelner Personen (rekognoszierender Offiziere, Kuriere u. dgl.) oder solcher Abteilungen bestimmt ist, die ent- ^[folgende Seite]