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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Beer (Wilh.) - Beerseba

wechsel" mit Immermann und Schenk (ebd. 1837) herausgab, mit einer biogr. Einleitung.

Beer, Wilh., Bankier zu Berlin und Astronom, Bruder des vorigen, geb. 4. Jan. 1797, kämpfte 1813-15 in den Reihen der Freiwilligen, vertauschte dann den Militärdienst mit dem Handelsstande, benutzte aber seine Mußestunden, um mit seinem Freunde Mädler Astronomie zu treiben. Zu diesem Zwecke erbaute er sich eine kleine Sternwarte im Tiergarten bei Berlin und beobachtete namentlich den Mars und den Mond. Er starb 27. März 1850 zu Berlin. Die Abhandlung, in der die Beobachtungen des Mars niedergelegt waren, erschien 1830 und erregte Interesse, in noch höherm Grade aber die 1836 vollendete Mondkarte. Ihr folgte "Der Mond nach seinen kosmischen und individuellen Verhältnissen, oder allgemeine vergleichende Selenographie" (Berl. 1837). Als Mitglied der preuß. Ersten Kammer von 1849 schrieb B.: "Die Dreikönigsverfassung in ihrer Gefahr für Preußen" (Berl. 1849).

Beerberg, der höchste Berg (984 m) des Thüringer Waldes, im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha gelegen, nordöstlich von Zella; er ist bis zu seinem ziemlich flachen Gipfel dicht bewaldet und wird, da er keine Aussicht gewährt, wenig besucht. Seit 1884 durchbohrt seinen Nordabhang die Eisenbahnlinie Plaue-Ritschenhausen in einem 3 km langen Tunnel.

Beerbhoom, Distrikt in Bengalen, s. Birbhum.

Beerchampagner, s. Beerweine.

Beerdigung, s. Bestattung der Toten.

Beere (Bacca), in der Botanik eine mehr oder minder fleischige und saftige, im Zustande der Reife in den meisten Fällen nicht aufspringende Frucht, deren innere Schichten fleischig, breiig oder saftig entwickelt sind. Die B. kann ein- oder mehrsamig und, je nach der Anzahl der Fächer, in denen die Samen liegen, ein- und mehrfächerig sein.

Beerengelb, Schüttgelb, eine gelbe ungiftige Lack- und Malerfarbe, wird erhalten, indem man eine Abkochung von Gelbbeeren (Früchten verschiedener Rhamnusarten, z. B. von Avignonkörnern, von Rhamnus infectoria L.) mit Alaunlösung versetzt und mit Kreide die gelbe Thonerdeverbindung des Farbstoffs ausfällt. B. ist auch in den Blättern der Birke (s. d.) sowie im Gelbholz (s. d.) enthalten.

Beerengrün, Saftgrün, Blasengrün, eine dunkelgrüne Wasserfarbe, die aus dem Saft der fast reifen, aber noch grünen Kreuzdornbeeren (Rhamnus cathartica L.) dargestellt wird, indem man den ausgepreßten Saft der freiwilligen Gärung überläßt und die geklärte Flüssigkeit unter Zusatz von etwas Alaun und Pottasche bis zum Extrakt verdampft; letzteres wird in Schweinsblasen gefüllt und im Rauchfange ausgetrocknet, wobei es zu einer schwarzgrünen, auf dem Bruche glänzenden Masse wird, die zum Färben von Leder und Papier dient.

Beereninsel, s. Bäreninsel.

Beerenobst, eine Obstabteilung, zu der alle echten Beerenfrüchte (s. Beere und Obst), so die Wein-, Johannis-, Stachel- und Moosbeeren sowie die im gewöhnlichen Leben zwar auch Beeren genannten, ihrer nähern Form nach einer Beere zwar ähnlichen, aber ihrem Bau und ihrer Entwicklung nach von diesen verschiedenen, zusammengesetzten Früchte (s. Frucht), Himbeeren, Maulbeeren und Brombeeren, und die Scheinfrüchte, Erdbeeren und Feigen, gehören. Alle diese Fruchtarten zeichnen sich durch ein weiches, meist saftiges Fruchtfleisch aus und lassen sich nur kurze Zeit in frischem Zustande aufbewahren. Zur Tafel: Beerenobst s. die Artikel: Johannisbeere, Stachelbeere, Vaccinium, Wein, Erdbeere, Himbeere, Morus, Brombeere.

Beerensekt, s. Beerweine.

Beerentang, s. Sargassum.

Beerenwanze (Pentatoma baccarum L.), eine 9-11 mm lange, gelblichbraune Schildwanze, die gern an süßen Früchten, besonders Himbeeren und Brombeeren saugt und diesen dabei Wanzengeruch und einen widerlichen Geschmack mitteilt.

Beerfelden, Stadt im Kreis Erbach der hess. Provinz Starkenburg, im Odenwalde, in 397 m Höhe, an der Quelle der Mümling und an der Linie Frankfurt-Ebersbach (Bahnhof Hetzbach-B. 5 km entfernt, in 295 m Höhe) der Hess. Ludwigsbahn, hat (1890) 2383 E., darunter 142 Israeliten, Amtsgericht (Landgericht Darmstadt), Post, Telegraph, Steuerkommissariat, höhere Bürger-, Volks- und israel. Schule, Tuchfabriken und Viehmärkte. Von B. zieht sich südlich das enge und waldige Gammelsbacher Thal, in dem sich die Burgruine Freienstein befindet, zum Neckar hinab. In der Nähe das gräfl. Erbach-Fürstenausche Jagdschloß Krähenberg (548 m), unter dem der zweitgrößte Eisenbahntunnel (3,1 km lang; in 348 m Höhe) Deutschlands hinwegführt; an dessen Eingang der großartige Himbächelviadukt (200 m lang, 44 m hoch). B. wurde im 10. Jahrh. vom Kloster Lorsch zu Lehn gegeben, erhielt 1328 Stadtrechte und kam 1806 von Erbach an Hessen.

Beernaert (spr. -nahrt), Aug. Marie François, belg. Staatsmann, geb. 24. Juli 1829 zu Ostende, studierte die Rechte, wurde Advokat beim Kassationshofe in Brüssel und 23. Okt. 1873 Minister der öffentlichen Arbeiten im klerikalen Kabinett Malou. Mit diesem trat er Juni 1878 zurück und widmete sich wieder der Rechtspraxis, bis er nach dem Siege der Klerikalen im Juni 1884 Minister des Ackerbaues, Handels und der Industrie wurde. An Stelle Malous wurde B. 26. Okt. 1884 Ministerpräsident und Finanzminister. Er führte 1892-94 die Verfassungsrevision unter großen Schwierigkeiten in der Hauptsache durch, nahm aber, als er in der Frage der proportionellen Vertretung von einem Teil seiner Parteigenossen im Stich gelassen wurde, Ende März 1894 seine Entlassung. (S. Belgien.)

Beers, Jan van, vläm. Dichter, geb. 22. Febr. 1821 zu Antwerpen, besuchte das Seminar zu Mecheln, wurde 1844 Unterbibliothekar in Antwerpen, 1849 Lehrer an der Normalschule zu Lier und 1860 Professor der vläm. Sprache und Litteratur am Athenäum von Antwerpen, wo er 14. Nov. 1888 starb. Er veröffentlichte "Jongelingsdroomen" (Antw. und Amsterd. 1853 u. ö.), Gedichte, die durch Wohlklang der Verse und Reinheit der Gesinnung bald beliebt wurden, wie die spätern durch Formvollendung und tiefere Lebensanschauung ausgezeichneten Gedichte "Levensbeelden" (Amsterd. 1858), "Gevoel en Leven" (ebd. 1869), "Rijzende Blaren" (Gent und Rotterd. 1883). Eine Volksausgabe der Gedichte erschien zu Gent und Rotterdam 1884. - Vgl. Pol de Mont, J. van B. (Haarlem 1889).

Beerschwamm, s. Frambösie.

Beërseba, ehedem eine Stadt an der Südgrenze des fest besiedelten Gebietes von Israel (2 Sam. 17, 11) oder von Juda (2 Chron. 19, 4; Neh. 11, 27-30), mit einer uralten vielbesuchten Kultusstätte, die für Israel als bereits durch die Erzväter geheiligt galt. Der Name haftet noch an der Trüm-^[folgende Seite]