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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Belfast; Belfort

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Belfast - Belfort

geringen Verschiebung bedarf, um jede beliebige Stelle mit intensivem direktem Licht zu beleuchten, so daß die Erkennung krankhafter Veränderungen bis in das kleinste Detail ermöglicht ist.

Nach dem gleichen Princip hat Leiter elektro-endoskopische Instrumente zur Untersuchung des Gehörorgans (Otoskop), der Scheide (Vaginoskop), des Mastdarms (Rektoskop), der untern Darmpartien (Enteroskop), der Speiseröhre (Ösophagoskop) und des Magens (Gastroskop) konstruiert. Das Gastroskop besteht aus einem kunstvoll gegliederten Rohr, welches in seinem Innern die galvanische Leitung, die oben beschriebene Wasserleitung sowie ein kunstvolles System von Linsen und Prismen, an seinem untern Ende den Lichtträger enthält; es wird nach Art der Magensonden durch die Speiseröhre in den Magen eingeführt. Obwohl sich das Gastroskop in einzelnen Fällen als brauchbar erwiesen und manche interessante Beobachtung ermöglicht hat, so stehen seiner allgemeinen Anwendung doch noch mancherlei lästige Umstände hindernd entgegen. - Vgl. Leiter, Elektro-endoskopische Instrumente (mit 82 Holzschnitten, Wien 1880); Nitze, Lehrbuch der Kystoskopie (Wiesb. 1889).

Belfast, Parlaments- und Municipalborough, Hauptstadt der irischen Grafschaft Antrim, zum Teil aber auch in der Grafschaft Down, im Innern der Carrickfergus-Bai oder Belfast-Lough gelegen und im NW. von einer Hügelkette (Divis, 475 m) umrahmt, nahe der Mündung des schiffbaren Lagan, 19 km von der Irischen See, ist der bedeutendste Fabrikort und nach Dublin die erste Handelsstadt Irlands. B. hat gesundes Klima und trotz der vielen Fabriken mit seinen weiten saubern Straßen und stattlichen Gebäuden ein freundliches Aussehen. Auf beiden Seiten des viermal überbrückten Logan ^[richtig: Lagan] ziehen sich Quais, Docks (insgesamt 39 ha) und Werfte hin; statt der versandeten Mündung wird jetzt der künstliche Victoria-Channel von Schiffen bis 7 m Tiefgang benutzt. Großartige Hafenbauten sind in Aussicht genommen. Auf dem rechten Ufer liegen die Vorstädte Ballymacarret und Balynafeigh, im S. die Vorstadt Malone und ringsum mehrere Parks. B., eine Gründung schott. Presbyterianer, ist in seiner Entwicklung nur mit amerik. Städten vergleichbar. 1757 belief sich die Bevölkerung auf 8549, 1831 auf 53 287, 1851 auf 87 062, 1881 auf 208 122 und 1891 auf 255 950 E. Die Stadt ist Sitz eines kath. Bischofs, hat als Mittelpunkt des irischen Protestantismus 33 presbyterian., 20 anglikan., 15 methodist. und nur 6 kath. Kirchen und sendet 4 Abgeordnete ins Parlament. Die zahlreichen öffentlichen Gebäude, wie das 1871 erbaute Stadthaus, die Ulster-Hall, das Royal Theatre, das Zollamt am Donegall-Quai, der Uhrturm mit dem Albert-Denkmal sowie die Anstalten für wohlthätige und kommerzielle Zwecke sind meist jüngern Ursprungs. Geschichtlich bemerkenswerte Bauten fehlen. Unter den Bildungsanstalten sind das 1845 gegründete Queen's College, mit 20 Professoren, in einem prachtvollen Gebäude, das Presbyterian College, ein Methodisten-College, die 1786 gegründete Belfast Academy (lat. Schule), drei öffentliche Bibliotheken, der botan. Garten die wichtigsten. Besonders zu erwähnen ist die 1785 erbaute Linen Hall, die Leinenbörse.

B. ist Hauptsitz der irischen Linnenfabrikation und hat bedeutenden Schiffsbau, chem. Fabriken, Maschinenbau, Eisengießerei, Alabasterschleiferei, Öl- und Barillemühlen, Seilerei, Segeltuchfabrikation, Brauereien, Brennereien u. s. w., während die Baumwollfabrikation zurückgeht. Hauptgegenstand der Ausfuhr ist Leinwand (1889 Stückware 11 Mill. in im Werte von 635 Mill. M., Leinenzwirne im Werte von 18 Mill. M.), nächst dieser Baumwollzeuge, Vieh, Pökelfleisch, Schinken, Butter und andere Nahrungsmittel ("Irish provisions") sowie Spirituosen. Die wichtigsten Artikel der Einfuhr sind Leinsamen, Leinengarn, rohe Baumwolle, Wollwaren, Steinkohlen (aus Schottland), Holz, Getreide, Thee und Zucker. Dem Verkehr im Innern der Stadt dient die Tramway; die Eisenbahnverbindung reicht unmittelbar vom Hafen nach allen Teilen Irlands. Der Handel ist mit Britisch-Nordamerika, dem Mittelmeer, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Ostsee und den Haupthäfen der brit. Inseln, und zwar zumeist mittelbar über Glasgow und Liverpool durch die Dominion und State Line besonders lebhaft. Der Schiffsverkehr ist in stetem Steigen begriffen; 1891 liefen fast ausschließlich im Küstenverkehr ein und aus: 20 488 Schiffe mit 4,2 Mill. t, darunter etwa 14 000 Dampfer mit 3,5 Mill. t.

In B. haben Konsuln: Argentinien, Belgien, Dänemark, Deutsches Reich, Peru, die Vereinigten Staaten von Amerika; Vicekonsuln: Brasilien, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Österreich-Ungarn, Portugal, Rußland, Schweden und Norwegen, Spanien und Uruguay.

Belfast, Hauptstadt des County Waldo im nordamerik. Staate Maine, in der Nordwestecke der Penobscotbai schön gelegen, mit gutem Hafen, hat (1890) 5294 E., Fischerei und Schiffahrt, Granit und Marmorbrüche. Am 30. Juni 1889 besaß der Zolldistrikt B. 147 Segelschiffe mit 25 433 t und 1 Dampfer von 35 t. Hiervon betrieben 25 Fahrzeuge Stockfisch- und Makrelenfang.

Belfast, jetzt Port-Fairy, Seehafen der brit.-austral. Kolonie Victoria, an der Mündung des Moyne, etwa 300 km westlich von Melbourne, und durch Eisenbahn mit ihm verbunden, ist der Haupthafen des westl. Distrikts der Kolonie und hat (1891) 3850 E., bedeutenden Handel in Korn und Wolle.

Belfort (auch Béfort, spr. befohr). 1) Das Arrondissement oder Territoire de B. oder die Partie française du Haut Rhin ist gebildet aus dem Reste des frühern Depart. Oberrhein und hat 624,64 qkm, (1891) 83 670 E., 106 Gemeinden und zerfällt in die 6 Kantone B. (133,22 qkm, 39 459 E.), Dannemarie (22,22 qkm, 1090 E.), Delle (168,49 qkm, 18 755 E.), Fontaine (123,62 qkm, 6529 E.), Giromagny (150,54 qkm, 14 787 E.), Massevaux (26,55 qkm, 3050 E.). - 2) Hauptstadt des Arrondissements B. und Festung, an der Savoureuse und am Fuße kalkiger Hügel, zerfällt in einen alten Stadtteil und das Faubourg de France, ist Sitz des Präfekten, eines Tribunals erster Instanz, eines Handelsgerichts und hat (1891) 25 455 E., ein Lyceum, eine Synagoge, zwei Zeitungen, ein Theater, zwei Denkmäler zur Erinnerung an die Verteidigung 1870-71, mehrere Hospitäler, eine Filiale der Bank von Frankreich; Gerbereien, Brauereien und verschiedene andere Gewerbe. B. ist Kreuzpunkt von 6 Straßen, liegt an den Linien B.-Dijon der Franz.

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