Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

694

Bell (Thomas) - Bellamy (Edward)

endlich "Wayside pictures through France, Belgium and Holland" (1849) heraus. In Bohns "Library" erschien von ihm eine Sammlung histor. Balladen: "Early ballads illustrative of history, traditions and customs" (1846).

Bell, Thomas, engl. Naturforscher, geb. 11. Okt. 1792 zu Poole in Dorsetshire, studierte die Heilkunde in London und wurde 1815 Mitglied des Royal College of Surgeons. Er begann 1816 seine Vorlesungen in Guy's Hospital, in denen er sich namentlich mit den Zahnkrankheiten beschäftigte, und die er bis 1860 fortsetzte. Vorzugsweise aber widmete er sich naturwissenschaftlichen Forschungen und erhielt 1832 den Lehrstuhl der Zoologie am King's College in London. Von 1848 bis 1853 war er Sekretär der Royal Society und ward dann zum Präsidenten der Linnean Society erwählt, welches Amt er 1861 niederlegte. Er starb 13. März 1880. Von seinen Werken sind die "Natural history of the British quadrupeds" (Lond. 1837; 2. Aufl. 1874) und "Natural history of British reptiles" (ebd. 1839) zu erwähnen, ferner "Monograph of the testudinata" (ebd. 1836) und "History of the British stalkeyed crustacea (ebd. 1853). Auch besorgte er 1862 eine neue Ausgabe von Whites "Natural history and antiquities of Selborne".

Bell, William Abraham, engl. Naturforscher und Reisender, studierte zu Cambridge Medizin und schloß sich 1867 einer Expedition der Kansas-Pacific-Eisenbahngesellschaft unter Leitung W. J. Palmers an, die den Weg für eine südl. Bahnstrecke nach der Küste des Stillen Oceans finden sollte. B. bereiste von St. Louis aus eine fast noch ganz unbekannte Strecke von 8000 km zwischen den Thälern und Zuflüssen des Rio Grande und Colorado. Seine besonders in botan. und ethnogr. Hinsicht wichtige Reise beschrieb er in "New tracks in North America" (Lond. 1869; 2. Aufl. 1870).

Bella (ital.), die Schöne; auch Taufname.

Bella, Stadt im Kreis Melfi der ital. Provinz Potenza, 10 km von der Station Bella Muro der Linie Neapel-Potenza-Metaponto-Taranto-Brindisi des Mittelmeernetzes, hat (1881) 5558 E., Post und Telegraph. Das starke Erdbeben 1857 hat in diesem Gebiete Hügel geebnet und Thäler entstehen lassen.

Bella, Stefano della, franz. Maler und Radierer, geb. 17. Mai 1610 in Florenz, gest. daselbst 22. Juli 1664, ahmte mit großem Geschick die Radierungen Callots nach. Das mit 17 Jahren angefertigte große Blatt: Bankett einer Jagdgesellschaft, gewann ihm die Protektion des Fürsten Lorenzo, Bruders des Großherzogs von Toscana, der ihn in Rom sich weiter ausbilden ließ. Er fertigte vornehmlich Festlichkeiten, Jagden u. a., die auch kunstgeschichtlich bedeutsam sind. 1637 nach Florenz zurückgekehrt, radierte er: Leichenbegängnis des Kaisers Ferdinand II. und Hochzeit des Großherzogs Ferdinand II. 1640 ging er mit dem florentin. Gesandten nach Paris, wo er von Richelieu den Auftrag zur Anfertigung von Kriegsplänen erhielt, und sonst auch Schlachtenbilder fertigte. 1651 verließ er Frankreich und unternahm 1651-54 eine Reise nach Rom, wo er eine Reihe schöner Landschaften schuf. Einen Katalog seiner mehr als 1000 Blätter stellte Jombert (Par. 1772) zusammen.

Bellabella, Indianerstamm, s. Amerikanische Rasse (Bd. 1, S. 525 b).

Bellac (spr. -láck). 1) Arrondissement des franz. Depart. Haute-Vienne, hat 1765,33 qkm, (1891) 85 016 E., 65 Gemeinden und zerfällt in die 8 Kantone B. (198,90 qkm, 11 511 E.), Bessines (157,61 qkm, 9189 E.), Chateauponsac (177,39 qkm, 9502 E.), Dorat (286,89 qkm, 11 761 E.), Magnac-Laval (220,89 qkm, 10 880 E.), Mézières (249,71 qkm, 10 257 E.), Nantiat (242,95 qkm, 11 797 E.), St. Sulpice-les-Feuilles (230,99 qkm, 10 119 E.). - 2) Hauptstadt des Arrondissements B. im franz. Depart. Haute-Vienne, 39 km im NNW. von Limoges, an der Linie Limoges-Le Dorat der Orléansbahn, in 242 m Höhe auf dem Abhange eines Hügels bei der Vereinigung der Basine und des Vincou, hat (1891) 3117, als Gemeinde 4903 E., in Garnison das 138. Infanterieregiment, Post und Telegraph, ein Tribunal erster Instanz, Fischzüchterei, Fabrikation von Tuch, Decken, Leinen und Hüten, landwirtschaftlichen Maschinen, sowie Handel mit Wein, Vieh, Holz und Kastanien. B. besitzt eine hübsche roman. Kirche und schöne Promenaden, wird im im ^[Verdopplung] 10. Jahrh. erwähnt und war einst die Hauptstadt der Basse-Marche.

Bellacoola, s. Amerikanische Rasse (Bd. 1, S. 525 b).

Belladonna, Pflanzengattung, s. Atropa.

Belladonnin, ein Alkaloid, das als Nebenprodukt bei der Atropindarstellung gewonnen wird, aber noch wenig bekannt ist; vielleicht ist es eine amorphe Modifikation des Atropins.

Bella gerant alii! tu, felix Austria, nube! ("Kriege mögen andere führen! Du, glückliches Osterreich, heirate"), der oft citierte Hexameter eines Distichons, dessen Pentameter lautet: "Nam quae Mars aliis, dat tibi regna Venus" ("Denn dir verleiht Venus Reiche, welche andern Mars schenkt"). Als Verfasser des Distichons, das sich auf die durch Heiraten erworbenen Länder des österr. Herrscherhauses bezieht, wird in William Stirlings "Klosterleben Kaiser Karls V." König Matthias Corvinus genannt, dem jedenfalls der Vers "Bella gerant alii! Protesilaus amet" in Ovids "Heroiden" (13,84) vorschwebte.

Bellaggio oder Bellagio (spr. -ádscho), Ort in der ital. Provinz und dem Kreis Como, in 216 m Höhe an der schönsten stelle des Comersees gelegen, wo derselbe am Vorgebirge B. (Punta di B.) sich in zwei Arme (südwestlich See von Como, südöstlich See von Lecco) teilt, hat 943, als Gemeinde 3254 E., Post und Telegraph, zahlreichen Fremdenverkehr, viele Hotels, prachtvolle, palastartige Villen, darunter die Villa Melzi, unmittelbar am See (Eigentum der herzogl. Familie gleichen Namens, mit vielen Kunstwerken und herrlichen Parkanlagen), die Villa Serbelloni (auf der Höhe des Vorgebirges gelegen, mit reizender Aussicht über den See und nach den Alpen; jetzt Hotel und Pension), die Villa Giulia (früher dem König der Belgier, jetzt dem Grafen Blome gehörig), die Villa Belmonte, die Villa Frizzoni (jetzt Hotel B.) u. s. w. Auf dem westl. Ufer des Sees, B. gegenüber, bei Cadenabbia (s. d.), die berühmte Villa Carlotta.

Bellaire (spr. -lähr), Stadt im County Belmont des nordamerik. Staates Ohio, am Ohio, 8 km unterhalb Wheeling, hat (1890) 9934 E., beträchtliche Glaswerke, eine Nagel- und andere Fabriken, die zum Teil natürliches Gas brennen. Die Umgebung liefert Kohlen, Kalk und feuerfeste Steine.

Bellamy, Edward, amerik. Schriftsteller, geb. 26. März 1850 zu Chicopee Falls (Massachusetts), studierte im Union College und in Deutschland, wurde darauf Barrister in Neuyork und entwickelte