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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ben Jonson; Benjolwski; Benk; Benkendorf; Benkert; Benkoelen; Benkovac; Benkulen; Benlliure y Gil; Benmore; Benn; Benndorf; Benneckenstein

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Ben Jonson - Benneckenstein

land nach Palästina und Persien und kehrte über Ägypten und Sicilien heim. Seine schätzbaren, aber mit Vorsicht zu gebrauchenden Reisenotizen in hebr. Sprache wurden öfters gedruckt und übersetzt. Die Ausgabe von Asher («The itinerary of Rabbi B.», 2 Bde., Lond. 1841) enthält den vokalisierten Text nebst engl. Übersetzung und gelehrten Anmerkungen.

Ben Jonson, engl. Dramatiker, s. Jonson.

Benjolwski, Abenteurer, s. Benyowfsky.

Benk, Johannes, österr. Bildhauer, geb. 29. Juni 1844 in Wien, bildete sich zunächst auf der dortigen Akademie, dann in Hähnels Atelier in Dresden. 1871 ließ er sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er besonders für die plastische Ausschmückung öffentlicher Bauten thätig ist. Für das Parlamentsgebäude schuf er vier Doppelkaryatiden, für das kunsthistor. und naturhistor. Museum: die Plastik, Amor und Psyche sowie die Bronzefiguren Athene und Helios. Ebenso beteiligte sich B. in hervorragendem Maße an der plastischen Ausschmückung des neuen Hofburgtheaters: sechs Gruppen für die Nischen des ersten Stockwerks, vier Kentauren an der Facade des Treppenhauses, die Personifikation der Weisheit, Schönheit, Wahrheit und Dichtung für das Treppenhaus selbst, ferner die durch zahlreiche Nachbildungen bekannte Marmorstatue der Klytia für den Kaisergang, endlich zwei Geniengruppen auf dem Dach des Bühnengebäudes.

Benkendorf, Familie, s. Benckendorff.

Benkert, Karl Maria, Schriftsteller, s. Kertbeny.

Benkoelen, s. Benkulen.

Benkovac (spr. -watz). 1) Bezirkshauptmannschaft in Dalmatien, hat 1581,38 qkm, (1890) 32997 E., 5772 Häuser, 5226 Wohnparteien, (1880) 31003 serb.-kroat. (16111 männl., 14892 weibl.) E., darunter 12762 Katholiken und 18240 Griechisch-Orientalische; 3 Gemeinden mit 66 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke B., Kistanje und Obrovaz. - 2) Marktflecken und Sitz der Bezirkshauptmannschaft B., an der Straße von Zara nach Knin, im Innern des Landes, hat (1890) 341, als Gemeinde 12215 kroat. E., Post, Telegraph und Bezirksgericht (564 qkm; 1 Gemeinde, 39 Ortschaften, 12192 E.). In der Nähe befinden sich das alte Schloß Perussich sowie Ruinen einer von Plinius (III, 21) und Ptolomäus erwähnten röm. Stadt Assesia oder Asseria mit 1,2 km Umfang und Mauern von 2,5 m Dicke und teilweise 8 m Höhe.

Benkulen, Holland. Benkoelen (engl. Bencoolen), in der Landessprache Bangka Ulu.

1) Niederländ. Residentschaft auf der Südwestküste von Sumatra, besteht in einem 24760 qkm enthaltenden, schmalen, nördlich von dem Gouvernement der Westküste Sumatras, südlich von der Residentschaft der Lampongschen Distrikte begrenzten, größtenteils niedrig gelegenen, teilweise selbst sumpfigen und ungesunden, zugleich aber fruchtbaren Streifen Uferlandes. B. hatte Ende 1891, die Insel Engano (330 qkm, 6400 E.) mitbegriffen, 158627 E., darunter 205 Europäer und 589 Chinesen. Die Eingeborenen sind träge, dabei rachsüchtige und unzuverlässige Malaien. Viehzucht und Ackerbau sind unbedeutend. Haupterzeugnisse sind Reis, Pfeffer, Kaffee und Muskatnüsse. Ersterer muß, um das Bedürfnis zu decken, auch eingeführt werden. Die Bemühungen der niederländ. Regierung, die Bevölkerung zu gesteigerter Anpflanzung von Kaffee und Pfeffer zu bewegen, haben wenig genützt. -

2) Hauptstadt der Residentschaft B., am Flusse B., mit etwa 7000 E., ist Sitz des Residenten. Die Engländer breiteten sich 1685, nach ihrer Vertreibung von Bantam auf Java 1682, an der Westküste von Sumatra aus und erhoben B. zum Hauptorte. Sie erbauten daselbst 1714 das noch jetzt bestehende großartige Fort Marlborough unter 3° 48' südl. Br. und 102° 16' östl. L. von Greenwich, führten daselbst aus den Molukken Gewürznelken und Muskatnußbäume ein und thaten besonders 1818-24, unter Sir Stamford Raffles, viel für das Emporkommen. 1824 von England an die Niederlande abgetreten, sank B. hauptsächlich infolge der Versandung der Reede immer mehr.

Benlliure y Gil, Jose, span. Maler, geb. 1855 zu Valencia, ging 1869 nach Madrid, wo er sich unter Domingos Leitung bildete, und siedelte 1878 nach Rom über. Er behandelt in seinen Bildern teils Scenen aus dem span. Volksleben, teils phantastische Darstellungen, die sich durch feine Charakteristik und glänzendes Kolorit auszeichnen. Von Gemälden ersterer Art sind zu nennen: Marienmonat in Valencia (München, Neue Pinakothek); Vor dem Stiergefecht, Karneval in Rom; von letztern: Der Hexensabbath, eine Vision im Kolosseum.

Benmore (spr. -mohr), Kap, s. Fair-Head.

Benn., bei Tiernamen Abkürzung für Edward Turner Bennett, einen engl. Zoologen.

Benndorf, Friedr. Aug. Otto, Archäolog, geb. 13. Sept. 1838 zu Greiz, studierte 1857-62 in Erlangen und Bonn Philologie, war 1864-68 als Stipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts auf Reisen in Italien und Griechenland, habilitierte sich 1868 für Archäologie in Göttingen, wurde 1869 Professor in Zürich, 1871 in München, 1872 in Prag und 1877 in Wien, wo er zugleich das Amt eines Kurators des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie bekleidet. Mit Rich. Schöne zusammen beschrieb B. «Die antiken Bildwerte des lateranensischen Museums» (Lpz. 1867). Ferner veröffentlichte er «Griech. und sicil. Vasenbilder» (Berl. 1869-83), «Die Metopen von Selinunt» (ebd. 1873), «Beiträge zur Kenntnis des athenischen Theaters» (Wien 1875) und «Antike Gesichtshelme und Sepuleralmasken» (ebd. 1878). Als Teilnehmer an der archäol. Expedition nach Samothrake (1875) gab B. mit Conze und Hauser «Archäol. Untersuchungen auf Samothrake» (Wien 1875) und «Neue archäol. Untersuchungen auf Samothrake» (ebd. 1880) heraus. 1881 und 1882 unternahm er archäol. Expeditionen nach Kleinasien (Lycien und Karien) und brachte die aus dem 5. Jahrh. v. Chr. stammenden Friesreliefs des Heroons von Gjölbaschi-Trysa nach Wien. Mit den architektonischen Aufnahmen Georg Niemanns veröffentlichte er «Das Heroon von Gjölbaschi-Trysa» (Wien 1889), während die sonstigen Reiseergebnisse in den Prachtwerken «Reisen in: südwestl. Kleinasien» (ebd. 1884) und «Reisen in Lytien und Karien» (ebd. 1884) zur Veröffentlichung kamen. In den «Wiener Vorlegeblättern für archäol. Übungen» (ebd. 1888) begann er eine historisch geordnete Ausgabe der griech. Vasengemälde mit Meistersignaturen.

Benneckenstein, Stadt im Landkreis Nordhausen (Grafschaft Hohenstein) des preuß. Reg.-Bez. Erfurt, in 432 m Höhe, auf dem südl. Hochplateau des Harzes, an der Rappbode, bildet mit dem Hüttenorte Sorge eine preuß. Exklave im braunschw. Gebiet und hat (1890) 2884 evang. E., Post, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, königl. Oberförsterei;