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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ben-Nevis; Bennet; Bennett; Bennewitz; Bennewitz von Loefen; Bennigsen

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Bennet - Bennigsen (Geschlecht)

Kirche (St. Laurentius), Rathaus mit Ratskeller, freiwillige Feuerwehr, Wasserleitung, Spar- und Vorschußverein; Eisenerzgruben, Streichholz-, Nägel- und Holzwarenfabriken, deren Erzeugnisse im Wege des Hausierhandels vertrieben werden.

Bennet, Henry, Graf von Arlington (s. d.).

Bennett, James Gordon, amerik. Publizist, geb. 1. Sept. 1795 in New-Mill (Banffshire, Schottland), ging 1819 nach Amerika und gründete, nachdem er fast 16 Jahre in verschiedenen Orten journalistisch thätig war, 5. Mai 1835 den «New York Herald», den er durch Geist, Fleiß und Benutzung aller technischen Hilfsmittel zu einem der verbreitetsten und reichsten Blätter der Welt emporhob. B. führte zuerst(1837)den «Geldartikel» (Börsenbericht) in die amerik. Presse ein und beschaffte Nachrichten auf neuen Wegen, wie durch den Telegraphen und besonders durch den ankommenden Schiffen entgegengesandte Boote. Sein Blatt warf bis zu B.s Tode (1. Juni 1872 in Neuyork) etwa 750000 Doll. jährlichen Nettogewinn ab. - Vgl. Memoirs of J. G. B. and his Times, by a Journalist (Neuyork 1855). - B.s gleichnamiger Sohn (geb. 10. Mai 1841, meist in Paris lebend) führte den «New York Herald» in derselben Richtung weiter. Er entsandte Stanley 1871 zur Aufsuchung Livingstones und 1874 mit dem Londoner «Daily Telegraph» zu einer Afrikareise, die den Kongolauf klar stellte. 1879 rüstete er eine unglücklich verlaufene Nordpolexpedition (Schiff Jeannette) aus.

Bennett, John Hughes, engl. Arzt, geb. 31. Aug. 1812 in London, studierte in Edinburgh, wo er 1837 mit der Schrift «Physiology and pathology of the brain» promovierte. Später brachte er zur Fortsetzung seiner Studien 2 Jahre in Paris und 2 Jahre in Deutschland zu. Allgemeiner bekannt wurde er (1841) durch seine Anempfehlung des Leberthrane als Heilmittel für Skrofeln, Schwindsucht und verwandte Krankheiten. B. wurde 1843 al5 Patholog in dem Royal Infirmary in Edinburgh angestellt und 1848 Professor der Medizin an der dortigen Universität. Hier entdeckte er die als Leukocythämie bekannte Blutkrankheit, die er in der Schrift «Leucocythaemia or white cell blood» (Edinb. 1852) beschrieb, und veröffentlichte mehrere Werke über Lungen- und Nervenkrankheiten, wie «Pathological and historical researches on inflammation of the nervous centres», «Pathology and treatment of molecular consumption», «Treatment of pulmonary consumption», «Pneumonia» u.s.w., die verdiente Beachtung fanden. Sein Hauptwerk «Clinical lectures on the principles and practice of medicine» (Edinb. 1850; 5. Aufl. 1868) wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Später erschien von ihm «Researches into the action of mercury, podophylline and taraxacum on biliary secretions» (Edinb. 1869; 2. Aufl. 1874). Er starb 25. Sept. 1875.

Bennett, William Cox, engl. Dichter und praktisch-populärer Nationalökonom, geb. 14. Nov. 1820 in Greenwich, führte nach dem frühen Tode seines Vaters, eines Uhrmachers, dessen Geschäft fort und beteiligte sich lebhaft an den Angelegenheiten seines Geburtsorts; die Gründung eines volkstümlich-litterar. Instituts, einer höhern Volksschule, billiger öffentlicher Bäder war zum großen Teil seinen Bemühungen zu danken. Er lebt in Blackheath bei London. Nachdem er 1843 und 1845 anonym Gedichte herausgegeben und zu Zeitschriften poet. Beiträge geliefert hatte, erschienen «Poems» (Lond. 1850; 2. Ausg. 1862), «Verdicts» (ebd. 1852), «War songs» (ebd. 1855), «Queen Eleonor's vengeance, and other poems» (ebd. 1857), «Baby May» (ebd. 1859; neue Ausg. 1875), «Songs by a songwriter» (ebd. 1859; 2. Aufl. 1876), «The worn wedding-ring» (ebd. 1861), «Our glory-roll» (ebd. 1866), «Songs for sailors» (ebd. 1872; darin «A fisher-wife's song», «Sea songs» (ebd. 1878), «Songs for soldiers» (1879), «The lark: songs, ballads and recitations for the people» (1885; vorher 1883-84 als Monatsschrift erschienen). In «Prometheus, the fire-giver» (1877) suchte B. den ersten (verlorenen) Teil der Trilogie des Äyschylus wiederherzustellen. Ferner schrieb er: «Endowed Parish Schools and High Church Vicars. Roans School: past, present and future» (Lond. 1868; 2. Ausg. 1879).

Bennett, Sir William Sterndale, engl. Komponist und Pianist, geb. 13. April 1816 zu Sheffield, wurde Sängerknabe am King's College zu Cambridge und kam dann nach London auf die Royal Academy of Music. 1836 ging er zu weiterer Ausbildung nach Deutschland. In Leipzig komponierte er die Ouvertüre «Die Waldnymphe», eins seiner besten Werke, das 1839 unter großem Beifall aufgeführt wurde. Kurz darauf kehrte er nach London zurück, ging 1842 wieder nach Deutschland, gründete 1849 in London die Back Society, die er bis 1862 leitete, war 1856-67 Dirigent der Philharmonischen Konzerte, wurde 1856 von der Universität Cambridge zum Professor der Musik ernannt, 1868 zum Principal (Direktor) der Royal Academy of Music erwählt und erhielt 1870 von der Königin von England die Ritterwürde. B. starb 1. Febr. 1875 zu London. Sein Leichnam wurde in der Westminsterabtei zu London beigesetzt. B.s Kompositionen, von denen über 40 Werke im Druck erschienen, schließen sich an Mendelssohns Weise an, zeigen Feinsinnigkeit, mitunter auch interessante harmonische Kombinationen und reibende Klangwirkungen, sind aber oft monoton und gedankenarm. Hervorzuheben sind: das Oratorium «The woman of Samaria», die in England sehr beliebte Kantate «The may queen», eine Sinfonie, die Ouvertüren «Die Najade», «Die Waldnymphe», zu Moores «Paradies und Peri» und Byrons «Parisina», vier Klavierkonzerte, Stücke für Klavier und verschiedene Kammermusiksachen, einige Gelegenheitskantaten, Lieder u. s. w.

Ben-Nevis (spr. nihwis), höchster Berg Großbritanniens in der schott. Grafschaft Inverneß, östlich vom Fort William, hat eine Basis von 38 km Umfang und auf dem Gipfel (1343 m) seit 1883 eine Meteorolog. Beobachtungsstation.

Bennewitz, Astronom, s. Apianus.

Bennewitz von Loefen, Karl, Landschaftsmaler, geb. 15. Nov. 1826 zu Thorn, trat 1849 in das Atelier von W. Schirmer in Berlin und dann in das von Alb. Zimmermann in München. Nach Reisen in Schottland, Tirol und Oberitalien begann er Landschaften zu malen, besonders Motive aus der Norddeutschen Tiefebene, Mark, dem Odergebiet und der Ostseeküste. Seine Bilder Weiher vor Sonnenaufgang, Märkischer Frühling, Herbstnebel, Waldsee im Spätherbst u. a. verraten ein feines Naturgefühl. B. lebt seit 1856 in Berlin.

Bennigsen, altes niedersächs. Adelsgeschlecht, das sich wahrscheinlich am Ende des 13. Jahrh, von der noch blühenden Familie von Jeinsen abzweigte