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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Benöl; Benrath; Bensberg; Bensch; Benschen; Bensen; Bensheim; Benth.; Bentham

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Benöl - Bentham

übertragen. Als Fortsetzung verfaßte B. den «Roman d’Éneas» nach der Äneide, der noch im 12. Jahrh. von Heinrich von Veldeke (s. d.) in deutsche Verse gebracht wurde. Außerdem schrieb er im Auftrag Heinrichs Ⅱ. von England die gereimte «(Chronique des ducs de Normandie» (nach lat. Quellen), die bis 1137 reicht (hg. von Michel, 3 Bde., Par. 1837‒44). – Vgl. W. Greif, Benoit de Sainte-More (Marb. 1885).

Benöl, soviel wie Behenöl (s. d.).

Benrath, Dorf im preuß. Reg.-Bez. und Landkreis Düsseldorf, mit sechs andern Ortschaften zu einer Bürgermeisterei vereinigt, unweit des Rheins, 10 km oberhalb Düsseldorf, an der Linie Deutz-Düsseldorf der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 3369 E., darunter 614 Evangelische, in Garnison (122 Mann) die 2. Eskadron des 11. Husarenregiments, Post, Telegraph; Röhren- und Blechwalzwerk, Verzinkerei und Messingfabrik. Das 1756‒60 erbaute, jetzt königl. Schloß hat einen schönen Park.

Benrath, Karl, prot. Theolog, geb. 10. Aug. 1845 zu Düren, studierte seit 1863 in Bonn, Berlin und Heidelberg und lehrte seit 1867 an dem Realprogymnasium seiner Vaterstadt. Er unternahm 1871 eine mehrjährige wissenschaftliche Reise nach Italien und habilitierte sich 1876 für Kirchengeschichte an der Universität Bonn, wurde 1879 außerord. Professor daselbst und 1890 ord. Professor in Königsberg. Seine Schriften betreffen vorzugsweise die Geschichte der Reformation in Italien. Außer Abhandlungen in Gelzers «Monatsblättern» und in der von ihm mitgegründeten «Rivista cristiana» veröffentlichte B. «Bernardino Ochino von Siena» (Lpz. 1875, 2. Aufl., Braunschw. 1892), «Geschichte der Reformation in Venedig» (Halle 1887), «Geschichte des Hauptvereins der Gustav-Adolf-Stiftung für Ostpreußen» (Königsb. 1894). Ferner sind zu nennen die Ausgaben der «Summa der Heiligen Schrift» (Lpz. 1880), von Luthers Schrift «An den christl. Adel deutscher Nation» (Halle 1884), der 6. Aufl. von Hagenbachs «Lehrbuch der Dogmengeschichte» (Lpz. 1888), sowie die Untersuchungen «Zur Geschichte der Marienverehrung» in den «Studien und Kritiken» (1886).

Bensberg, Dorf im Kreis Mülheim am Rhein des preuß. Reg.-Bez. Köln, an der Linie Hoffnungsthal-Deutz der Preuß. Staatsbahnen, in 162 m Höhe, in schöner Gegend am Rande des Berglandes, unfern des Königsforstes, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Köln), Zoll- und Steueramtes, einer Bürgermeisterei und Oberförsterei, hat (1890) 10260 (5215 männl., 5045 weibl.) E., darunter 636 Evangelische, Post, Telegraph, evang. und kath. Kirche. In dem 1705 vom Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz im toscan. Stile erbauten Schlosse befindet sich seit 1840 eine preuß. Kadettenanstalt. Das Belvedere gewährt eine weite Aussicht. In der Nähe liegen bedeutende Eisenerz-, Zinkblende- und Bleigruben, wovon die Grube Lüderich der Sage nach schon in der heidn. Zeit ausgebeutet wurde. – Vgl. Neubourg, B. und sein Kadettenhaus (Berl. 1890).

Bensch, österr. Stadt, s. Bennisch.

Benschen (Bentschen), Ausdruck des Judendeutsch: segnen, den Segen, besonders das Gebet nach Tisch sprechen, verderbt aus dem lat. benedicere.

Bensen, czech. Benešov nad Pulsnici, Stadt in der Bezirkshauptmannschaft Tetschen in Böhmen, am Polzenflusse und den Linien Bodenbach-Tannenberg und B.-Böhmisch-Leipa (21 km) der Böhm. Nordbahn, Sitz eines Bezirksgerichts (138 qkm, 22 Gemeinden, 39 Ortschaften, 22388 deutsche E.), hat (1890) 2825, als Gemeinde 2939 deutsche E., Post, Telegraph, zwei Schlösser und Herrschaften des Grafen Thun (Fideïkommißherrschaft, 13,21 qkm) und der Stadtgemeinde B. (Gut Scharfenstein); 5 Baumwollspinnereien, 2 Wollspinnereien und Strumpfwarenfabrikation. B. ist seit dem Brande vom 20. Mai 1863 ganz neu aufgebaut.

Bensheim. 1) Kreis in der hess. Provinz Starkenburg, umfaßt Teile des vordern Odenwaldes und der Rheinebene und hat 391,16 qkm, (1890) 50030 (24607 männl., 25423 weibl.) E., 7653 Wohnhäuser, 48 Gemeinden. – 2) Kreisstadt im Kreis B., in 102 m Höhe, an der Bergstraße, an der Lauter und den Linien Frankfurt-Heidelberg der Main-Neckar- und Worms-B. (24,1 km) der Hess. Ludwigsbahn, hat (1890) 6414 E., darunter 1585 Evangelische, Post erster Klasse, Telegraph, Kreisamt, Zollamt, Kreisbau-, Kreisgesundheits- und Kreisveterinäramt; vier kath. und eine prot.Kirche, ein großherzogl. Gymnasium (1686 gestiftet, Direktor Dr. Dettweiler, 11 Lehrer, 274 Schüler), ein Parität. Schullehrerseminar (90 Schüler), Taubstummenanstalt (66 Zöglinge), kath. höhere Mädchenschule im Institut der Englischen Fräulein, evang. höhere Mädchenschule, Wasserleitung, Gasbeleuchtung, Volksbank, Sparverein; Fabrikation von Leder, Papier, Tabak und Korken, Steinschleifereien, Gerbereien, Feld-, Wein- und Tabakbau. – B., einer der ältesten Orte zwischen Rhein, Main und Neckar, wird bereits 772 als Basinesheim (angeblich nach Basina, einer fränk. Königin) erwähnt, kam dann an Kloster Lorsch, mit dem es 1232 dem Erzstifte Mainz einverleibt wurde. Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses (1803) kam B. an Hessen.

Benth., bei botan. Namen Abkürzung für George Bentham (s. d.).

Bentham (spr.bénnthämm), George, engl. Botaniker, geb. 22. Sept. 1800 zu Slote bei Plymouth, studierte in London Jurisprudenz, widmete sich aber bald ausschließlich der Botanik. Er wurde 1830 Sekretär der Gartenbaugesellschaft und später Präsident der Linnean Society in London. Er starb 10. Sept. 1884 in London. Seine bedeutendsten Werke sind: «Labiatarum genera et species» (Lond. 1832‒36), «Handbook of the British Flora,» (1858 u. 1865), «Flora Hongkongensis» (1861), «Flora Australiensis» (mit Ferd. von Müller, 5 Bde., 1863‒70) und «Genera plantarum ad exemplaria imprimis in herbariis Kewensibus servata definita» (mit Hooker, 1862 fg.).

Bentham (spr. bénnthämm), Jeremy, der Begründer des Utilitarismus, geb. 15. Febr. 1748 zu London, bezog schon im 13. Jahre die Universität Oxford und promovierte 1764 als Baccalaureus. Er wurde 1772 Advokat; aber die Mißbräuche der engl. Gerichtspflege verleideten ihm den Beruf, so daß er ihm entsagte. Seitdem widmete er sich der Aufgabe, die Theorie einer vernunftgemäßen Gesetzgebung auszuarbeiten und für deren Verwirklichung zu sorgen. Er starb 6. Juni 1832. Als Schriftsteller trat er zuerst mit seinem gegen Blackstone gerichteten «Fragment on Government» (Lond. 1776) auf, durch welches er die Freundschaft Lord Shelburnes erwarb, der ihn mit den Häuptern der Whigs in Verbindung brachte. Es folgte die «Introduction to the principles of morals and legislation» (Lond. 1780, neue Ausg., 2 Bde., 1823). Da B. mit einem vollendeten System der Gesetzgebung nicht zum Abschluß gelangen konnte, so übernahm es sein Freund und