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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Berg; Berga; Bergadler; Bergahorn; Bergaigne

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Berg (Günther Heinr., Freiherr von) - Bergaigne

Ministerium des Auswärtigen angestellt. Alsdann trat er wieder mit Oberstenrang in die Armee zurück, unternahm 1822-24 mehrere Expeditionen gegen die Kirgisenstämme und 1825 eine Erforschung des Aralsees. 1826 zum Generalmajor befördert, diente er 1828 und 1829 gegen die Türken und nahm mit großer Auszeichnung an dem Feldzuge von 1831 in Polen teil. Zum Generallieutenant und Generalquartiermeister der Armee unter dem Feldmarschall Fürsten Paskewitsch ernannt, beschäftigte er sich hierauf mit der militär.-topogr. Aufnahme von Polen und erhielt 1843 mit dem Range als General der Infanterie den Posten eines Generalquartiermeisters des kaiserl. Generalstabes. Als Österreich 1849 die Hilfe Rußlands gegen die Ungarn in Anspruch nahm, ging B. als russ. Bevollmächtigter nach Wien und in das österr. Hauptquartier, wirkte im Interesse der Allianz zwischen den beiden Kaiserhöfen, verfeindete sich aber dabei mit Paskewitsch, dessen Operationen er tadelte. Mit der österr. Grafenwürde 25. Sept. 1849 belohnt, lehrte er nach Petersburg zurück, um die unter seiner Leitung begonnenen großartigen topogr. Arbeiten fortzusetzen. Beim Ausbruch des Orientkrieges erhielt B. 1854 den Auftrag, Neval und Esthland gegen die Flotte der Westmächte zu verteidigen, welche jedoch keinen Angriff gegen diese Punkte unternahm. Hierauf zum Generalgouverneur und Truppenkommandanten in Finland ernannt, bestand er das dreitägige Bombardement von Sweaborg, 8. bis 10. Aug. 1855, das für die Alliierten ohne Resultat blieb, und wofür ihm Alexander II. an seinem Krönungstage, 7. Sept. 1856, den Titel eines russ. Grafen verlieh, dem 1857 der finländ. Grafentitel folgte. In Finland selbst aber machte sich B., allen freisinnigen Ideen feindlich, so unbeliebt, daß der Kaiser, der ihm persönlich wohlwollte, ihn im Nov. 1861 von seinem Posten abrufen mußte. Beim Ausbruch der Unruhen in Polen wurde er Okt. 1863 zum Statthalter und Oberbefehlshaber der russ. Armee im Königreich ernannt, wo es ihm gelang, den Aufstand durch strenge Maßregeln zu dämpfen. Gleichzeitig bekämpfte er das russifikarorische und demokratische System des 1866 zum Staatssekretär für Polen ernannten Geheimrats Miljutin, wodurch er in Polen eine gewisse Popularität errang. Nachdem B. 1866 Generalfeldmarschall geworden war, starb er 18. Jan. 1874 zu Petersburg. - Vgl. Neue Bilder aus der Petersburger Gesellschaft (Lpz. 1874).

Berg, Günther Heinr., Freiherr von, deutscher Staatsmann und oldenb. Minister, geb. 27. Nov. 1765 zu Schwaigern bei Heilbronn, studierte 1783-86 in Tübingen die Rechte und ging dann nach Wetzlar und Wien, um die reichsgerichtliche Praxis kennen zu lernen. 1793 wurde er als außerord. Professor nach Göttingen berufen und zum Beisitzer des Spruchkollegiums ernannt, 1800 trat er als Hof- und Kanzleirat in die Justizkanzlei in Hannover ein und wurde zugleich Rechtskonsulent des Ministeriums. Bei der Auflösung der hannov. Justizkanzlei durch die westfäl. Regierung trat er als Regierungspräsident in fürstlich lippe-bückeburg. und 1815 als Oberappellationsgerichtspräsident in oldenb. Dienste. Bis 1821 vertrat er die 15. stimme beim Bundestage, kehrte aber 1823 nach Oldenburg zurück. Zum Geheimrat und zum zweiten Mitgliede des Kabinetts ernannt, führte er daselbst bis 1830 den Vorsitz im Oberappellationsgerichte. 1834 vertrat er neben Oldenburg die anhält, und schwarzb. Fürstentümer auf den Ministerialkonferenzen in Wien. B. wirkte für die innere Entwicklung des Landes sehr segensreich, wurde 1838 in den österr. Freiherrenstand erhoben, 1842 zum oldenb. Staats- und Kabinettsminister ernannt und starb 9. Sept. 1843 zu Oldenburg. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: «Handbuch des deutschen Polizeirechts» (7 Bde., Hannov. 1801-9) und «Abhandlungen zur Erläuterung der Rheinischen Bundesakte» (Bd. 1, ebd. 1808).

Berg, Karl Heinr. Edmund, Freiherr von, Forstmann, Sohn des vorigen, geb. 30. Nov. 1800 zu Göttingen, studierte auf der Forstakademie zu Dreißigacker, bezog dann die Universität Göttingen, verließ dieselbe aber 1818, um in Bückeburg, Lautenthal und Lauterberg am Harz sich zum Praktiker zu bilden. B. trat 1820 als Auditor bei den oberharzischen Berg- und Forstämtern zu Clausthal in hannov. Staatsdienste; 1821 wurde er Hilfslehrer an der daselbst neuerrichteten Forstschule, 1824 zum Forstschreiber mit Sitz und Stimme im Kollegium und 1830 mit dem Titel Oberförster zum Referenten im Berg- und Forstamte und Kontrolleur im Walde befördert. 1833 als Oberförster und Chef der Forstinspektion nach Lauterberg versetzt, führte er das Privatforstinstitut seines Vorgängers von Uslar zur Ausbildung praktischer Forstmänner fort. 1845 ging er als Oberforstrat, Direktor der Akademie für Forst- und Landwirte nach Tharandt in Sachsen. Unter seiner Mitwirkung wurden 1843 der Harzer und 1847 der Sächsische Forstverein gegründet. Nachdem B. 1866 in den Ruhestand getreten war, starb er 20. Juni 1874 zu Schandau. Er schrieb: «Anleitung zum Verkohlen des Holzes» (Darmst. 1830; 2. Aufl. 1860), «Das Verdrängen der Laubwälder im nördl. Deutschland durch die Fichte und Kiefer» (ebd. 1844), «Die Jagdfrage im J. 1848 und die deutsche Jagdgesetzgebung vom J. 1848» (Lpz. 1849), «Die Staatsforstwirtschaftslehre» (ebd. 1850), «Aus dem Osten der österr. Monarchie» (Dresd. 1860), «Pürschgang im Dickicht der Jagd- und Forstgeschichte» (ebd. 1869), «Geschichte der deutschen Wälder» (ebd. 1871). Ferner bearbeitete er neu Cottas «Waldbau» (7. u. 8. Aufl., Lpz. 1849, 1856) und Jesters Werk «Die kleine Jagd» (3. u. 4. Aufl., ebd. 1848, 1859). 1846-64 leitete er die Redaktion des «Forstwissenschaftlichen Jahrbuchs der Akademie Tharandt» (Bd. 3-16, ebd.).

Berg, O. F., Pseudonym für O. F. Ebersberg (s. d.).

Berga, Stadt im Verwaltungsbezirk Neustadt des Großherzogtums Sachsen-Weimar, an der Weißen Elster und an der Linie Wolfsgefärth-Weischlitz der Sächs. Staatsbahnen, Sitz eines Zollamtes, hat (1890) 1217 evang. E., Post, Telegraph, neues Rathaus, altes Schloß mit Park, Hospital, Sparkasse; drei mechan. Webereien, Mühlen, Sandstein- und Schieferbrüche.

Berga, Bezirkshauptstadt in der span. Provinz Barcelona, eine der ältesten Städte Cataloniens, auf einem der Ausläufer der Sierra del Cadi in 719 m Höhe, an einem rechten Nebenflüßchen des Llobregat, hat (1887) 4859 E., Post, Telegraph, ein altes Schloß, ein 1290 gegründetes Hospital, Baumwollspinnerei und -Weberei. B. spielte in den Karlistenkriegen eine Rolle.

Bergadler, soviel wie Steinadler (s. Adler).

Bergahorn, s. Ahorn.

Bergaigne (spr. -gänj), Abel, franz. Sanskritforscher, geb. 31. Aug. 1838 in Vimy (Pas-de-^[folgende Seite]