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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bergbarte; Bergbau

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Bergbarte – Bergbau

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bergbahnen'

fall in eine Reibungsbahn umgewandelt. Neuerdings gewinnt das Abtsche System immer mehr Oberhand. Dasselbe vereinigt Adhäsions- und Zahnradbetrieb; der Zahnradmechanismus wird nur bei größerer Steigung in Thätigkeit gesetzt. Von andern derartigen gemischten Systemen unterscheidet sich das Abtsche System dadurch, daß die Abtsche Lokomotive nach Ausschaltung der Zahnräder mit der Geschwindigkeit einer Adhäsionslokomotive fahren kann. Das Abtsche Zahnradsystem ist in Deutschland 1885 bei der Harzbahn von Blankenburg über Elbingerode nach Tanne zur Anwendung gekommen; in Österreich sind mehrfach Zahnradbahnen nach dem Abtschen System geplant und eine solche zwischen Eisenerz und Vordernberg in der Ausführung. Von Adhäsionsbergbahnen sind zu nennen: die Rigi-Scheideckbahn (6,620 km) und die Ütli-Bergbahn (9,050 km). Seilbahnen bestehen auf den Croix Rousse bei Lyon (0,490 km), auf den Ofener Schloßberg (0,800), auf den Mount-Auburn in Cincinnati (0,260), in Jersey-City (Amerika), Lausanne-Ouchy (1,480), zum Gießbach (Schweiz, 0,320), auf den Vesuv (0,820), Territet-Glion (0,600), Gütschbahn bei Luzern (0,162), Marzilibahn bei Bern (0,105), Lugano-Bahnhof (0,248), Biel-Magglingen (1,625), Bürgenstockbahn (0,827), Havre-La Côte (0,330), Neapel-Bomero (0,561), Monte-Santo (0,796), San Salvatore (1,650), Zürichbergbahn (0,167), Beatenbergbahn (1,598), in Pittsburgh (Amerika, 0,190 km), ferner zum Heidelberger Schloß und Durlach-Turmberg. Von Zahnradbahnen sind im Betriebe: die bereits oben erwähnte von Vitznau nach Rigi (6,860 km), von Arth nach Rigi (11,480), Nußdorf-Kahlenberg (5,500), Budapest-Schwabenberg (8,030), Rorschach-Heiden (7,108), Wasseralfingen (1,790), Rüti, Kanton Zürich (1,130),Friedrichssegen bei Oberlahnstein (2,500), Rüdesheim-Niederwald (2,300), Altmannshausen-Niederwald (1,450), Geisberg (5,500), die Bahn auf den Pilatus (4,270) und die gleichfalls schon oben angeführte Linie von Blankenburg nach Tanne (27 km); ferner die Sektion Lauterbrunnen-Grütschalp (1,272 km) der Lauterbrunnen-Mürrenbahn, deren Fortsetzung bis Mürren (4,3 km) eine elektrische Adhäsionsbahn ist; die Monte-Generosobahn (9,3 km); die Schafbergbahn (5,8 km); die Brienzer Rothhornbahn (7,784 km), 15. Juni 1892 eröffnet, ist die höchste Alpenbahn und 67 m höher als die Pilatusbahn; die Sektion Hirschsprung-Hinterzarten der Höllenthalbahn (17,175 km); die Wengernalpbahn von Lauterbrunnen nach Grindelwald (17,91 km), die Schynige Plattebahn (7,2 km), die Glion-Nayebahn (7,65 km), die elektrische Zahnradbahn auf den Mont-Salève bei Genf. Geplant sind außerdem B. von Zermatt einerseits auf den berühmten Aussichtspunkt Gornergrat, andererseits auf das Matterhorn, sowie von Aibling in Bayern auf den Wendelstein (s. d.) u. a. Wegen des Planes einer Bahn auf die Jungfrau s. d. Von außereurop. Zahnradbahnen ist die 5,4 km lange, 1867 zur Ersteigung des höchsten und schönsten Punktes der Weißen Berge in Amerika erbaute Bahn auf den Washington zu erwähnen. – Vgl. Heusinger von Waldegg, Handbuch für specielle Eisenbahntechnik, Bd. 1 (Lpz. 1877); Weber, Schule des Eisenbahnwesens (4. Aufl., ebd. 1885); Löwe, Der Schienenweg der Eisenbahnen (Wien 1887).

Bergbarte, s. Barte.

Bergbau, die Aufsuchung und Gewinnung nutzbarer Mineralien. Diese kommen in besondern ↔ Lagerstätten vor, deren Aufsuchung durch Schürfen (s. d.) und mittels Bergbohrer (s. d.) erfolgt.

Die Gewinnung geschieht durch Häuer- oder Gewinnungsarbeiten mit Hilfe von Werkzeugen, sog. Gezähen, und Maschinen. Die verschiedenen Gewinnungsarbeiten sind:

  • 1) Wegfüllarbeit für rollige Massen, wie Gerölle, Sand, gewonnene Erze, Kohlen u.s.w.;
  • 2) Keilhauenarbeit;
  • 3) Schlägel-und Eisenarbeit;
  • 4) Hereintreibearbeit;
  • 5) Sprengarbeit;
  • 6) Feuersetzen;
  • 7) Arbeiten unter Zuhilfenahme von Wasser.

Die Wegfüllarbeit erfolgt bei Massen von feinem Korn oder wenigstens mit glatter Unterlage mit der Schaufel, sonst besser mit Kratze und Trog. – Die Keilhauenarbeit wird bei milden Gebirgsmassen, wie Letten, Schieferthon, Gips, Steinsalz, Kohlen angewendet. Das dabei benutzte Gezähe ist die Keilhaue. Die einfache Keilhaue (Fig. 1) besteht aus einem etwas gebogenen eisernen Blatt mit verstahlter Spitze; die doppelte (Fig. 2) kann vom Helm gelöst werden; bei der Keilhaue mit gußstählernen Einsatzspitzen (Fig. 3) brauchen nur die letztern nach der Schmiede und bis zur Arbeit geschafft zu werden, ebenso das Blatt d der Mansfelder Keilhaue (Fig. 4), das mit dem Schwanz b eingesteckt wird.


Figur 3:


Figur 2:


Figur 1:


Figur 4:

Die wichtigste Anwendung der Keilhaue ist das Herstellen von Schrämen und Schlitzen d.h. schmalen Einschnitten im Flöz parallel oder rechtwinklig zur Flözebene, um bei leichterer Gewinnung möglichst viel Stückkohlen zu erzielen. Diese beschwerliche Arbeit durch Schrämmaschinen zu besorgen ist bisher noch wenig gelungen. Die Schlägel- und Eisenarbeit ist seit Einführung der Sprengarbeit keine eigentliche Gewinnungsarbeit mehr. Gegenwärtig stellt man mit ihr ebene Gesteinsflächen für verschiedene Zwecke her. Das dabei verwendete Gezähe sind der Schlägel und das Bergeisen. Das Bergeisen (Fig. 5) wird mit der Spitze auf das Gestein gesetzt und das letztere durch Aufschlagen mit dem Fäustel (Fig.7 und 8) abgesprengt. – Die Hereintreibearbeit wendet man zur Gewinnung von schon teilweise gelösten Gesteinsmassen oder von unterschrämter Kohle an, indem man Keile mit schweren Fäusteln eintreibt. Auch der Spitzhammer (Fig. 6) und die Brechstange werden dabei verwendet. – Die Sprengarbeit oder Bohr- und Schießarbeit

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 757.