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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Berlin (Friedhöfe)

letztere ist 1881–82 durch von der Hude in größern Verhältnissen umgebaut worden. Die beiden außer Zusammenhang mit ihnen stehenden prächtigen Kuppeltürme (70,6 m) ließ Friedrich d. Gr. 1780–85 durch C. von Gontard hinzufügen. Die Dorotheenstädtische Kirche, 1678–87 von Langenveld erbaut, 1861–62 von Habelt umgeschaffen, mit dem Denkmal des Grafen von der Mark (gest. 1787), Sohnes Friedrich Wilhelms Ⅱ. und der Gräfin Lichtenau (1790, von Schadow) und dem Grabmal des Staatskanzlers Fürsten Hardenberg. Am Werderschen Markt die Friedrich-Werdersche Kirche, ein 1824–30 von Schinkel im got. Stil aufgeführter Backstein- und Terracottabau mit zwei stumpfen Türmen (43 m); im Innern als Altarbild eine Auferstehung von C. Begas dem Ältern; in Alt-Kölln die 1846–50 von Strack erbaute Petrikirche, ein Backsteinbau im got. Stil, dessen Turm (96,4 m) das höchste Bauwerk der Stadt ist; an der Weberstraße die Marcuskirche, 1848–55 in roman. Stil nach Stülers Plänen erbaut, mit 47 m hoher Kuppel und 60 m hohem Turm. Am ehemaligen Königsthor die 1854–58 von Stüler errichtete Bartholomäuskirche, ein got. Backsteinbau mit 64 m hohem Turm. In neuerer Zeit ist B. um verschiedene schöne evang. Gotteshäuser bereichert worden: am Mariannenplatz (südöstlich) die Thomaskirche, 1864–69 von Adler erbaut; in der Rosenthaler Vorstadt (nördlich) die Zionskirche mit 66 m hohem Turm, 1866–73 von Orth erbaut; auf dem Weddingplatz die nach Orths Entwurf 1884 vollendete roman. Dankeskirche, die beiden letzten gestiftet nach den Attentaten auf Wilhelm Ⅰ. 1861 und 1878; in der Nähe des Blücherplatzes die Kirche zum heiligen Kreuz, von Otzen (1888), got. Backsteinbau mit Kuppelturm. Zu zahlreichen evang. Kirchen wurde der Grundstein gelegt: Gnadenkirche (Entwurf von Spitta) im Invalidenpark (1895 eingeweiht), Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Entwurf von Schwechten) an der Hardenbergstraße, Himmelfahrtkirche im Humboldthain, Gethsemanekirche an der Schönhauser Allee (1893), Emmauskirche auf dem Lausitzer Platz (1893; die letzten 3 von Orth), Lutherkirche auf dem Dennewitzplatze (1894, von Otzen), Samariter- und Auferstehungskirche (1894 und 1892), Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche im Thiergarten (1892) u. a. – Die (erste) katholische St. Hedwigskirche am Opernplatz, als Rundbau 1747–73 erbaut, ist über der Kuppel mit Laterne und Kreuz versehen und das Innere durch Hasack (1886–87) ausgestattet worden. Die (zweite) St. Michaelskirche am Engelbecken, eine der schönsten B.s, ist als kath. Garnisonkirche 1853–56 nach Sollers Entwurf erbaut, mit einer Kreuzabnahme Christi von Begas und einer 57 m hohen Kuppel. Die (dritte) kath. Piuskirche, ein got. Backsteinbau nach Plänen Hasacks, wurde 26.Sept. 1894 eingeweiht. Einen großartigen Eindruck macht auch die Neue Synagoge (3000 Sitzplätze) in der Oranienburger Straße, in maur. Stil nach Knoblauchs Entwürfen 1859 begonnen, unter Stülers Leitung 1866 vollendet, mit einer 50 m hohen vergoldeten Kuppel und einer schmalen Front, die sich nach hinten bis zu 40 m bei 96,6 m Tiefe erweitert; ferner die Synagoge in der Lindenstraße in mittelalterlichem Stil, von Cremer und Wolffenstein 1890 vollendet.

Friedhöfe. Nur wenige, ältern Ursprungs, befinden sich noch mitten in der Stadt, darunter der Luisenkirchhof, der alte Sophienkirchhof mit den Gräbern von Zelter (gest. 1836) und Leop. von Ranke (gest. 1886), der alte Garnisonkirchhof mit den Gräbern von de la Motte Fouqué (gest. 1843) und von Lützow (gest. 1834). Die nebeneinander befindlichen, der alte franz. Kirchhof mit den Gräbern des Ministers Ancillon (gest. 1837) und des Schauspielers L. Devrient (gest. 1832) und der alte Dorotheenstädtische Kirchhof mit den Gräbern des Arztes Hufeland, der Philosophen Fichte, Hegel, der Bildhauer Schinkel, Rauch, Schadow, der Baumeister Hitzig, Stühler, der Philologen Buttmann und Böckh. Mehr außerhalb im Norden liegen der neue franz. und der kath. Friedhof mit den Gräbern von P. von Cornelius, K. Begas sowie der neue Dorotheenstädtische. Der Invalidenkirchhof mit den Grabstätten berühmter Offiziere: Scharnhorst (5,6 m hohes Marmordenkmal nach Schinkels Entwurf, 1826 errichtet), Friesen, Winterfeldt, Boyen; der neue Sophienkirchhof mit dem Grabe Lortzings; der Nicolai- und Marienkirchhof mit den

^[Abb.: Fig. 1. Dom (Querschnitt)]

^[Abb.: Fig. 2. Dom (Grundriß)]