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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Berlin (Mineralquellen. Vergnügungsorte und Umgebung)

Apparate), 6 Stadtfernsprechämter mit 50589,4 km Leitungen, 47 öffentlichen und 22201 andern Sprechstellen (108573414 Gespräche). Die 45 Rohrpostämter arbeiten mit 86,3 km Röhrenleitungen. Das Personal zählt 13270 Köpfe, nämlich 5413 Beamte, 6860 Unterbeamte und 997 außerhalb des Beamtenverhältnisses stehende Personen. Es giebt 1655 Briefkasten und 1 Posthalterei mit 877 Pferden.

Der Verkehrsumfang war:

Eingegangen Aufgegeben Zusammen

Briefe, Postkarten, Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben 207496990 227270430 434767420

Zeitungsnummern 16330700 267158348 283489048

Pakete ohne Wertangabe 7683977 13828155 21512132

Telegramme 2881446 3430509 6311955

Der Umfang der Wertsendungen betrug:

Wertsendungen Eingegangen Aufgegeben Zusammen

Anzahl Wert in Mark Anzahl Wert in Mark Anzahl Wert in Mark

Briefe und Pakete mit Wertangabe 883483 1380867900 928628 1434720200 1812111 2815588100

Postanweisungen 10532490 575349126 5407908 327758470 15940398 903107596

Postnachnahmesendungen 742655 3773000 2182500 19860100 2925155 23633100

Postaufträge 221134 25997500 708270 - 929404 -

Pferdebahnen. Die meisten Pferdebahnlinien durchziehen die Hauptstraßen der Stadt und verbinden das Innere derselben mit den benachbarten Ortschaften, wie Charlottenburg, Westend, Schöneberg, Pankow, Weißensee, Rixdorf, Tempelhof, Mariendorf, Tegel, Treptow, Lichtenberg u. s. w. Der Verkehrsumfang der drei Pferdeeisenbahnaktiengesellschaften war (1891) folgender:

Gesellschaften Gleislänge Wagen Pferde Dienstpersonal Beförderte Personen

km im Jahr pro Tag

1) Große Berliner 249,678 998 5075 3634 124800000 341917,80

2) Berlin-Charlottenburger 29,173 95 326 261 6019063 16490,58

3) Neue Berliner 34,448 127 665 550 14101500 38634,24

Trotz des großen Verkehrs kamen nur 1415 Betriebsstörungen, 2214 Zusammenstöße und 1438 Unfälle vor. Die Einnahme betrug 14,614 Mill. M., die prozentuale Abgabe aus der Personenbeförderung an die Stadtgemeinde 1,108 Mill. M. (gegen 1,046 Mill. M. im Vorjahre); die gesamte Abgabe einschließlich Pflasterrente (238358 M.), Steuern, Chausseegeld und Straßenreinigung, aber ausschließlich Pflasterkosten, stellte sich auf rund 1,603 Mill. M.

Omnibusgesellschaften. a. Die Allgemeine Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft (411 Angestellte) beförderte (1891) 20,872 Mill. Personen mit 150 Wagen und 1470 Pferden, und hatte eine Einnahme von 2,327 Mill. M. (12⅓ Proz. Dividende).

b. Die Neue Berliner Omnibus- und Paketfahrt-Aktiengesellschaft betreibt neben der Personen- auch die Paket- und Briefbeförderung. Über 75 Omnibus- und 115 Paket-, Brief- und Arbeitswagen sowie 664 Pferde verfügend, beförderte dieselbe (1891) 6866601 Personen und 2058982 Gepäckstücke. ^[Spaltenwechsel]

Außerdem wird sie auch für die Einziehung von Rechnungen, Quittungen,Vereinsbeiträgen,namentlich von auswärtigen Interessenten viel benutzt.

An Droschken waren (1891) vorhanden: 3187 Ⅰ. Klasse und 2460 Ⅱ. Klasse mit zusammen 8009 Pferden, und als weitere Fahrgelegenheit treten noch 284 Thorwagen (Kremser) mit 379 Pferden hinzu.

Schiffahrt. Im J. 1894 kamen an (gingen ab): 3504 (3499) Personen-, 4304 (4295) Schlepp- und 30 (30) Kettendampfer, ferner an Güterschiffen 612 (626) Dampfer, darunter 86 (8) unbeladene; auf Dampfschiffen kamen an 44688 (35889) t Güter; ferner 37312 (36909) Segelschiffe, darunter 3630 (31435) unbeladene mit zusammen 4429160 (496239) t Gütern; unter den angekommenen Schiffen waren 274 ausländische.

Die Spree- und Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft «Stern», 8. Aug. 1888 gegründet, übernahm zuerst das Dampfschiffahrtsgeschäft von A. Gebhardt in Potsdam mit 4 Dampfern, sowie von der Stralauer Dampfschiffahrtsgesellschaft deren 5 Dampfer mit allem Zubehör und erwarb bald darauf auch das Geschäft der Berliner Dampfschiffahrtsgesellschaft mit 14 Dampfern, baute noch 10 neue Dampfer und ist somit im Besitz von 33 Dampfschiffen. 1891 wurden 446111 Personen mit Fahrkarten befördert und an 299 Gesellschaften und Vereine Dampfer vermietet. Im Winter ist die Schiffahrt unterbrochen.

Mineralquellen. Im Dez. 1887 wurde bei den durch die Direktion des Admiralsgartenbades angestellten Bohrungen in der Tiefe von 236 m eine Solquelle gefunden, die eine Temperatur von 15,2° C. hat und 144 l Sole in der Minute liefert, seitdem sind bis Mai 1889 noch in einer Tiefe von 206 bis 261 m sechs andere Quellen von einer Temperatur von 10° bis 15° C. und annähernd gleicher Beschaffenheit der Sole in den verschiedensten Teilen der Stadt erbohrt worden. Sie enthalten in 1000 Gewichtsteilen etwa 29 feste Bestandteile, worunter 26,7 Chlornatrium, ferner Chlorcalcium, Chlormagnesium, schwefelsauren Kalk, Chlorkalium u. a. – Vgl. Fresenius, Chem. Analyse der Solquelle im Admiralsgartenbad zu B. (Wiesb. 1888); Berendt, Die Solbohrungen im Weichbilde der Stadt B. (im «Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt», 1889).

Vergnügungsorte und Umgebung. Zu den zahlreichen Vergnügungsgelegenheiten innerhalb der Stadt kommen außerhalb der Stadt noch eine Menge andere: so die regelmäßigen Pferderennen in Carlshorst und in Hoppegarten, die Trabrennen in Weißensee und Westend, Wettfahrten der Radfahrer in ihrer Rennbahn am Kurfürstendamm, Ruderregatten auf dem Rummelsburger See und Langen See bei Grünau, Segelregatten auf dem Wannsee und Müggelsee, Skating-Rink in der Unionsbrauerei (Hasenheide). Die größern Vergnügungsetablissements, wie Tivoli, Berliner und Spandauer