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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Berliner Tageblatt - Berliner Vertrag

Verkehrseinnahmen und Erträge ans Vermietungen u. s. w. der Stadtbahn (Schlesischer Bahnhof-Westend) seit der Eröffnung:

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Jahr Einnahme aus dem Stadt-, Vorort- und Fernverkehr einschließlich des Gepäckverkehrs M. Mietserträge der Stadtbahnbogen M. Mietserträge für Postdiensträume, für Bahnhofswirtschaften und für Grundstücke M. Von den Stadtbahnbogen waren zur Vermietung verfügbar am Ende des Jahres (Räume) Von den Stadtbahnbogen waren vermietet am Ende des Jahres (Räume)

Vom 7. Febr. bis 31. März 1882 277 948 10 569 10 214 453 58

1882/83 1 996 533 99 070 95 583 453 115

1883/84 2 376 929 132 693 59 469 455 118

1884/85 2 379 265 169 902 79 357 460 148

1885/86 2 600 076 194 233 94 081 462 208

1886/87 3 013 285 237 134 97 711 462 247

1887/88 3 118 599 213 938 97 738 475 284

1888/89 3 449 490 358 680 103 583 475 301

1889/90 4 053 059 396 668 101 945 477 318

1890/91 4 347 225 417 031 95 160 477 318

1891/92 4 644 331 484 822 103 787 477 339

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* Mit dem Markthallengüterverkehr (792 236 M.) also Gesamteinnahme 6025 176 M.

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An Betriebsmitteln sind 87 Lokomotiven und 320 Personenwagen II. und III. Klasse vorhanden. Die Gesamtleistung derselben betrug 1891/92: 3 277 212 Lokomotiv- und 50 354 774 Achskilometer (s. Eisenbahnstatistik). Die Fahrpreise auf der Stadtbahn, der Ringbahn und im Wechselverkehr beider betragen von jeder Station bis zur nächstfolgenden fünften (einschließlich) 10 Pf. in III., 15 Pf. in II. Klasse, darüber hinaus 20 und 30 Pf. Gepäckabfertigung wird bahnseitig nicht übernommen. Für die Verbindung Berlins mit seinen Vororten besteht ein durch besondere Züge bedienter Vorortverkehr, der bis 1891 im O. bis Erkner und Lichtenberg, im SO. bis Grünau und Königs-Wusterhausen, im SW. bis Potsdam, im NW. bis Spandau sich erstreckte. Mit der Eröffnung der Wannseebahn (1. Okt. 1891) wurde dies Gebiet ganz wesentlich erweitert. Es wird nunmehr begrenzt durch die Stationen Fürstenwalde der Linie nach Breslau, Strausberg der Linie nach Eydtkuhnen, Bernau der Linie nach Stettin, Oranienburg der Linie nach Stralsund, Nauen der Linie nach Hamburg, Potsdam und Werder der Linie nach Magdeburg, Groß-Lichterfelde der Linie nach Halle, Zossen der Linie nach Dresden, Königs-Wusterhausen der Linie nach Görlitz und Tegel der Linie nach Cremmen.

Seit 1. Okt. 1891 sind die Fahrpreise der Vorortzüge zonenweise besonders ermäßigt und betragen in III. Klasse bis 7,5 km Entfernung 10 Pf., von 7,5 bis 15 km 20 Pf., von 15 bis 20 km 30 Pf.; bei weitern Entfernungen wird für jedes Kilometer ein Betrag von 3 Pf. zugeschlagen. Die Preise für die II. Klasse erhöhen sich um 50 Proz. Für die bahnseitig übernommene Gepäckbeförderung ist für jedes Stück eine Fahrkarte III. Klasse zu lösen. Im Vorortverkehr mit Stationen der Stadt- und Ringbahn werden die Fahrpreise zwar ebenfalls nach der wirklichen Entfernung durchgerechnet: ergeben sich hierbei aber höhere Beträge, als wenn an die Fahrpreise der betreffenden Vorortstrecken für die Stadt- und Ringbahnstrecken die Sätze nach dem Zonentarif der Stadt- und Ringbahn angestoßen würden, so werden letztere den Beträgen für die Vorortstrecken zugerechnet. Im Fern- und Vorortverkehr mit Stationen der Berliner Stadtbahn werden seit 1. April 1890 alle Sätze nach der wirklichen Entfernung der Station Friedrichstraße berechnet. Die Fahrkarten gelten in der Richtung von Osten nach allen Stadtbahnstationen bis Charlottenburg, in der Richtung von Westen bis Schles. Bahnhof. Die frühern Zuschläge für die Stadtbahn sind beseitigt; besondere Fahrkarten für die einzelnen Stadtbahnstationen werden auf den Fernstationen nicht mehr verkauft, die Fahrkarten lauten auf "Stadtbahn". Im Durchgangsverkehr zwischen Osten und Westen über die Stadtbahn werden seit 1. April 1890 für die Stadtbahn ebenfalls die örtlichen Entfernungen, nicht mehr die frühern festen Zuschläge, der Preisberechnung zu Grunde gelegt. Für Arbeiter werden im Stadt-, Ring- und Stadtringbahnverkehr sowie im Vorortverkehr Fahrkarten zu ermäßigten Preisen verabfolgt, auch werden Zeitkarten (Abonnementskarten) mit Preisermäßigung ausgegeben. Die Durchlochung und Abnahme der Fahrkarten wird von Beamten an dem Ein- und Ausgange der abgeschlossenen und nur mit Fahrkarten zugänglichen Stationen bewirkt. Die Bahnsteige der Ferngleise dürfen ebenfalls nur mit Fahr- oder Bahnsteigkarten betreten werden.

Neuerdings machen sich Bestrebungen nach einer Erweiterung der B. S.- u. R. geltend. Wegen des Baues der elektrischen Hochbahn und der elektrischen Untergrundbahn s. Berlin, Verkehrswesen (S. 810 b). Die B. S.- u. R. untersteht einem besondern Betriebsamt der Königl. Eisenbahndirektion zu Berlin. - Vgl. Archiv für Eisenbahnwesen (1888, 1891 u. 1893).

Berliner Tageblatt, 1872 gegründete, täglich zweimal (Sonntags nur einmal) in Berlin erscheinende polit. Zeitung freisinniger Richtung, mit Feuilleton. Auflage: etwa 65 000; Verleger: Rudolf Mosse in Berlin; Redacteur: Arthur Levysohn; für die humoristische Beilage "Ulk": Schmidt-Cabanis und Scherenberg (Illustrateur).

Berliner Vertrag, der geheime Vertrag des Königs Friedrich Wilhelm I. von Preußen mit Kaiser Karl VI. vom 23. Dez. 1728, durch den Friedrich Wilhelm die frühere anti-österreich. Politik völlig aufgab und die schon im Wusterhausener Vertrage 1726 ausgesprochene Garantie für die Pragmatische Sanktion (s. d.) erneuerte, wogegen der Kaiser die preuß. Ansprüche auf das Herzogtum Berg anerkannte und nach dem Aussterben des pfalzneuburgschen Hauses Preußen in der Erwerbung