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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bernhard; Bernhardi; Bernhardin; Bernhardiner; Bernhardinerkraut; Bernhardinerkrebs; Bernhardt

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Bernhard (von Nordalbingen) - Bernhardt

Bernard (Lille 1889); Hofmeister, B. v. C. (2 Tle., Berl. 1889-90); Janauschek, Xenia Bernardia (6 Bde., Wien 1891); Wurm, Der heilige B. (Paderb. 1891).

Bernhard von Nordalbingen, s. Basedow.

Bernhard, Karl, s. Saint-Aubain.

Bernhardi, Aug. Ferd., Schriftsteller, geb. 24. Juni 1770 zu Berlin, studierte zu Halle Philologie. Seit 1791 Lehrer am Werderschen Gymnasium in Berlin, kam er in Verbindung mit Tieck, den beiden Schlegel, Schleiermacher und Fichte, wurde Theaterkritiker und veröffentlichte mit Tieck die «Bambocciaden» (3 Bde., Verl. 1797-1800), komische Erzählungen und dramat. Darstellungen. 1808 wurde er Direktor des Werderschen Gymnasiums, 1816 Konsistorialrat, im März 1820 Direktor des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums, starb aber schon 2. Juni 1820. B. war seit 1799 mit Sophie, einer Schwester Tiecks, verheiratet, von der er sich jedoch 1805 scheiden ließ. Aus dem Nachlas; beider gab ihr Sohn Wilhelm B., Shakespeare-Kenner und Dramatiker, geb. 1800, gest. 24. Aug. 1879 zu Berlin, «Reliquien. Erzählungen und Dichtungen» (3 Bde., Altenb. 1847) heraus. B. veröffentlichte noch: «Anfangsgründe der Sprachwissenschaft» (Berl. 1805), «Sprachlehre» (2 Bde., ebd. 1801-3) und «Ansichten über die Organisation der gelehrten Schulen» (Jena 1818).

Bernhardi, Karl Christian Sigismund, Gelehrter und Politiker, geb. 5. Okt. 1799 zu Ottrau in Kurhessen, studierte 1816 -19 Theologie und Philologie zu Marburg, war dann Hauslehrer, wurde 1826 zum Universitätsbibliothekar in Löwen ernannt und 1829 als Nachfolger J. Grimms zum Oberbibliothekar der Museumsbibliothek nach Cassel berufen, wo er 1831 die Zeitschrift «Der Verfassungsfreund» gründete. Er wurde von mehrern Wahlbezirken zum Abgeordneten für die Ständeversammlung gewählt, doch verweigerte ihm die Regierung stets den Urlaub. Im Mai 1848 trat er als Abgeordneter für den Wahlbezirk Eschwege in die Deutsche Nationalversammlung, wo er sich den polit. Freunden Heinrichs von Gagern anschloß. Hier gab er die «Flugblätter aus der Deutschen Nationalversammlung» heraus. 1867 wurde er in das preuß. Abgeordnetenhaus und in den Norddeutschen Reichstag gewählt, wo er sich der nationalliberalen Partei anschloß; doch legte er 1870 seine Mandate nieder. B. starb 1. Aug. 1874 zu Cassel. Außer vielen zerstreuten Aufsätzen und der gekrönten Preisschrift «De excidio regni judaici» (Löwen 1824) veröffentlichte er (Cassel 1842) eine Übersetzung von de Gerandos Werk «Des progrès de l'industrie», «Sprachkarte von Deutschland» (ebd. 1844; 2. Aufl. von Stricker, 1849), «Die Sprachgrenze zwischen Frankreich und Deutschland» (ebd. 1871).

Bernhardi, Theodor von, Historiker und Diplomat, geb. 6. Nov. 1802 in Berlin, verlebte seine Jugend in Esthland und Petersburg, studierte in Heidelberg Geschichte und brachte dann längere Zeit auf Reisen in Deutschland und im Auslande zu. 1865 zum preuß. Legationsrat ernannt, nahm B. am Kriege 1866 als preuß. Militärbevollmächtigter bei der ital. Armee teil, mit dem Auftrage, Lamarmora zu einer erfolgreichern, den preuß. Interessen ernstlich dienenden Kriegführung zu bestimmen, war dann in diplomat. Aufträgen in Italien und 1869-71 in Spanien. Seitdem lebte B. zurückgezogen auf seiner Besitzung zu Kunnersdorf bei Hirschberg in Schlesien, wo er 12. Febr. 1887 starb. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: «Versuch einer Kritik der Gründe, die für großes und kleines Grundeigentum angeführt werden» (Petersb. 1849), «Geschichte Rußlands und der europ. Politik von 1814 bis 1831» (Bd. 1-3, Lpz. 1863-77), die «Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Grafen von Toll» (4 Bde., 2. Aufl., ebd. 1866), «Vermischte Schriften» (2 Bde., Berl. 1879), «Friedrich d. Gr. als Feldherr» (2 Bde., ebd. 1881), «Reiseerinnerungen aus Spanien» (ebd. 1886). Aus seinem Nachlaß erschien: Aus dem Leben Theodor von B.s (Tl. 1: «Jugenderinnerungen», Lpz. 1893; Tl. 2: «Unter Nikolaus I. und Friedrich Wilhelm IV.», 1893; Tl. 3: «Die Anfänge der neuen Ara», 1894; Tl. 4: «Die ersten Regierungsjahre König Wilhelms I.", 1895).

Bernhardin, Bergpaß, s. Bernardino (San).

Bernhardin von Siena, der Heilige, aus der altadligen Familie der Albiceschi, geb. 8. Sept. 1380 zu Massa-Carrara, verteilte sein Vermögen an die Armen, pflegte in der Pest 1400 mit Todesverachtung die Kranken und trat 1404 in den Franziskanerorden. Unzufrieden mit der hier herrschenden Laxheit, sonderte sich B. mit einigen Gesinnungsgenossen ab und gründete kleinere Niederlassungen, wo sie streng nach der Regel des Ordens lebten. Unter Eugen IV. 1438 zum Generalvikar ernannt, führte er wenigstens einen Teil des Ordens zur alten Strenge zurück. Schon zu feinen Lebzeiten gab es 500 Klöster mit Brüdern der strengen Observanz. B. starb 20. Mai 1444 und ward 1450 von Nikolaus V. heilig gesprochen. Als volkstümlicher Prediger gewann er außerordentlichen Beifall. Seine Schriften sind hg. von Peter Rudolf, Bischof von Sinigaglia (4 Bde., Vened. 1591). - Vgl. Toussaint, Das Leben des heiligen B. (Regensb. 1873); Banchi, Bernardino da Siena (3 Bde., Siena 1888).

Bernhardiner, Hund, s. Doggen.

Bernhardiner, Mönchsorden, s. Cistercienser.

Bernhardinerkraut, s. Cnicus.

Bernhardinerkrebs, Bernhardskrebs, s. Einsiedlerkrebse.

Bernhardt, August, Forstmann, geb. 28. Sept. 1831 zu Sobernheim a. d. Nahe, studierte auf der Forstakademie Eberswalde, wurde 1864 Oberförster zu Lützel in Westfalen und 1869 Mitglied der Prüfungskommission in Berlin. Er kam 1871 als Forstinspektionsbeamter nach Metz, wurde in demselben Jahre Dirigent des forstlichen Versuchswesens in Eberswalde, zugleich Lehrer an der Akademie daselbst; 1872 wurde er zum Forstmeister und 1878 als Oberforstmeister zum Direktor der Forstakademie Münden ernannt. Er starb daselbst 14. Juni 1879. B. war seit 1873 Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses, wo er der nationalliberalen Partei angehörte. Er schrieb: «Geschichte des Waldeigentums, der Waldwirtschaft und Forstwissenschaft in Deutschland» (3 Bde., Berl. 1872-75), sein Hauptwerk; ferner «Die Haubergswirtschaft im Kreise Siegen» (Münster 1867), «Die Waldwirtschaft und der Waldschutz» (Berl. 1869), «Die forstlichen Verhältnisse von Deutsch-Lothringen» (ebd. 1871), «Forststatistik Deutschlands» (ebd. 1872), «Eichenschälwald-Katechismus» (ebd. 1877), «Chronik des deutschen Forstwesens", die B. begründete (bis zu seinem Tode fünf Jahrgänge).

Bernhardt (Bernard), Rosie, genannt Sarah, franz. Schauspielerin, geb. 22. April 1843 zu Havre (oder 22. Okt. 1844 zu Paris). Ihre Mutter war eine deutsch-jüd. Musiklehrerin; ihr natürlicher