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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bertin; Bertinazzi; Bertini; Bertinot; Bertold; Bertoldo di Giovanni; Bertole Viale; Bertoloni; Berton

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Bertin (Antoine) - Berton (Henri Montan)

Die Schwester der beiden Brüder, Louise Angelique B., Komponistin und Dichterin, geb. 15. Jan. 1805 in Les Roches bei Bièvre, gest. 20. April 1877 zu Paris, lieferte 1827 dem Theater Feydeau die kleine komische Oper «Le loup-garou », die mit Beifall aufgenommen wurde. Eine zweite Oper, «Fausto» (1831), war nicht ohne Originalität. Ihre «Esmeralda» (Text von V. Hugo) fand 1830 in der franz. Großen Oper eine kühle Aufnahme. Ein Band Gedichte, «Les Glanes» (1842), wurde von der Französischen Akademie gekrönt.

Bertin (spr. -täng), Antoine, franz. Dichter, geb. 10.Okt.1752 auf der Insel Bourbon, war (als Schützling von Marie Antoinette und des Grafen von Artois) Kapitän der Kavallerie und «Chevalier de Saint-Louis». Wie sein Freund Parny (s. d.) trat B. als Poet in die Fußstapfen Chaulieus. Als Sänger «des Weins, der Freude und der Liebe», von den lat. Elegikern beeinflußt, aber in seinen eleganten Versen im Banne des Klassicismus, wurde B. ein Liebling seines Zeitalters, das ihm den Namen des franz. Properz gab. Er schrieb im Geschmack Chapelles eine «Voyage de Bourgogne» (1777) und die Liebesepisteln und Elegien «Les amours» (Lond. 1780). Ende 1789 reiste B. nach San Domingo, wo er wenige Tage nach seiner Vermählung mit einer jungen Kreolin 24. Juni 1790 starb. Seine «Oeuvres» erschienen 1785, 1824 u. ö.; beste Ausgabe als «Poésies et oeuvres diverses» von Asse (Par. 1879).

Bertin (spr. -täng), Nicolas, franz. Maler, geb. 1667 in Paris, gest. daselbst 11. April 1730, erhielt seine erste künstlerische Ausbildung von seinem Bruder, dem Hofbildhauer Ludwigs XIV., trat dann in das Atelier von Jouvenet und Boulogne. Bereits mit 18 Jahren gewann er den großen Preis mit dem Gemälde: Bau der Arche Noahs. Darauf verweilte er vier Jahre Studien halber in Rom, begab sich nach Lyon, wo er für Kunstliebhaber thätig war, und kehrte 1689 nach Paris zurück. 1703 wurde er Mitglied der Akademie mit der Befreiung des Prometheus durch Herakles (im Louvre). Ferner sind zu nennen: Joseph und das Weib des Potiphar, Susanna im Bade (beide im Museum zu Amsterdam). Stoffe aus Lafontaines Fabeln sind: Die Eichel und der Kürbis, Der Bär und der Gärtner (beide in der Dresdener Galerie). Außerdem schuf er noch eine Anzahl Gemälde für franz. Lustschlösser und für mehrere Kirchen.

Bertinazzi, Carlo Antonio, als Carlingo bekannter ital. Schauspieler, geb. 12. Dez. 1710 zu Turin, wurde wie sein Vater Soldat und lebte dann von Fecht- und Tanzunterricht. Später trat er in Bologna als Arlecchino auf und zeigte sich in dieser Charaktermaske, für die er äußerst begabt war, auch auf andern ital. Bühnen. Seit 1741 am ital. Theater zu Paris, starb er daselbst 7. Sept. 1783. B. war ein anerkannt hervorragender Komiker, berühmt als Stimmungs-Improvisator. Er verfaßte u. a. die Komödie «Les métamorphoses d'Arlequin» (Par. 1763); unecht ist der Briefwechsel «Clément XIV à Carlo B.», hg. von Latouche (ebd. 1827).

Bertini, Giuseppe, ital. Maler, geb. 1825 zu Mailand, studierte auf der dortigen Kunstakademie und stellte bereits mit 20 Jahren sein Gemälde: Dante und Frater Hilarius, aus, das ihn bereits als tüchtigen Künstler zeigte. 1860 wurde er zum Professor der Malerei an der Akademie der schönen Künste zu Mailand ernannt. Außer dem Bilde: Torquato Tasso wird dem Herzog von Ferrara vorgestellt (königl-. Palast in Turin), den Gemälden Volta, Galilei, Columbus, dargestellt in den charakteristischsten Momenten ihres Lebens, malte er mehrere Altarblätter, wie: Die Verkündigung Maria, für die Kirche zu Valmarana, und Die Vision des heil. Franciscus von Assisi, für Santa Babila in Mailand; ferner für die Parochialkirche von Palermo den Tod des heil. Joseph. Besonders Tüchtiges leistete er auch in der Freskomalerei; bemerkenswert sind die Fresken m der griech. Kirche zu Triest. B. ist Direktor der Gemäldegalerie der Brera zu Mailand.

Bertinot (spr.-noh), Gustave, franz. Kupferstecher, geb. 23. Juni 1822 zu Louviers, Schüler von Drolling und Martinet, seit 1878 Mitglied der Pariser Akademie, gest. 19. April 1888. Er stach in sorgfältiger Technik Lesueurs Kreuztragung (1869); ferner nach Champaigne (Christus am Kreuz), Raffael (La bella jardinière, 1875), Tizian (Die Pilger von Emmaus), A. van Dyck (Vierge au donataire), im Louvre.

Bertold, Graf von Henneberg, Kurfürst von Mainz, f. Berthold.

Bertoldo di Giovanni (spr. dschowánni), florentin. Bildhauer, gest. 1491, führte nach dem Tode seines Meisters Donatello die Reliefs der Kanzeln zu San Lorenzo in Florenz aus. Später ward er Vorsteher der von Lorenzo de Medici in seinem Garten eingerichteten Akademie. Dort arbeitete unter seinen Schülern eine Zeit lang auch Michelangelo. Er schuf u. a. 1485 zwei Kinderstatuen aus Holz für den Dom zu Florenz und modellierte eine Gruppe: Bellerophon und Pegasus, von seinem Schüler Giovanni de' Maestri in Bronze gegossen.

Bertole Viale, Ettore, ital. Kriegsminister, geb. 17. Dez. 1827 zu Genua, wurde nach dem Feldzug 1848/49 von La Marmora als Hauptmann in den Generalstab berufen, zeichnete sich im Krimkriege (1855), im Feldzuge von 1859 und als Generalsekretär Fantis in dem von 1860 aus, versah im Kriege von 1866 die Generalintendanz des Heers mit Umsicht und gehörte seit 1867 der Kammer an. Okt. 1867 wurde er Kriegsminister, verbesserte das durch übermäßige Sparsamkeit zurückgekommene Heerwesen, trat aber mit Menabrea (Dez. 1869) zurück. Zum Generallieutenant 1871 befördert, leitete er 1874-80 den Großen Generalstab. April 1887 bis Febr. 1891 war er wieder Kriegsminister. Er starb 13. März 1892 in Turin.

Bertoloni, Antonio, ital. Botaniker, geb. 11. Febr. 1775 zu Sarzana in Ligurien, studierte zu Pavia Medizin und Botanik, ließ sich dann als praktischer Arzt in seiner Vaterstadt nieder, wurde 1811 Professor der Naturwissenschaften am kaiserl. Lyceum zu Genua und 1816 an der Universität zu Bologna, wo er 17. April 1869 starb. V.s Hauptwerk ist die «Flora Italica» (10 Bde., Bologna 1833-54), welcher sich eine «Flora Italica cryptogama» (Bd. 1 u. 2, ebd. 1858-62) anschließt. Außerdem sind die «Amoenitates Italica» (ebd. 1819), «Praeletiones rei herbariae» (ebd. 1827), die «Miscellanea botanica» (24 Tle., ebd. 1842-63) und die «Piante nuove asiatiche» (ebd. 1864-65) zu nennen.

Berton (spr. -tóng), Henri Montan, franz. Komponist, geb. 17. Sept. 1767 zu Paris, Sohn Pierre Montan B.s (geb. 1727, gest. 14. Mai 1780, der als Dirigent der Großen Oper sich außerordentlich auszeichnete und namentlich um Glucks Werke große Verdienste erwarb). Henri B. bekleidete verschiedene Stellungen als Bühnendirigent und war zuletzt Pro-^[folgende Seite]