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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie - Berufsstatistik

als ausnahmsweise zulässig erklärt und nur in einem Falle versucht worden.

Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie für das Gebiet des Deutschen Reichs. Sitz ist Berlin, Sitz der 8 Sektionen: Berlin, Breslau, Hamburg, Köln a. Rh., Leipzig, Mannheim, Frankfurt a. M., Nürnberg. Ende 1893 bestanden 5601 Betriebe mit 107036 versicherten Personen, deren anzurechnende Jahreslöhne 89151572 M. (832,91 M. pro Kopf) betrugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 1336839 M., die Ausgaben auf 1226289 M., der Reservefonds (Ende 1893) auf 2881454 M. Entschädigt wurden (1893) 3212 Unfälle, darunter 683 im Laufe des Jahres neu hinzugekommene, mit 727264 M. 79 Unfälle hatten tödlichen Ausgang, 93 völlige Erwerbsunfähigkeit zur Folge. (S. Berufsgenossenschaft.)

Berufsgenossenschaft der Feinmechanik für das Gebiet des Deutschen Reichs. Sitz ist Berlin, Sitz der 10 Sektionen: Berlin, Freiburg i. Schles., Dresden, Suhl, Braunschweig, Iserlohn, Aachen, Karlsruhe, Stuttgart, Nürnberg. Ende 1893 bestanden 2640 Betriebe mit 66558 versicherten Personen, deren anzurechnende Jahreslöhne 59128418 M. (888,37 M. pro Kopf) betrugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 356316 M., die Ausgaben auf 315402 M., der Reservefonds (Ende 1893) auf 623246 M. Entschädigt wurden (1893) 1030 Unfälle, darunter 255 im Laufe des Jahres neu hinzugekommene, mit 164840 M. 15 Unfälle hatten tödlichen Ausgang, 13 völlige Erwerbsunfähigkeit zur Folge. (S. Berufsgenossenschaft.)

Berufsgenossenschaft der Gas- und Wasserwerke für das Gebiet des Deutschen Reichs. Sitz ist Berlin, Sitz der 11 Sektionen: Berlin, Danzig, Breslau, Dresden, Magdeburg, Frankfurt a. M., München, Karlsruhe, Düsseldorf, Hannover, Hamburg. Ende 1893 bestanden 1193 Betriebe mit 29354 versicherten Personen, deren anzurechnende Jahreslöhne 28894024 M. (931,33 M. pro Kopf) betrugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 376707 M., die Ausgaben auf 305221 M., der Reservefonds (Ende 1893) auf 672491 M. Entschädigt wurden (1893) 662 Unfälle, darunter 145 im Laufe des Jahres neu hinzugekommene, mit 185307 M. 12 Unfälle hatten tödlichen Ausgang, 13 völlige Erwerbsunfähigkeit zur Folge. (S. Berufsgenossenschaft.)

Berufsgenossenschaft der Musikinstrumenten-Industrie für das Gebiet des Deutschen Reichs. Sitz ist Leipzig, Sitz der 3 Sektionen: Leipzig, Berlin, Stuttgart. Ende 1893 bestanden 800 Betriebe mit 22792 versicherten Personen, deren anzurechnende Jahreslöhne 16341504 M. (716,98 M. pro Kopf) betrugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 104060 M., die Ausgaben auf 93677 M., der Reservefonds (Ende 1893) auf 168388 M. Entschädigt wurden (1893) 252 Unfälle, darunter 44 im Laufe des Jahres neu hinzugekommene, mit 51248 M. 3 Unfälle hatten tödlichen Ausgang, 2 völlige Erwerbsunfähigkeit zur Folge. (S. Berufsgenossenschaft.)

Berufsgenossenschaft der Schornsteinfegermeister des Deutschen Reichs. Sitz ist Berlin, Sitz der 16 Sektionen: Danzig, Berlin, Stettin, Posen, Breslau, Altona, Halle a. S., Bielefeld, Hannover, Wiesbaden, Düsseldorf, Freiburg i. Br., München, Würzburg, Leipzig, Stuttgart. Ende 1893 bestanden 3300 Betriebe mit 5919 versicherten Personen, deren anzurechnende Jahreslöhne 3704895 M. (625,93 M. pro Kopf) betrugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 77076 M., die Ausgaben auf 50727 M., der Reservefonds (Ende 1893) auf 82938 M. Entschädigt wurden (1893) 77 Unfälle, darunter 29 im Laufe des Jahres neu hinzugekommene, mit 21445 M. 8 Unfälle hatten tödlichen Ausgang, 2 völlige, 15 teilweise Erwerbsunfähigkeit zur Folge. (S. Berufsgenossenschaft.)

Berufskonsul, s. Konsul.

Berufskrankheiten, Bezeichnung für solche Krankheiten, die erfahrungsgemäß häufig oder vorwiegend bei den Angehörigen gewisser Berufsarten vorkommen und durch ganz bestimmte, mit dem betreffenden Beruf verbundene Schädlichkeiten hervorgerufen werden. Derartige Schädlichkeiten können auf den gesamten Organismus ungünstig einwirken, wie z. B. bei den Bergleuten, bei denen sich bald infolge ihres beständigen Arbeitens in den lichtlosen und mangelhaft ventilierten Gruben Blutarmut und chronisches Siechtum einstellen, bei Schuhmachern, Schneidern und vielen Bureaubeamten, die infolge ihrer sitzenden Lebensweise an Blutstockungen, Verdauungsstörungen, Hämorrhoiden und Hypochondrie leiden u. dgl. In andern Fällen entstehen B. durch die ausschließliche und übermäßige Anstrengung bestimmter Organe oder Körperteile. Hierher gehören die X-Beine der Bäcker, Tischler und Schlosser, der entzündliche Plattfuß der Kellner und Ladendiener, die Krampfadern der Waschfrauen und Tischler, das Lungenemphysem der Musiker, welche Blasinstrumente spielen, die chronischen Kehlkopfkatarrhe der Lehrer und Prediger u. a. Weiterhin werden zahlreiche Krankheiten veranlaßt durch die Einatmung von Stoffen, welche die Atmungsorgane reizen, sowie durch das Hantieren mit giftigen Farben und giftigen Chemikalien, welche bei den verschiedenen Gewerbebetrieben zur Verwendung gelangen (s. Gewerbekrankheiten). Manche B. sind unvermeidlich, während sehr viele andere durch zweckmäßige hygieinische Vorsichts- und Verhaltungsmaßregeln mit Sicherheit verhütet werden können.

Litteratur. Die erste klassische Darstellung der B. gab der Italiener Ramazzini, De morbis artificum diatriba (Modena 1700). Unter den neuern sind hervorzuheben: Lombard, De l’influence de professions sur la phthisie pulmonaire (Par. 1834); Österlen, Handbuch der mediz. Statistik (Tüb. 1874); Beiträge zur Untersuchung des Einflusses von Lebensstellung und Beruf auf die Mortalitätsverhältnisse (Jena 1877); Oldendorff, Der Einfluß der Beschäftigung auf die Lebensdauer des Menschen (2 Hefte, Berl. 1877‒78); Hirt, Die Krankheiten der Arbeiter (4 Bde., Lpz. 1871‒78); Schuler und Burckhardt, Untersuchungen über die Gesundheitsverhältnisse der Fabrikbevölkerung in der Schweiz (Aarau 1889).

Berufsstatistik, die statist. Ermittelung der beruflichen Gliederung einer Bevölkerung, soweit sie auf Grund der berufsmäßigen Erwerbsthätigkeit der Personen sich zu erkennen giebt. Die B. unterscheidet sich darin von der Gewerbestatistik (s. d.), die nicht von den Personen, sondern von den Gewerben als solchen ausgeht und in erster Linie die Betriebsverhältnisse letzterer im Auge hat. Die B. ist als ein Teil der Bevölkerungsstatistik (s. Bevölkerung) zu betrachten und zwar als einer der schwierigsten. Schon die Entscheidung der Frage, welcher