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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Berytus; Berzava; Berzeliit; Berzelin; Berzelius; Berzelius-Lampe; Berzsenyi

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Berytus - Berzsenyi

Euklas und Phenakit findet. Das B. wurde zuerst 1828 von Wöhler im reinen metallischen Zustande durch Reduktion von Chlorberyllium vermittelst Natrium in der Glühhitze dargestellt. Zusammengeschmolzen ist es zinkweiß, schmied- und hämmerbar und oxydiert sich nicht an der Luft und im Wasser. Sein spec. Gewicht ist 2,1. Es zersetzt das Wasser selbst in der Weißglühhitze nicht; durch verdünnte Säuren wird es mit Leichtigkeit gelöst.

Die Berylliumverbindungen haben manche äußere Ähnlichkeiten mit den Aluminiumverbindungen, weshalb man früher das B. in die Aluminiumgruppe einreihte. Aus der neuerdings bestimmten Dampfdichte des Berylliumchlorürs ergiebt sich aber, daß dieser Körper die Zusammensetzung BeCl2 ^[BeCl<sub>2</sub>] besitzt. Das B. stellt sich demnach als zweiwertiges Element dem Magnesium an die Seite. Das Berylliumoxyd oder die Beryllerde hat danach die Formel BeO. Allgemeineres Interesse hat weder das B. noch seine Verbindungen.

Berytus (Berytos), alte Hafenstadt an der phöniz. Küste, jetzt Beirut (s. d.).

Berzava (Berzawa, spr. -săwa), Fluß in Südungarn, entspringt auf der Nordwestseite des Berges Kapuschin in den Banater Bergen im Komitat Krassö-Szörény, tritt bei Gattaja in die Ebene, teilt sich sofort in mehrere Arme, die zum Teil im Alibunárer Sumpfe und im Berseczer Moraste verschwinden oder von Kanälen aufgefangen werden. Der Hauptarm mündet unterhalb Botos in die Temes, deren größten Zufluß die B. bildet.

Berzeliit, ein nach Berzelius benanntes höchst seltenes Mineral von Långbanshytta. Es krystallisiert regulär, ist aber meist derb, gelblichweiß und honiggelb, fettglänzend und etwas durchscheinend, unschmelzbar, hat Härte 5,5, spec. Gewicht 4,08; in chem. Hinsicht besteht es aus Calcium- und Magnesiumarseniat, von der Formel (CaMg)3As2O8 ^[(CaMg)<sub>3</sub>As<sub>2</sub>O<sub>8</sub>], wozu auch ganz wenig Manganoxydul tritt.

Berzelin, Mineral, s. Selenkupfer.

Berzelius, Joh. Jak., Freiherr von, Chemiker, geb. 29. Aug. 1779 zu Westerlösa im Kirchspiel Wäfversunda unweit Linköping in Ostgotland, besuchte das Gymnasium zu Linköping und studierte zu Upsala Medizin und Chemie. Die erste Frucht seiner Studien und eines einjährigen Aufenthalts als Assistent des Brunnenarztes im Badeorte Medevi war die "Nova analysis aquarum Medeviensium" (Ups. 1800). Seit 1802 als Arzt und Docent der Medizin und Pharmacie in Stockholm thätig, wurde B. 1806 Lehrer der Chemie an der Kriegsakademie und 1807 Professor der Medizin und Pharmacie in Stockholm. Hier begründete er mit mehrern andern Ärzten die Schwedische Gesellschaft der Ärzte. 1808 zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Stockholm ernannt, ward er 1810 zu deren Vorstand und 1818 zu deren ständigem Sekretär erwählt. Letzteres Amt verwaltete er bis zu seinem Tode, 7. Aug. 1848. Im J. 1818 wurde B. in den Adels-, 1835 in den Freiherrenstand erhoben. Als Abgeordneter in der Ständeversammlung sowie seit 1838 als Reichsrat entwickelte er nur eine unbedeutende Thätigkeit. Dagegen sind seine Verdienste um die Wissenschaft von höchster Bedeutung. Die Gestaltung der anorganischen Chemie beruht großenteils auf B.' Entdeckungen. Er entdeckte das Selen, Cer und Thorium, stellte Calcium, Baryum, Strontium, Tantal, Silicium, Zirkonium zuerst als Elemente dar und untersuchte ganze Klassen von Verbindungen, so die der Flußsäure und der Fluormetalle, der Platinmetalle, des Tantals, Molybdäns, Vanadins, die Schwefelsalze u. s. w. Er stellte eine neue oder wenigstens ganz umgeänderte Nomenklatur und Klassifikation der chem. Verbindungen auf, die sich immer allgemeinern Eingang verschaffte. Als die atomistische Theorie Daltons und die Entdeckung der Alkalimetalle eine Umwälzung in der Chemie hervorbrachten, wandte B. die Lehren des erstern auf die Konstitution der Verbindungen an. Er stellte ein chem. Mineralsystem auf. Die Ausbildung der Lehre von den chem. Proportionen, die unübertrefflichen Bestimmungen der Atomgewichte der Elemente und der Nachweis, daß diese Gesetze auch für die Chemie organischer Stoffe maßgebend sind, war der wichtigste Dienst, den B. der Wissenschaft geleistet hat. B. galt bei seinen Lebzeiten für die erste Autorität auf dem Gebiete der Chemie und verdient wohl auch heute noch die Anerkennung als der bedeutendste unter allen Chemikern. Er ist unter anderm der Begründer der "Elektrochemischen Theorie" und der Lehre von der Isomerie chem. Verbindungen. Abgesehen von seiner großen journalistischen Thätigkeit, veröffentlichte B. zahlreiche Schriften, darunter die zuerst mit Hisinger, dann in Gemeinschaft mit mehrern andern schwed. Gelehrten herausgegebenen "Afhandlingar i fysik, kemie och mineralogie" (6 Bde., Stockh. 1806-18), die "Foreläsningar i djurkemien" (2 Bde., ebd. 1806-8) und die "Öfversigt on djurkemiens framsteg" (ebd. 1812; deutsch von Siegwart, Nürnb. 1815). Andere bedeutende Schriften sind: "überblick über die Zusammensetzung der tierischen Flüssigkeiten" (deutsch von Schweigger-Seidel, Nürnb. 1815), "Neues System der Mineralogie" (deutsch von Gmelin und Pfaff, ebd. 1816), "Versuch über die Theorie der chem. Proportionen" (deutsch von Blöde, Dresd. 1820), "Om blåsrörets avändande i kemien och mineralogien" (Stockh. 1820; deutsch von Rose u. d. T.: "Von der Anwendung des Lötrohrs in der Chemie und Mineralogie", Nürnb. 1821; 4. Aufl. 1844), "Über die Zusammensetzung der Schwefelalkalien" (deutsch von Palmstedt, Nürnb. 1822). Sein Hauptwerk war sein "Lärebok i kemien" (3 Bde., Stockh. 1808-28: 2. Aufl., 6 Bde., 1817-30), das ins Französische (von Jourdain, mit Verbesserungen und Zusätzen des Verfassers, 8 Bde., Par. 1829-33), Englische, Italienische, Holländische und ins Deutsche (von Blöde, Palmstedt und Wöhler, 4 Bde., Dresd. und Lpz. 1825-31; 4. Aufl., 10 Bde., 1835-41; 5. Originalausg., Dresd. und Lpz.,10 Bde., 1843-47) übersetzt wurde. Als Sekretär der Akademie der Wissenschaften gab B. die "Årsberättelser om framstegen i fysik och kemie" (27 Jahrg., Stockh. 1820-47) heraus, die von Gmelin, Wöhler u. a. als "Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie und Mineralogie" (Bd. 1-27, Tüb. 1821-48) auch in Deutschland übersetzt erschienen. 1855 wurde B. zu Stockholm ein ehernes Standbild (von Quarnström) errichtet.

Berzelius-Lampe, eine mit doppeltem Luftzug und Argandschem Rundbrenner versehene Spirituslampe, die früher in chem. Laboratorien zu Heizzwecken allgemein verwendet wurde, jetzt aber durch den Bunsenbrenner (s. Gasheizungsvorrichtungen) verdrängt ist.

Berzsenyi (spr. bärrschehnji), Daniel, ungar. Lyriker, geb. 6. Mai 1776 zu Hetye im Komitat