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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Birch-Pfeiffer; Birck; Bird; Biredschīk; Birēme; Birēt; Birger; Birgitta; Birgittenorden

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Birch-Pfeiffer - Birgittenorden

nennen: «Die Sage vom Gral» (Lpz. 1877), «Über die den provençal. Troubadours bekannten epischen Stoffe» (Halle 1878) und «Geschichte der franz. Litteratur seit Beginn des 16. Jahrh.» (Bd. 1: «Das Zeitalter der Renaissance», Stuttg. 1889).

Birch-Pfeiffer, Charlotte (Karoline), Schauspielerin und dramat. Schriftstellerin, geb. zu Stuttgart 23. Juni 1800, Tochter des Domänenrats Pfeiffer, der 1806 als Oberkriegsrat nach München ging. Im 13. Jahre betrat sie die dortige Hofbühne und fand bald als tragische Liebhaberin in München selbst wie auf Kunstreisen in Deutschland vielen Beifall. 1825 heiratete sie den namentlich durch die Werke «Ludwig Philipp, König der Franzosen» (3 Bde., Stuttg. 1841‒43; 3. Aufl. 1851) und «Dramatik» (ebd. 1847) bekannten Schriftsteller Dr. Christian Andreas Birch (geb. 1793 zu Kopenhagen, gest. 29. Aug. 1868 zu Berlin). Seitdem erstreckten sich ihre Gastspiele bis nach Petersburg, Pest und Amsterdam. 1837‒43 leitete sie die Bühne zu Zürich, die sie mit Seydelmann zu einer Pflanzschule für das deutsche Theater machen wollte. 1844 wurde sie am königl. Theater in Berlin für die ältern Rollenfächer angestellt. Sie starb daselbst 25. Aug. 1868. Ihre Dramen, die mit viel Geschick dem Geschmack des großen Publikums angepaßt sind, meist Rührstücke und nach Romanen gearbeitet, offenbaren eine genaue Kenntnis der Bühnenwirkung und zeugen, obwohl ohne höhere ästhetische Tendenz, von sicherer theatralischer Begabung. Mehrere ihrer Stücke behaupten sich noch jetzt erfolgreich auf der Bühne. Den dauerndsten Beifall erwarben «Pfefferrösel» (Wien 1833), «Schloß Greifenstein» (ebd. 1833), beide zuerst 1828 aufgeführt, «Hinko», «Die Günstlinge», vielleicht ihr gelungenstes Stück, «Der Glöckner von Notre-Dame» (nach V. Hugos «Notre Dame de Paris»), «Die Frau in Weiß» (nach W. Collins), «Die Marquise von Villette» (1845), «Dorf und Stadt» (1848, nach B. Auerbachs «Frau Professorin»), «Eine Familie» (1849), «Die Waise von Lowood» (Berl. 1856, nach Currer Bell), «Die Grille» (1856, nach George Sand). Auch in Romanen versuchte sie sich, doch mit geringem Erfolg (z. B. «Burton Castle», 2 Bde., 3. Aufl., Berl. 1854). Ihre «Gesammelten dramat. Werke» erschienen in 23 Bänden (Lpz. 1863‒80), ihre «Gesammelten Novellen und Erzählungen» in 3 Bänden (ebd. 1862‒65). – Ihre Tochter ist die Romanschriftstellerin Wilhelmine von Hillern (s. d.).

Birck, Sixt (lat. Xystus Betulejus), deutscher Dramatiker und Schulmann, geb. 21. Febr. 1500 zu Augsburg, wurde 1530 Schulrektor in Basel, 1536 Rektor des prot. Gymnasiums zu St. Anna in Augsburg, wo er 19. Juni 1554 starb. B. schrieb zuerst deutsche Schuldramen, alle sechs in trocknem Anschluß an die biblische Quelle. Sie sollten in den Schülern eine Teilnahme für öffentliche Dinge erwecken. 1532 erschien sein bekanntestes, von Rebhun und Frischlin nachgeahmtes Drama «Susanna», mit Kinderscenen, ausführlicher Gerichtsverhandlung und Chorliedern in antiken Strophenformen. «Judith» (Augsb. 1539) mahnt zum Türkenkrieg, «Beel» (ebd. 1539) warnt vor der (kath.) Abgötterei. Auch als lat. Dramatiker und als Philolog war B. mit Erfolg thätig.

Bird (spr. börd), Rob. Montgomery, amerik. Arzt und Dichter, geb. 5. Febr. 1805 (nicht 1803) zu Newcastle (Delaware), war seit 1847 Herausgeber und Besitzer der «North American Gazette» und starb 22. Jan. 1854 in Philadelphia. Seine Tragödie «The Gladiator» war lange populär durch den Darsteller Edwin Forrest. Seine 1830‒40 erschienenen Novellen sind meist geschichtlichen Inhalts. So spielten «Calavar or the knight of the Conquest» (1834) und «The Infidel, or the fall of Mexico» (1835) in Mexiko zur Zeit der span. Eroberung, «Nick of the woods or the Jibbenainosay» (1837) am Ende des Revolutionskrieges in Kentucky. «The adventures of Robin Day» (1839) erzählen die Geschichte eines schiffbrüchigen Waisenknaben. B. sammelte seine kleinen Erzählungen als: «Peter Pilgrim or a Rambler's Recollections» (1838). Neben Cooper ist er der Hauptvertreter der Indianergeschichten.

Bird, William, Komponist, s. Byrd.

Biredschīk oder Bir, vulgär Beledschik, Stadt im asiat.-türk. Wilajet Haleb (Aleppo), am linken (östl.) Ufer des Euphrat, der hier in die Ebene tritt und selbst für größere Barken schiffbar wird, liegt 130 km nordöstlich von Haleb in 182 m Höhe, in gesunder und romantischer Lage und an der Grenze des arab.-türk. und kurdischen Sprachgebietes, ist von einer ziemlich erhaltenen Mauer umschlossen, von einer Felsenburg geschützt und hat 2000, nach andern 8000 (bis auf 50‒60 armenische Familien) türk. E. B. ist die berühmteste der unter dem Namen Zeugma unter den Seleuciden und Römern bekannten Übergangsstellen des Euphrat und noch jetzt als solche stark benutzt. Die gerade Route von B. nach Mosul über Urfa und Nisibin, schon seit Jahren durch Araberhorden gefährdet, wird in neuerer Zeit nur von großen Karawanen (bis 5000 Kamele) benutzt, während kleinere den weiten Umweg über Diarbekr vorziehen. – B. ist die Stadt und Burg Bira der Grafschaft Edessa zur Zeit der Kreuzzüge. Sie wurde 1144 von Emadeddin Zenki den Christen entrissen und 1265 von den Mongolen erobert, welche bei ihrem zweiten Angriff 10. Dez. 1272 eine Niederlage erlitten und 28. Nov. 1275 abermals einen vergeblichen Sturm versuchten. Bei B. nahm die engl. Euphratexpedition unter Oberst Chesney 1836 ihren Anfang.

Birēme (lat.), Zweiruderer; Galeere mit zwei Reihen Ruderbänken.

Birēt, s. Barett.

Birger Jarl der Jüngere, aus dem Geschlecht der Folkunger, war erst als Jarl, dann als Vormund seines 1250 zum Könige erwählten Sohnes Waldemar von 1248 ab bis zu seinem am 1. Okt. 1266 erfolgten Tode der eigentliche Herrscher Schwedens. Als solcher hatte er wiederholt gefährliche Aufstände der übrigen Folkunger zu bekämpfen; durch einen Kreuzzug gegen die Tavasten erweiterte er die Herrschaft Schwedens über Finland. Ferner sind aus seiner Regierungszeit zu erwähnen: die Gründung Stockholms, mehrere wichtige Gesetze über Erbrecht der Frauen, Landesfrieden und Abschaffung freiwilliger Knechtschaft sowie auch der Feuerproben. Seine Bronzestatue, von Fogelberg modelliert, wurde 1854 auf Riddarholm bei Stockholm errichtet.

Birgitta, s. Birgittenorden.

Birgittenorden oder Brigittenorden, auch Salvatororden (Erlöserorden), ein von der heil. Birgitta gestifteter geistlicher Orden (der geschichtliche Name ist später, sogar in Schweden, durch Brigitta verdrängt). Geb. 1302 aus adligem Geschlecht zu Finstadt bei Upsala, wollte Birgitta, die schon in der Jugend göttlicher Offenbarungen sich erfreute, nach dem Tode ihres Mannes Ulf Gudmarson (1344) nur dem Himmel leben. Ohne selbst die Gelübde abzulegen, ging sie in ein Kloster, reiste dann