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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Biyakushi; Bizachi; Bizare; Bizarrerie; Bize; Bizerta; Bizet; Bjel...; Bjela; Bjélaja; Bjélaja Zérkow; Bjelbog; Bjelew; Bjelgoraj; Bjélgorod

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Biyakushi - Bjelgorod (im Gouvernement Kursk)

reicher und unter Garibaldi bei der Belagerung von Rom. Wieder zur See gegangen kehrte er 1859 zurück, um erst als Major bei den Alpenjägern, dann als Oberstlieutenant eines toscan. Jägerregiments mitzukämpfen. Der Sieg am Volturno war zum Teil sein Verdienst. Bei Aufrichtung des Königreichs behielt er seinen durch außerordentliche Tapferkeit erworbenen Rang als Generallieutenant; als solcher beteiligte er sich mit Auszeichnung am Kriege von 1866 und nahm 1870 die Übergabe von Civitavecchia entgegen. In der Kammer, der er seit 1866 angehörte, saß er auf der äußersten Linken, machte sich aber verdient durch seine ruhige Haltung, namentlich als Vermittler zwischen Garibaldi und Cavour. In den Senat berief ihn der König 1870. Später ging er wieder zur See und starb 16. Dez. 1873 in Ostindien. – Vgl. Guerzoni, La vita de Nino B. (2 Bde., 2. Aufl., Flor. 1875); Delvecchio, Cenni biografici di Nino B. (Genua 1887); E. Martinengo, Patriotti italiani (Mail. 1890).

Biyakushi, s. Angelikawurzel.

Bizachi (spr. -ki), s. Beghinen.

Bizare (frz., spr. bisahr), s. Bisarde.

Bizarrerie (frz.), Sonderbarkeit im Betragen, insbesondere eine solche, die aus absichtlicher Abweichung von geltenden Sitten und Normen entspringt; es ist die mit Affektiertheit verbundene Sucht nach dem Seltsamen, Ungereimten, Ausfallenden. Der Künstler verfällt leicht ins Bizarre, wenn er in falscher Originalitätssucht gewaltsam über Stil und Tradition hinausstrebt, ohne daß seine Kräfte zu wirklich neuen Schöpfungen hinreichen, sodaß formlose und verzerrte Gebilde entstehen, wenn auch das Bizarre zuweilen durch einen Reiz des Geheimnisvollen und Schauerlichen fesselt, wie in E. T. A. Hoffmanns «Phantasiestücken in Callots Manier» oder in den Bildern des sog. Höllen-Breughel und des belg. Malers Wiertz.

Bize (spr. bihs'), Flecken im Kanton Ginestas, Arrondissement Narbonne des franz. Depart. Aude, am Cesse, 23 km nordwestlich von Narbonne, an der Zweiglinie Narbonne-B. (20,6 km) der Franz. Südbahn, hat (1891) 1230, als Gemeinde 1483 E., liefert Braunkohlen, Eisen, Marmor und guten Wein und ist bemerkenswert durch die in den Höhlen des nahen Thales Las-Fons gefundenen Spuren urgeschichtlicher Menschen.

Bizerta, s. Biserta.

Bizet (spr. -seh), Georges, franz. Opernkomponist, geb. 25. Okt. 1838 in Paris, Sohn eines Gesanglehrers, besuchte das Konservatorium mit Auszeichnung, ging, 1857 mit dem Staatspreise belohnt, nach Italien, vermählte sich nach der Rückkehr mit Halévys Tochter und führte in Paris die Opern: «Die Perlenfischer» (1863) und «Das Mädchen von Perth» (1867) auf, die seinen Landsleuten als «zu wagnerisch» mißfielen. Durch mehrere Sinfonien, die pikante Suite «L'Arlésienne» (ursprünglich Bühnenmusik zu Daudets gleichnamigem Schauspiel), Ouverturen und gesangliche Konzertstücke befestigte er seinen musikalischen Ruf und erzielte 1875 mit der (auch im Ausland beliebt gewordenen) Oper «Carmen» einen großen, nachhaltigen Erfolg. B. starb 3. Juni 1875.

Bjel..., Bjelo... (von russ. bjelyj, «weiß»), auch Bial..., Bialo... (von poln. biały), und Bel... Belo..., in slaw., besonders geogr. Namen soviel wie Weiß...

Bjela oder Biala (poln. Biała). 1) Kreis im O. des russ.-poln. Gouvernements Sjedlez, hat 1492,1 qkm mit 71398 E., davon zwei Drittel Polen, ein Viertel Weißrussen und Russen, in den Städten meist Israeliten. – 2) Kreisstadt im Kreis B., an der Krzna oder Krasnaja und an der Staatsbahn Brest-Litowsk-Warschau, hat (1890) 10029 E., Post, Telegraph, in Garnison die 2. Feldartilleriebrigade; ein Gymnasium, ein Lehrerseminar; Flachsbau, Viehzucht, Leinweberei und Gerberei. ^[Spaltenwechsel]

Bjélaja, bei den Baschkiren Ak-Issyl, linker Nebenfluß der Kama in den russ. Gouvernements Orenburg und Ufa, entspringt in den Sümpfen am uralischen Berg Iremel und ergießt sich nach einem zuerst südwestl., dann nordwestl. Laufe von 1285 km zwischen Sarapul und Jelabuga in die Kama. Der Oberlauf bis Bugultschan ist bergig und reich an Höhlen, den Mittellauf erreichen noch Ausläufer des Urals, der Unterlauf ist eben. Nebenflüsse: Inser, Ufa (der bedeutendste), Bir rechts, Dema, Karmassan, Tscheremsan links u. a. Schon 75 km von der Quelle an wird die B. schiffbar, für Dampfer von der Mündung der Ufa an. Verschifft werden Erzeugnisse der Uralbergwerke, Getreide, Pottasche, Holzwaren. Außer dieser B. giebt es in Rußland noch neun andere Flüsse gleichen Namens, und zwar in den europ.-russ. Gouvernements Wjatka, Archangelsk, Jekaterinoslaw, Smolensk, ferner im Kubanschen Gebiete und in den asiat.-russ. Gouvernements Tomsk, Jakutsk und Irkutsk, von denen letzterer, ein Nebenfluß der Angara, der bedeutendste (270 km lang) ist.

Bjélaja Zérkow, Flecken im Kreis Wassilkow des russ. Gouvernements Kiew, am Roßj und an der Fastower Privatbahn, hat (1891) 20703 E., in Garnison das 2. Feldmörserregiment, Realschule, Progymnasium für Mädchen, eine Eisengießerei, ein chem. Laboratorium und 7 Jahrmärkte. Neben Kiew, Berditschew und Uman ist B. einer der wichtigsten Handelsplätze des Gouvernements, besonders für Getreide und Vieh.

Bjelbog (Bělbog, d. i. weißer Gott), s. Slawische Mythologie.

Bjelew. 1) Kreis im W. des russ. Gouvernements Tula, hat 1744,5 qkm mit 81730 E., meist Großrussen. – 2) Kreisstadt im Kreis B., 133 km südwestlich von Tula, links der Oka und an der Bjelewka und Wyrka, hat (1891) 9869 E., Post, Telegraph, 19 Kirchen, 2 Klöster, ein Progymnasium, Theater, eine öffentliche Bibliothek (1858 gegründet, zur Erinnerung an Shukowskij, der bei B. geboren wurde), Talgschmelzerei, Ölfabrikation, Seilerei und beträchtlichen Handel. 1468 entstand das Teilfürstentum B., das zu Litauen gehörte, aber Ende des 15. Jahrh. an Moskau kam. Im 16. Jahrh. wurde B. mehrmals von den Tataren zerstört, 1777 wurde es Kreisstadt.

Bjelgoraj. 1) Kreis im S. des russ.-poln. Gouvernements Lublin, an Galizien grenzend, hat 1707,7 qkm mit 88667 E. – 2) Kreisstadt im Kreis B., 126 km südsüdöstlich von Lublin, an der zum Tanew (Nebenfluß des San) gehenden Lada, hat (1891) 7812 E. (die Hälfte Israeliten), Post, Telegraph, in Garnison das 13. Donische Kosakenregiment, 1 russ., 1 kath. Kirche, 2 Schulen, Hutmacherei und Fabrikation von Sieben aus Pferdehaar.

Bjélgorod, d. i. Weiße Stadt. 1) Kreis im S. des russ. Gouvernements Kursk, hat 2987,9 qkm mit 168225 E., davon über zwei Drittel Kleinrussen, ergiebigen Acker- und Obstbau, Bienenzucht, Zuckerfabriken. – 2) Kreisstadt im Kreis B., 160 km südlich von Kursk, an der Mündung der Wesseliza in den