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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Blankenburg; Blankenēse; Blankenhain; Blankenheim; Blankenstein; Blankets; Blankett

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Blankenburg (Heinr. von) - Blankett

der Ebene aufsteigende zusammenhängende Reihe von Quadersandsteinfelsen, die auf ihrer Ostseite die Ruinen der ehemaligen Burg Regenstein (295 m) oder Reinstein trägt. Diese soll von König Heinrich Ⅰ. (919–936) erbaut sein; früher gehörte sie zu den Besitzungen der Grafen von B., kam 1628 an Wallenstein und wurde 1670 von Brandenburg, nach Enthauptung des gegen Kaiser Leopold Ⅰ. aufrührerischen Grafen von Tättenbach, trotz des Widerspruchs der braunschw. Herzöge als verfallenes halberstädtisches Lehen eingezogen. Der Große Kurfürst ließ den Regenstein in eine Festung verwandeln, die 1757 in die Hände der Franzosen fiel. 1758 gewann sie Friedrich d. Gr. wieder zurück und schleifte sie; nur die Felsengewölbe und Batterien sind noch erhalten. – Vgl. Leibrock, Chronik der Stadt und des Fürstentums B. (Blankenb. 1864).

3) B. in Thüringen, Stadt im Landratsamt Rudolstadt des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt (Oberherrschaft), 7 km südwestlich von Rudolstadt, in 230 m Höhe, an der Rinne, kurz vor deren Mündung in die Schwarza, am Ausgange des romantischen Schwarzathals, an der Nebenlinie Schwarza-B. (4,30 km) der Saalbahn, hat (1890) 2368 evang. E., Post und Telegraph, mehrere große Gerbereien, zwei Papiermühlen, eine Wollspinnerei, eine Farbenfabrik, eine Holzwaren-, eine Spritzenschlauchfabrik, Acker-, Garten-und Obstbau und große Sandsteinbrüche, ferner eine Heilanstalt für Nervenkranke (Dr. Bindseil), Kaltwasserheilanstalt mit Fichtennadelbad und ist klimatischer Kurort (1891: 1812 Kurgäste). Fröbel gründete hier den ersten Kindergarten. Zu seinem Denkmal wurde hier 21. April 1882 (Fröbels 100jährigem Geburtstag) der Grundstein gelegt. Nördlich bei B., auf dem 170 m über der Schwarza liegenden Burgberge, die Ruine des Schlosses Greifenstein (400 m), einst Residenz der Grafen von Schwarzburg-Blankenburg, die Geburtsstätte des Grafen Günther von Schwarzburg, des Gegenkönigs Karls Ⅳ.

Blankenburg, Heinr. von, Publizist und Politiker, geb. 7. Okt. 1820 in der Nähe von Köln, ward Ingenieuroffizier im preuß. Heer, leitete 1850–55 den schwierigen Aufbau der Burg Hohenzollern, mit Zugrundelegung einer dem russ. Artel verwandten socialistischen Organisation. B. kam 1857 zum Generalstabe, in dem er bald Major wurde, schied aber nach der Beförderung zum Oberstlieutenant aus dem Dienste. Er siedelte nach Breslau über und war hier publizistisch thätig, namentlich für die «Schlesische Zeitung», deren polit. und militär. Teil er übernahm. Selbständige Werke B.s sind: «Der deutsche Krieg von 1866» (Lpz. 1867) und «Die innern Kämpfe der nordamerik. Union bis zur Präsidentenwahl von 1868» (ebd. 1869); beide sind erweiterte Artikel aus «Unsere Zeit». 1870–73 war B. konservatives Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses, wo er Freihandel und Manchestertum bekämpfte.

Blankenēse, Dorf im Kreis Pinneberg des preuß. Reg.-Bez. Schleswig, 7 km westlich und unterhalb Altona, an der hier (90 km oberhalb der Mündung) 2,5 km breiten Elbe und der Linie Hamburg-Altona-B.-Wedel (25,9 km) der Preuß. Staatsbahnen, ist an dem hohen Stromufer und zwischen den Thälern einer Hügelgruppe erbaut, unter deren zahlreichen, bis über 85 m hoch aufsteigenden Spitzen der Süllberg die großartigste Elbaussicht gewährt, und der ursprünglich kahle Sandberg, «die blanke Nase», den durch geschmackvolle ^[Spaltenwechsel] Anlagen, Orangerien und Treibhäuser ausgezeichneten Bauerschen Garten trägt. B., ein wegen Naturschönheiten, Gärten, Landhäuser und anderer Anlagen vielbesuchter Vergnügungsort für Altona und Hamburg, hat (1890) 3619 evang. E., Post, Telegraph, Dampferverbindung mit Hamburg, Amtsgericht (Landgericht Altona), Zollamt, eine Kirchspielvogtei, ein Seemannsamt, zwei Privatknaben-, eine Mädchenschule, Fischerei- und Fortbildungsschule; Spar- und Leihkasse sowie Filiale der Altonaer Bank, Wollwäscherei und eine Elbfähre. Obgleich ohne Hafen, ist B. doch ein Hauptsitz der Nordseefischerei und Reederei und besitzt zwei Dampfschiffe und viele Segelschiffe mit zusammen 21000 t Tragfähigkeit sowie eine Hochseefischerflotte von 81 Fahrzeugen. Auf dem Kösterberge (93 m) befinden sich die Wasseranlagen der Altonaer Gas- und Wassergesellschaft. In der Bevölkerung kommen noch einige Volkstrachten vor. Die auf dem Süllberge (Sollonberg) von Erzbischof Adelbrecht 1059 erbaute Burg und Propstei des heil. Jakobus wurden von den Holsteinern zerstört; im 13. Jahrh. errichteten die Grafen von Holstein eine neue daselbst. Der Name B., d. h. schimmernder Vorsprunq, erscheint zuerst 1302; die Pacht der daselbst bestehenden landesherrlichen Fähre verkaufte Graf Adolf von Schauenburg; 1427 wurde sie vom Grafen Otto von Holstein an den Hamburger Rathmann Erich von Zeven verpfändet. – Vgl. B., ein Führer durch Bahrenfeld, Flottbeck, B. und Wedel (Blankenese 1883).

Blankenhain, Stadt im sachs.-weimar. Verwaltungsbezirk Weimar, 18 km südlich von Weimar, an der rechts zur Ilm gehenden Schwarza, in 350 m Höhe, an der Nebenbahn Weimar-Berka-B. (24,8 km) und der Chaussee von Weimar nach Rudolstadt, hat (1890) 2709 E., darunter 34 Katholiken, Post, Telegraph, Zollamt, eine Anstalt für Sieche und unheilbare Irre im alten Schlosse, ein Centralgebäude und Kolonistenwohnhaus (Karl-Friedrich-Hospital); zwei Porzellanfabriken, Holzstabweberei, Jalousie-, Möbel-, Kurzwarenfabrik, Dampfbrauerei, zwei Schneidemühlen und ist klimatischer Kurort (Fichtennadel- u. a. Bäder) mit (1891) 410 Kurgästen.

Blankenheim, Flecken im Kreis Schleiden des preuß. Reg.-Bez. Aachen, Hauptort einer Bürgermeisterei, in 471 m Höhe, am Ursprunge der Ahr, in einem engen Thale, an der Linie Köln-Hillesheim der Preuß. Staatsbahnen (4 km vom Bahnhofe), hat etwa 600 E., Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Aachen), Brauneisensteingruben, Eisenwerke und die Ruinen der im 12. Jahrh. erbauten und 1793 zerstörten Burg B., ehemals Sitz der Grafen von B. und Gerolstein.

Blankenstein, Ruine im Ruhrthal, s. Bochum; auch Felsen bei Blankenburg (s. d.) am Harz.

Blankets, die engl. Bezeichnung für weißwollene Lagerdecken von verschiedener Feinheit und Ausstattung, die im Tauschhandel oft als Zahlungsmittel oder Wertmesser für andere Artikel dienen.

Blankett (frz. Carte blanche; engl. Blank letter of attorney, Blank charter; ital. Carta bianca), im allgemeinen jede in ihren wesentlichen Bestandteilen unausgefüllte, nur mit der Namensunterschrift des Ausstellers versehene Urkunde. So spricht man von Blankovollmacht, Vollmachtblankett, wenn die Vollmacht den Namen des Bevollmächtigten oder den Gegenstand der Vollmacht nicht enthält, von Wechselblankett, wenn der Wechsel nichts als den Vordruck zeigt, selbst ohne jeden andern Inhalt,