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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Blattpflanzen

zebrina Sims. (s. Maranta mit Textfigur) die am meisten beliebte Art ist. Die großen ovalen 60 cm langen und bis 20 cm breiten Blätter sind unten schön violett, oben in den verschiedensten Abstufungen vom hellsten bis zum dunkelsten Sammetrün querstreifig gefärbt. Bei Maranta leopardina Hort. sind die blaßgrünen, etwas schiefen Blätter zwischen den Nebenrippen mit fast gegenständigen länglichen, zugespitzten, dunkelgrünen Flecken gezeichnet. Viele andere Arten haben eine ähnliche Zeichnung, sodaß die ganze Gattung eine der merkwürdigsten der Familie der Scitamineen ist.

Auch die Familie der Melastomaceen hat die Gewächshäuser mit einer Menge der schönsten B. beschenkt, wie die Gattungen Cyanophyllum, Miconia, Phyllagatis, Sphaerogyne und Sonerila beweisen. Sphaearogyne latifolia Naud. mit ihren großen, schön geschnittenen, auf der Oberfläche sammetartig grünen, auf der Unterseite rotgefärbten Blättern ist in der nachstehenden Fig. 1 dargestellt. Sphaerogyne imperialis Lindl. ist ihr ähnlich; die Blätter aber sind nicht so groß wie bei der genannten Art. Noch schöner ist: Cyanophyllum magnificum Lindl., eine mexik. Pflanze mit 40 cm langen und fast halb so breiten Blättern von länglich-lanzettförmiger Gestalt, oben prächtig sammetgrün mit weißlichen Mittel- und hellgrünen Seitennerven, unten dunkelpurpurblau.

^[Fig. 1]

Eine ganze Reihe sehr zierlicher B. des niedrigen Warmhauses mag hier eine Gruppe für sich darstellen, in der die Sonerilen und Fittonien die erste Stelle einnehmen, jene der Familie der Melastomaceen, diese der der Acanthaceen angehörig. Bei jenen ist die Oberfläche der Blätter mit weißen, perlartigen Flecken in verschiedenster Anordnung besetzt. Ihr bekanntester Vertreter ist Sonerila margaritacea Lindl. mit mehrern durch größere und kleinere weiße Flecke ausgezeichnete Formen. Vorstehende Fig. 2 zeigt die Varietät superbia. Bei Fittonia werden die Blätter von einem höchst zierlichen Adernetze bedeckt, bei Fittonia argyroneura Coem. (s. nachstehende Fig. 3) von einem weißen, bei Fittonia gigantea Lindl. von einem roten. Am zierlichsten gestaltet sich dieses weiße, gelbe, goldgelbe oder rote Netzwerk der oft bräunlich- oder bronzegrünen Blattfläche bei den Orchideengattungen Anoectochilus und Macodes, in ähnlicher Weise bei Erathemum; bei Eranthemum igneum Hort. sind die schwärzlichgrünen Blätter mit einem lebhaft goldgelben, bei Eranthemum sanguinolentum auf dunkelgrünem Grunde mit einem dunkelroten Adernetze auf das ansprechendste gezeichnet. Dem Charakter dieser zierlichen B. schließen sich Peperomia arifolia Miq. (s. beistehende Fig. 4) und ihre Spielart var. argyreia an. Zu den in solcher Weise reich geschmückten Pflanzengestalten gehört auch die Gattung Dichorisandra. Bei Dichorisandra mosaica C. Koch et Lindl. sind die großen, unten purpurnen Blätter oben metallisch grün und mit vielen kleinen weißen Linien zwischen den parallelen Seitennerven durchzogen, während die mehr rundlichen, breiten, wellenförmig bewegten, oben silberglänzendgrünen der in umstehender Fig. 5 abgebildeten Dichorisandra undata C. Kock et Lindl. mit Flecken von dunklerm Grün bezeichnet sind. Prächtige B. enthält auch die Familie der Araceen oder Aroideen (s. Tafel: Araceen), besonders die Gattungen Anthurium, aus welcher Anthurium crystallinum Lindl. et Andr. hervorzuheben ist. Ähnlich dieser Art ist Anthurium magnificum Lindl. und Anthurium regale Lindl. Sehr schöne Arten bietet auch die Gattung Alocasia, von welcher Alocasia metallica Hook. mit kupferig schillernden schildförmigen Blättern und Alocasia macrorhiza Sweet. var. variegata mit großen grünen, weißbunten, pfeilförmigen Blättern die besten sind. Die Gattung Dieffenbachia ist mit mehrern ganz ausge-^[folgende Seite]

^[Fig. 2]

^[Fig. 3]

^[Fig. 4]