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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Blockcentrale - Blocksignalsystem

mengeklebt wurden. Man unterscheidet B. mit Text allein, solche mit Text und Bildern auf einer und derselben Seite und solche mit Text und Bildern auf verschiedenen Seiten. Ihr Inhalt war teils geistlicher, teils weltlicher Art. Die bekanntesten B. sind der «Entchrist» (s. Antichrist), die «Ars moriendi», «Biblia pauperum» (s. d.), «Speculum humanae salvationis», Hartliebs «Chiromantie», «Ars memorandi» u. a. – Vgl. Berjeau, Catalogue illustré des livres xylographiques (Lond. 1865); Dutuit, Manuel de l’amateur d’estampes, Bd. 1 (Par. 1884); Hochegger, Über die Entstehung und Bedeutung der B. (Lpz. 1891).

Blockcentrāle, elektrische, Stromlieferungsanstalt für einen Häuserblock.

Blockdecke, s. Blockhaus.

Blockflöte, s. Schnabelflöte.

Blockgatter, s. Sägemaschinen.

Blockhaus, s. Blockverband. – In der Befestigungskunst ist das B. ein aus starken Hölzern (Blöcken) aufgeführtes, gegen senkrechtes Feuer bomben- oder schußsicher eingedecktes, verteidigungsfähiges Gebäude. Die Wände sind entweder aus wagerecht übereinander gelegten verschränkten Balken (Schrankwände) oder aus senkrecht in eine wagerechte Schwelle eingesetzten, außen mit starken Bohlen verschalten Ständern (Ständerwände) gebildet. In den Wänden sind Gewehrschießscharten eingeschnitten; bis zur Höhe dieser Scharten deckt ein Erdanwurf die Wand gegen direktes Feuer; ein Graben vor dem B. (Diamantgraben) erschwert die Annäherung. Die Decke des B. (Blockdecke) wird zunächst aus einer Lage von starken Balken oder von eisernen Trageschienen gebildet, auf die man eine oder zwei sich kreuzende Lagen von Faschinen, endlich eine Erdanschüttung von 1 bis 2 m Höhe mit dachförmig geböschten Wänden anbringt. Die B. werden als Reduits in den Waffenplätzen des gedeckten Weges angelegt und zwar, um sie dem flachen Schusse gänzlich zu entziehen, in die Glacisanschüttung hineingebaut; in ältern Festungen kommen sie noch als Einzelbauten vor. Früher brachte man sie auch als Reduits in Feldschanzen an; auch dienen sie im Gebirgskriege und in weiten unruhigen Landstrichen zur Behauptung abseits gelegener Posten. In der permanenten Befestigung überträgt man die Bezeichnung B. auch auf die in ihren Seitenwänden aus Mauerwerk hergestellten, entweder eingewölbten oder mit Balken (Eisenschienen) eingedeckten verteidigungsfähigen Hohlbauten geringern Umfangs.

Blockieren, einen Platz (Festung, Hafen u. s. w.) absperren, s. Blockade. Im Buchdruck heißt B.: statt des Buchstabens eine oder mehrere verkehrt gestellte Lettern (^[img]) setzen, zur Andeutung einer noch auszufüllenden Lücke im Satze. Über B. im Eisenbahnwesen s. Blocksignalsystem, Central-Weichen- und Signal-Stellvorrichtungen.

Blocklafette, jede Lafette, die hauptsächlich nur aus einem starken Block, meist Holz, besteht, der an seinem vordern Teile zwei kurze Wandstücke zur Aufnahme des Rohres trägt. Neuerdings kaum noch in Verwendung. (S. Wandlafetten.)

Blocksberg, der Name mehrerer Berge und Höhen in Mecklenburg, bei Storkow in der Mittelmark, auch des St. Gerhardsbergs bei Pest, besonders aber des Brockens (s. d.), des höchsten Gipfels des Harzes und Norddeutschlands überhaupt. Im Volksglauben spielt der B. eine wichtige Rolle. Wie die Hexen in Schwaben zum Schwarzwald, im Breisgau zum Kandel oder zum Heuberg bei Balingen, in Thüringen zum Hörselberg bei Eisenach oder zum Inselsberg, in Hessen zum Bechtelsberg (s. Berchta) bei Ottrau, in Schweden zum Blåkulla, in Frankreich zum Puy de Dôme in der Auvergne ausfahren oder reiten, so in Norddeutschland zum B. Auf diesen die Umgebungen überragenden Höhen feiern sie namentlich in der Walpurgisnacht (s. d.), auch in der Johannisnacht festliche Zusammenkünfte und ergötzen sich durch wilde Tänze und ausgelassene Spiele. Fast alle Hexenberge waren nachweislich zur Zeit des german. Heidentums weitberühmte Opferstätten, Salz- oder Malberge (Gerichtsplätze), auf denen am 1. Mai große Opferfeste mit Tanz- und Trinkgelagen und Volksversammlungen gehalten wurden. Bei diesen waren auch Zauberinnen zugegen, und diese blieben im Volksglauben als Hexen zurück, zumal jene schon im Heidentum bald als freundliche, bald als feindliche Wesen galten. Sie sollten im Aberglauben noch zu christl. Zeit heimliche, verbotene Zusammenkünfte mit ihren Anhängern pflegen. (S. Hexen.) Dieser von den christl. Priestern als teuflisch verschriene Kultus gab Anlaß zur Bildung von Spuk- und Geistersagen, die bei den dafür empfänglichen Gemütern des 16. und 17. Jahrh. Glauben und in der neuern deutschen Poesie, insbesondere in Goethes «Faust Ⅰ», Verwendung fanden. – Vgl. Joh. Prätorius, Blockes-Berges Verrichtung u. s. w. (Lpz. u. Frankf. 1668); Jacobs, Der Brocken in Geschichte und Sage (Halle 1879); Pröhle, Brockensagen. Mit einer Abhandlung über den Hexenzug nach dem B. (Harzburg 1888). ^[Spaltenwechsel]

Blockschiff oder Hulk, ein der Masten und Takelage entkleidetes Schiff, in der Regel ein nicht mehr seetüchtiges Kriegsschiff, welches an den Eingängen der Häfen oder an den Zollstationen der Ströme als Zoll- oder Wachtschiff vor Anker gelegt wird. Auch bediente man sich früher der B. im Kriege, um Häfen und Strommündungen gegen das Einlaufen feindlicher Schiffe zu sperren, zu welchem Zwecke sie dann mit Geschützen armiert wurden, oder um auf denselben Kriegs- und andere Gefangene sicher aufzubewahren, da ein Entrinnen von diesen schwimmenden Gefängnissen sehr schwer ist. Auch als schwimmende Magazine für Kohlen, Proviant, als Kasernen und als Lazarette werden B. benutzt.

Blockschrift nennt man die großen Grade der modernen sog. Grotesqueschriften, weil diese Schriftart keine Haarstriche, sondern nur blockartige gleichmäßig starke Grundstriche hat.

Blocksignalsystem. Um ein Aufrennen zweier in derselben Richtung und auf demselben Gleise fahrender Eisenbahnzüge zu vermeiden, ist durch das Bahnpolizeireglement für die Eisenbahnen Deutschlands sowie auch durch gesetzliche Bestimmungen in andern Ländern angeordnet, daß Züge sowie einzeln fahrende Lokomotiven einander nur in Stationsabstand folgen dürfen, d. h. daß der nachfolgende Zug eine Station erst verlassen darf, nachdem der voraufgegangene Zug die nächstfolgende Station erreicht hat. Liegen nun zwei Stationen weit voneinander entfernt, so dürften sich Züge nur in so großen Zwischenräumen folgen, sodaß ein stärkerer Betrieb nicht bewältigt werden könnte. Es werden deshalb auf der Strecke zwischen zwei Stationen eine oder mehrere Zwischenstationen, sog. Blockstationen angeordnet und jede einzelne der dadurch hergestellten Teilstrecken in Bezug auf das Folgen der Züge so behandelt wie die Strecke