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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Blockstation; Blockstrecke; Blockverband

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Blockstation - Blockverband

zwischen zwei Hauptstationen. Die Blockstationen haben den Zweck, die Einfahrt eines Zuges in die bis zur nächsten Blockstation reichende Strecke so lange zu verhindern, bis der nächst vorgebende Zug diese Strecke verlassen hat. Der Name «Blockstation» stammt vom engl. to block, absperren, verschließen, weil durch das an der Blockstation aufgestellte Signal die betreffende Teilstrecke für einen Eisenbahnzug so lange abgesperrt (blocked, blockiert) wird, bis der voraufgegangene Zug diese Strecke, die Blockstrecke, verlassen hat. Auf den Blockstationen sind Einrichtungen getroffen, welche die Blockstationswärter in den Stand setzen, sich, meistens auf elektrischem Wege, gegenseitig darüber zu verständigen, ob die zwischen ihnen befindliche Strecke besetzt oder frei ist, und mittels deren sie hiernach dem ankommenden Zuge das Halt- oder das Fahrsignal geben können. Um die durch Mißverständnisse und Irrtum der Wärter entstehenden Gefahren zu vermeiden, hat man die Signalvorrichtungen zweier aufeinander folgender Blockstationen in eine solche Abhängigkeit voneinander gebracht, daß das Fahrsignal auf einer Station überhaupt gar nicht gegeben werden kann, bevor sie nicht durch die nächstfolgende Station «deblockiert» worden ist, d. h. bevor letztere nicht angezeigt hat, daß der vorausgegangene Zug bei ihr vorbeigefahren ist. Der Bockbetrieb ist durch nachstehende Abbildung erläutert.

S<sub>1</sub> und S<sub>2</sub> sind zwei Bahnhöfe, zwischen denen sich die beiden Streckenblocks Ⅱ und Ⅲ befinden; Ⅰ und Ⅳ sind die zu den Stationen gehörigen Abschlußblocks. Die erste Reihe veranschaulicht die Stellung der Signale in dem Augenblick, wo der Zug in S<sub>1</sub> zur Abfahrt bereit steht und der dienstthuende Beamte soeben auf telegr. Wege den Wärter in Ⅰ hiervon benachrichtigt hat. Dieser zieht an seinem Telegraphenmast das Ausfahrsignal, verständigt die Station S<sub>1</sub> hiervon und weckt den Wärter bei Ⅱ. Nachdem der Zug die Station S<sub>1</sub> verlassen hat, dreht der Beamte daselbst die Kurbel seines Blockapparats, wodurch eine rote Scheibe (in der Figur schwarz) in dem runden Fensterchen hervortritt und der abgefahrene Zug gedeckt wird.

Die zweite Reihe der Abbildung stellt diesen Zustand dar. In der dritten Reihe befindet sich der Zug zwischen dem Abschlußblock Ⅰ und dem Streckenblock Ⅱ. Der Wärter in Ⅰ hat bald nach dem Vorbeifahren des Zuges an seinem Posten den Telegraphenarm wieder auf «Halt» (wagerecht) gestellt und durch Drehen der Kurbel an seinem Blockapparat die Scheibe vor dem Fensterchen in Rot verwandelt, wodurch das zugehörige Feld am Stationsblock S<sub>1</sub> wieder weiß und die Strecke von S<sub>1</sub> bis Ⅰ frei geworden ist, sodaß sie von einem nachfolgenden Zuge befahren werden kann. Durch Verwandlung des Blockfeldes bei Ⅰ in Rot ist aber auch zugleich der Signalarm verriegelt worden, der Wärter kann daher nicht ohne weiteres Fahrsignal geben. Erst wenn der Zug in die Blockstrecke zwischen Ⅱ und Ⅲ eingefahren (vierte Reihe), der Wärter in Ⅱ sein Signal auf «Halt» gestellt und sich durch Rotmachen der Scheibe blockiert hat, wird die rote Scheibe in Ⅰ wieder weiß und das Signal daselbst entriegelt. Sobald der Zug vor dem Bahnhofsabschluß Ⅳ anlangt, kann der Wärter daselbst erst nach erhaltener Erlaubnis der Station S<sub>2</sub> Fahrsignal geben; die Erlaubnis wird durch Verwandlung seiner roten Scheibe in Weiß erteilt, wodurch zugleich der Signalarm entriegelt wird. Nach Einfahrt des Zuges in die Strecke zwiscken Ⅳ und S<sub>2</sub> verfährt der Wärter bei Ⅳ in derselben Weise wie vorher der Wärter bei Ⅰ.

Da bei diesem System aber kostspielige Einrichtungen für die Verständigung der Wärter untereinander u. s. w. erforderlich sind, so hat man bei verschiedenen Eisenbahnen, besonders in Frankreich, das Zeitblocksystem in Anwendung gebracht. Bei diesem System wird die Strecke zwischen zwei Stationen ebenfalls in Teilstrecken eingeteilt, an deren Grenzen Signalzwischenstationen angeordnet werden. Diese Zwischenstationen stehen aber nicht in gegenseitiger Verbindung, die bei denselben aufgestellten Wärter haben vielmehr nur die Weisung, sofort nach dem Passieren eines Zuges das Haltsignal zu geben und dasselbe nicht vor einer bestimmten Zeit zu entfernen. Erreicht ein anderer Zug innerhalb dieses Zeitraums die Zwischenstation, so wird er durch das Blocksignal zum Stehen gebracht. Bei diesem System ist eine Sicherheit gegen Aufrennen in dem Fall nicht geboten, daß der vorausgegangene Zug auf der Strecke zwischen zwei Blockstationen liegen geblieben ist. Die Vorzüge des erstern Systems, des sog. Raumblocksystems, vor dem Zeitblocksystem haben denn auch dahin geführt, daß letzteres immer mehr verlassen und das Raumblocksystem angewendet wird. (S. Central-Weichen- und Signal-Stellvorrichtungen und Eisenbahnsignale.) – Vgl. Schubert, Die Sicherungswerke im Eisenbahnbetriebe (Wiesb. 1888).

^[Abb.: Blocksignalsystem]

Blockstation, Blockstrecke, s. Blocksignalssystem.

Blockverband nennt man in der Baukunst das Zusammenfügen unbehauener Baumstämme zu einer Wand und weiter mehrerer Wände zu einem Gebäude. Der B. hat sich in waldreichen Gebirgsgegenden, wie im Erzgebirge, in den Alpen (Sennhütten) , den Wäldern Amerikas u. s. w., bis heute erhalten. Ein im B. hergestelltes Gebäude heißt Blockhaus. Auch für Gartenhäuser ist der B. beliebt. B. ist auch eine Art der Steinverbände (s. d.).