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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: B. L. S.; Bloomington; Blöße; Blouse; Blow; Blowitz; Blšany; Blücher

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Bloomington - Blücher

«The milk-maid» und «The sailor’s return», waren das erste, was von ihm gedruckt wurde und Beifall fand. Seine ansprechendste Dichtung ist «The farmer’s boy» (1800; illustriert von B. Foster, Lond. 1875, Boston 1877; deutsch von Fick, Erlangen 1803). «Rural tales, ballads and songs» (1802) und kleinere Gedichte («Wild flowers», «Mayday with the Muses»), auch ein dramat.Idyll: «Hazlewood Hall», erregten nicht die frühere Teilnahme. Mit Thomson hat B. Fluß der Verse und Wärme der Empfindung gemein; an Kraft und Lebhaftigkeit der Einbildung steht er ihm nach. Der Herzog von Grafton, Rogers und Southey nahmen sich seiner an. Die mißliche Lage, in die er gegen Ende des Lebens geriet, wurde durch Blindheit und körperliche Leiden verschlimmert. Er starb 19. Aug. 1823 zu Shefford in Bedford. B.s «Poems» wurden öfters gedruckt, ebenso seine «Works» (2 Bde., 1814). Auswahl seines Briefwechsels von Hart (Lond. 1871).

Bloomington (spr. blúmingt’n). 1) Hauptstadt des County McLean im nordamerik. Staate Illinois, südwestlich von Chicago, ist Knotenpunkt einer Anzahl von Bahnen, darunter die Illinois-Central-, Chicago- und Altonbahn, welche letztere hier große Werkstätten unterhält, hat (1890) 20484 E., die Wesleyan University und in der Nähe die State Normal University; ferner Kohlengruben, bedeutende Industrie und lebhaften Handel sowie eine deutsche Zeitung. – 2) Hauptort des County Monroe in Indiana, südwestlich von Indianapolis, hat 4018 E. und ist Sitz der Staatsuniversität.

Blöße, in der Fechtkunst der Mangel an Deckung einzelner Körperteile, der durch das Aufgeben der richtigen Auslage der eigenen Klinge entsteht.

Blöße, in der Gerberei die durch Kalken und Schwellen für den Gerbeprozeß zubereitete Haut.

Blouse (frz., spr. bluhs’), s. Bluse.

Blow (spr. bloh), John, engl. Komponist, geb. 1648, wurde als Sängerknabe des königl. Kirchenchors in London erzogen, war teils als Organist, teils als Dirigent und Komponist in dieser Kapelle lebenslang thätig und starb 1. Okt. 1708. Er komponierte viele Kirchenstücke (Anthems u. s. w.), die gedankenreich, kunstvoll und doch einfach sind. Seine weltlichen Gesänge erschienen gedruckt als «Amphion Anglicus» (Lond. 1700). Er war der Lehrer des großen H. Purcell (s. d.) und ist nächst diesem der bedeutendste engl. Tonsetzer seiner Zeit.

Blowitz, czech. Blovice, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Pilsen in Böhmen, an der Uslawa und der Linie Wien-Eger der Österr. Staatsbahnen, hat (1890) als Gemeinde 1765 czech. E., Post, Telegraph, Bezirksgericht (306 qkm, 50 Gemeinden, 65 Ortschaften, 20895 E.), Brauerei, 2 Dampfmühlen und 1 Dampfbäckerei. In der Nähe das Schloß Hradischt des Grafen Pálffy von Erdöd mit Park und die Ruine Wildstein (549 m), einst den Rosenbergern gehörig.

B. L. S., Abkürzung für benevolo lectori salutem (lat., d. h. dem geneigten Leser Heil oder Gruß!).

Blšany (spr. blschani), czech. Name von Flöhau (s. d.) in Böhmen.

Blücher, adeliges Geschlecht, zählt zu den ältesten in Pommern, Mecklenburg und Holstein. Hermann von B., um 1290 genannt, ist vielleicht der Stammvater des Hauses, wenigstens des pommerschen Zweigs, der mit Vincenz und dessen Vetter Ludwig von B. um 1760 ausstarb. Dem mecklenb. Aste, zunächst dem Hause Groß-Rensow, entstammte Fürst Leberecht B. (s. d.) von Wahlstatt, der 3. Juni 1814 in den Fürstenstand erhoben wurde, während seine Nachkommen die gräfl. Würde erhielten. Fürst B. hinterließ zwei Söhne: 1) Graf Franz B. von Wahlstatt, geb. 10. Febr. 1778, der an den Feldzügen von 1813‒14 teilnahm und als preuß. Generalmajor 10. Okt. 1829 zu Köpenick geisteskrank infolge der im Kriege erhaltenen Kopfwunden starb. Dessen Sohn, Gebhard, geb. 14. Juli 1799, erhielt als Haupt der Linie B. von Wahlstatt den preuß. Fürstentitel nach dem Rechte der Erstgeburt 18. Okt. 1861 und wurde erbliches Mitglied des preuß. Herrenhauses; er starb 8. März 1875. Seine Kinder hatte er durch deren kathol. Mutter zu dieser Konfession überführen lassen; ihm folgte sein ältester Sohn Gebhard, Fürst B. von Wahlstatt (geb. 18. März 1836), als Haupt dieser Linie. 2) Graf Friedrich Gebhard B. von Wahlstatt, geb. 1780, der sich ebenfalls an den Feldzügen beteiligte, seinen Abschied als Oberstlieutenant nahm und 14. Jan. 1834 ohne männliche Nachkommen starb. – Ein Enkel vom Oheim des Fürsten B., Konrad Daniel von B., geb. 29. Febr. 1764, ist der Begründer der Linie Blücher-Altona. Er trat früh in dän. Dienste, war seit 1808 Chef der Verwaltung in Altona, machte sich um diese Stadt hochverdient und starb daselbst 1. Aug. 1845 als dän. Geh. Konferenzrat und Oberpräsident der Stadt. Er war 27. Okt. 1818 in den erblichen dän. Grafenstand erhoben worden. Der jetzige Vertreter dieses Zweigs ist Gustav, Lehnsgraf von Blücher-Altona, geb. 24. April 1873. – Eine dritte Linie des Geschlechts, die Linie Blücher-Finken, begründete der Domherr und Johanniterritter Ludwig Gerhard Hartwig Friedrich von B., geb. 21. Dez. 1769, gest. 21. Juli 1836, 13. Okt. 1814 in den preuß. Grafenstand erhoben. Die Linie, deren jetziger Vertreter Graf Adolf, geb. 7. Dez. 1840, ist, hat Besitzungen in Mecklenburg-Schwerin. – Vgl. Wigger, Geschichte der Familie von B. (2 Bde., Schwer. 1870‒79) ^[Spaltenwechsel]

Blücher, Gebhard Leberecht von, Fürst von Wahlstatt, preuß. Generalfeldmarschall, wurde zu Rostock 16. Dez. 1742 geboren. Bis zu seinem 10. Jahre wuchs er auf dem Gute seines Vaters, frühern kurhess. Rittmeisters, heran. Dann brachte ihn derselbe mit einem Bruder zu seinem Schwiegersohne, dem schwed. Kammerherrn von Krackwitz nach Rügen. Hier erlangte B. große Geschicklichkeit in allen körperlichen Übungen, besonders im Reiten; aber seine wissenschaftliche Bildung wurde ganz vernachlässigt. Die Brüder wußten 1756 gegen den Willen ihres Schwagers und ihrer Eltern, ihre Annahme bei dem schwed. Husarenregiment Sparre (später Mörner) durchzusetzen. B. trat als Junker ein, wurde aber 29. Aug. 1760 auf dem Rückzuge nach dem Gefecht bei Suckow von einem preuß. Husaren des Regiments Belling am Kavelpaß gefangen, als er mit dem Pferde gestürzt war. Oberst von Belling bewog ihn, in preuß. Dienste überzutreten, und wirkte ihm dazu gegen Auswechselung eines gefangenen schwed. Offiziers den Abschied aus. B. trat (1760) als Kornett beim Regiment Belling ein und wohnte dessen weitern Feldzügen bei, wurde bald Bellings Adjutant und schon 1761 Premierlieutenant. 1770 glaubte sich B. zurückgesetzt und erhielt von Friedrich Ⅱ. den geforderten Abschied mit den Worten: «Der Rittmeister B. mag sich zum Teufel scheren», und heiratete die Tochter