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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Blumenspiele; Blumensprache; Blumenstäbe; Blumenstaffelei; Blumenstein; Blumenstrauß; Blumenteppich; Blumenthal

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Blumenspiele - Blumenthal (Leonh., Graf von)

Wiener Feuilletons (Wien 1889), «Neue Novellen» (2 Bde., Lpz. 1890), «Glückbeladen.» Novelle (ebd. 1890), «Allerlei Liebe» (ebd. 1889), «Stürme im Hafen.» Roman (2 Bde., Bresl. 1892).

Blumenspiele, poet. Wettkämpfe in Toulouse, s. Jeux floraux.

Blumensprache, im Orient Selâm (s. d.), nennt man die Kunst, durch natürliche Blumen Gedanken und Empfindungen auszudrücken und einem andern mitzuteilen. Die B., ursprünglich eine bloße Begrüßung, ist eine Erfindung des Orients, wo sie dem in der Einsamkeit gehaltenen weiblichen Geschlecht stets als Dolmetscher in Liebesangelegenheiten diente, und nach Land und Sitte sehr verschieden. Die im Orient jetzt übliche B. gründet sich auf den Namen der Blume, während bei uns die symbolische Bedeutung der Blumen oft auch aus gewissen diesen eigentümlichen oder angedichteten Eigenschaften hergenommen ist. Aus der mittelalterlichen (höfischen) Poesie stammt unsere Auffassung der Lilie als eines Sinnbildes der Unschuld und Reinheit, der Rose als Sinnbild der Liebe und Freude. Beide sind Symbole für Christus (Kirchenlied «Es ist ein’ Ros’ entsprungen») und Maria (als Gemälde «Madonna mit der Lilie», «Madonna im Rosenhag») und erscheinen in Dichtungen häufig vereinigt und manchmal begleitet vom Veilchen, dem Boten des Frühlings. Zur Zeit des deutschen Kaisers Wilhelm Ⅰ. galt die Kornblume als Zeichen der Anhänglichkeit an das Haus Hohenzollern. Die Distel ist Nationalabzeichen der Schotten. Durch die Blume sprechen heißt geheimnisvoll, nur in Andeutungen und einzelnen verständlich reden. – Vgl. Du Vignau, Le langage muet ou l’art de faire l’amour sans parler, sans écrire ou sans se voir (Middelburg 1688; Köln 1718); Müchler, Die B. oder Symbolik des Pflanzenreichs (nach dem Französischen der Frau Charlotte de Latour, Berl. 1820); Symanski, Selam oder die Sprache der Blumen (3. Aufl., ebd. 1823); Bratranek, Beiträge zu einer Ästhetik der Pflanzenwelt (Lpz. 1853); Johanna Nathusius, Die Blumenwelt nach ihrer deutschen Namen Sinn und Deutung (2. Aufl., ebd. 1869); Hradisch, Schönste B. oder vollständige Deutung der Blumen in Versen und Prosa, nebst Kränzchen und Sträußchen für Liebe und Freundschaft, dann ein Blumenorakel und eine allegorische Bezeichnung der Stunden (3. Aufl., Thorn 1890); Die B. Der Liebe und Freundschaft gewidmet (Styrum 1891). Über die Blumensymbolik des Mittelalters vgl. Wackernagel, Kleinere Schriften, Bd. 1 (Lpz. 1872).

Blumenstäbe sind dünne, gerade, meist aus Fichten- oder Kiefernholz geschnitzte Stäbchen, die zum Aufrechthalten der Topfgewächse, wie auch kleinerer Freilandpflanzen dienen. Sie dürfen nicht länger als die Pflanze selbst sein; das untere Ende, welches zum Einstecken in den Wurzelballen dient, muß mit kurzer Spitze versehen sein, während sich der Stab in seiner ganzen Länge nach oben verjüngt. Die B. werden in der Nähe des Haupttriebes genau senkrecht fest in die Erde gesteckt und der Trieb mittels dünner Bastfäden locker an dieselben festgebunden. Stets sind sie so zu stellen, daß sie von der Schauseite der Pflanze gedeckt werden. Sind mehrere Stengel vorhanden, sodaß diese nicht alle an einen Stab angeheftet werden können, so benutzt man auch drei oder mehr Stäbe, die dann schräg in den Boden gesteckt werden, sodaß sie nach oben gleichmäßig weiter auseinander stehen als nach unten. – In der dekorativen Architektur ist Blumenstab ein mit Blumen und Blättern umwundener Rundstab, der an Säulenbasen, in Hohlkehlen und Kannelierungen häufig vorkommt. ^[Spaltenwechsel]

Blumenstaffelei, ein in neuerer Zeit sehr beliebt gewordenes Schaustück der Binderei, zu dessen Herstellung ein mit feiner natürlicher oder gefärbter Messingdrahtgaze bespannter Rahmen in Form eines großen, mehr hohen als breiten Bildes benutzt wird. Der Rahmen wird aus einem breiten Rand von Blumen mit einem stumpfen Farbenton gebildet, während in der Mitte auf der Drahtgaze ein flaches, wie ein leichtes Vasenbouquet wirkendes Blumenarrangement befestigt wird. Das fertige Bild erhält seinen Platz auf einer Staffelei im Prunkzimmer.

Blumenstein, Dorf und Bad im Bezirk Thun des schweiz. Kantons Bern, 9 km westlich von Thun, am Fuße der Stockhornkette und des Gurnigel, ist über den Thalgrund zerstreut und hat (1888) 858 meist prot. E. Die Kirche und der Pfarrhof der Gemeinde liegen in 792 m Höhe einsam am Ausgange einer Schlucht, in deren Grund sich der Fallbach tobend und schäumend herabstürzt. Das 2 km nördlicher in grünem Wiesenthale in 655 m Höhe gelegene Bad, 1873 gänzlich abgebrannt und seither im Schweizerstil wiederhergestellt, besteht aus einem wohleingerichteten Kurhause, einem Wirtschaftsgebäude und einem Badehause und besitzt eine erdige Eisenquelle, die seit langer Zeit gegen gichtische und rheumatische Leiden mit Erfolg angewendet wird.

Blumenstrauß, s. Bouquet.

Blumenteppich, s. Teppichbeet.

Blumenthal. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Stade,hat 174,00 qkm, (1890) 22547 (10821 männl., 11726 weibl.) E. und 39 Landgemeinden. – 2) B. in Hannover, Pfarrdorf und Hauptort des Kreises B., 3 km unterhalb Vegesack, unweit rechts der Weser, an der Nebenlinie Grohn-Farge der Farge-Vegesacker Eisenbahngesellschaft, hat (1890) 2926 E., Post, Telegraph, Landratsamt, Amtsgericht (Landgericht Verden), reform. und kath. Kirche, evang. und kath. Volksschule; Wollkämmerei (Bremer Aktiengesellschaft mit 2000 Arbeitern), Schiffbau, Schifffahrt, Lohgerberei und mehrere Ziegeleien.

Blumenthal, Leonh., Graf von, preuß. General, wurde 30. Juli 1810 zu Schwedt a. d. O. geboren, im Kadettenkorps erzogen, trat 1827 als Offizier in das damalige Garde-Reserve- (jetzige Garde-Füsilier-) Regiment und besuchte 1830‒33 die Allgemeine Kriegsschule zu Berlin. Nachdem B. hierauf 1837‒45 Adjutant des Koblenzer Garde-Landwehrbataillons gewesen und inzwischen 1844 zum Premierlieutenant befördert war, erhielt er 1846 eine Berufung in das Topographische Bureau. In den folgenden Jahren zu gründlicherer Kenntnis der technischen Waffen auf je 3 Monate zur Dienstleistung bei der Garde-Artilleriebrigade und der Garde-Pionierabteilung kommandiert, nahm B. 18. März 1848 beim Füsilierbataillon des 31. Regiments am Straßenkampfe in Berlin teil. Kurz darauf wurde er zum Großen Generalstabe kommandiert und 1. Jan. 1849 als Hauptmann in den Generalstab der Armee versetzt. Im Stabe des Generals von Bonin wohnte er 1849 dem Feldzuge in Schleswig und Jütland bei und wurde im Mai zum Chef des Generalstabes der schlesw.-holstein. Armee ernannt. Nach dem Kriege war er 1850 der mobilen Division Tietzen in Kurhessen bei- ^[folgende Seite]