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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Blutastrild - Blüte

Schwäche oder Lähmung derselben. Die ausgedehnteste Anwendung findet die lokale Anämie in der von Prof. Esmarch in Kiel eingeführten künstlichen Blutleere bei Operationen (s. Amputation). - Vgl. Esmarch, über künstliche Blutleere bei Operationen (Lpz. 1873).

Blutastrild, s. Blutfink.

Blutauffrischung nennt man in der Viehzucht die in der Regel durch männliche Tiere bewirkte Einführung frischen Blutes in eine durch Inzucht oder Kreuzung entartete Rasse oder Herde; diese Tiere müssen der Rasse oder einer der Rassen angehören, aus welcher die aufzufrischende Herde entstanden ist. - Vgl. H. von Nathusius, Vorträge über Viehzucht und Rassenkenntnis (3 Bde., Berl. 1872-80).

Blutauge, s. Hämophthalmus.

Blutbann, die Gerichtsbarkeit über Leben und Tod (s. Bann). Sie stand im Deutschen Reiche dem Könige zu, gelangte mit der Ausbildung der Landeshoheit aber auch an die Landesherren. Die geistlichen Territorialherren durften jedoch nach kanonischem Recht den B. nicht ausüben.

Blutbanner, s. Blutfahne.

Blutbeule, s. Beule und Blutung.

Blutbewegung, s. Kreislauf des Blutes.

Blutbildner, s. Proteinstoffe.

Blutblase (Haematocystis), blasenförmige, mit ausgetretenem Blut angefüllte Erhebung der Haut, entsteht meist durch Druck, Stoß oder Quetschung.

Blutbrechen (Haematemesis) nennt man denjenigen krankhaften Zustand, wobei flüssiges oder geronnenes Blut unter Würgen und Erbrechen durch den Mund nach außen geworfen wird. Das B. ist durchaus keine eigenartige, für sich bestehende Krankheit, sondern nur ein Krankheitssymptom, welches zu den verschiedensten Erkrankungen des Verdauungsapparats hinzutreten kann. Gewöhnlich geht das Gefühl von Druck und Schwere im Magen, Übelkeit und Brechneigung vorher, nicht selten mit krampfartigen Beschwerden. Dann ist es plötzlich dem Kranken, als würde eine warme Flüssigkeit in den Magen gegossen und steige den Schlund herauf, worauf sich Ohnmachtsanwandlungen, Kühle und Blässe des Gesichts und kalter Schweiß einstellen und plötzlich mehr oder minder reichliche Mengen von Blut erbrochen werden. Ist die Menge des ausgeleerten Blutes bedeutend, so treten rasch die allgemeinen Zeichen der Blutleere (kleiner elender Puls, fahles Aussehen, Ohnmachten und Krämpfe) ein. Gewöhnlich kehrt das B. mehreremal wieder. Das entleerte Blut ist entweder hellrot gefärbt und flüssig oder geronnen und dunkler gefärbt, wie Schokolade oder Kaffeesatz, oft fast unkenntlich, wie Ruß. Meist wird dann auch mit dem Stuhlgang geronnenes Blut ausgeleert, das aber ebenfalls fast unkenntlich, schwarz, pechartig aussieht. Gewöhnlich bleiben noch monatelang gastrische Störungen zurück, und nicht selten kehrt die Krankheit später wieder. Zuweilen folgt der Tod, entweder infolge des Blutverlustes unter Krämpfen oder durch Erstickung während des Anfalls, oder später durch Entkräftung und die das B. veranlassenden Ursachen. Diese sind meist Entartungen des Magens: bald ganz kleine blutende Geschwüre (die sog. hämorrhagischen Erosionen), bald, was am häufigsten der Fall ist, das sog. runde Magengeschwür (s. d.), im höhern Lebensalter wohl auch der Magenkrebs u. dgl.; bisweilen auch Unterdrückung gewohnter Blutungen in andern Organen, wie dies mitunter beim Ausbleiben der Menstruation beobachtet wurde (sog. vikariierende Magenblutung). Auch im Verlauf von Leber- und Milzkrankheiten kann es infolge der hochgradigen Blutstauung in der Magenschleimhaut zu mehr oder weniger beträchtlichen Blutungen kommen. Mitunter werden auch Magenblutungen von Militärpflichtigen und hysterischen Weibern simuliert, ein Betrug, den ein umsichtiger Arzt leicht aufdecken kann. Das B. ist immer gefährlich, besonders bei geschwächten Personen. Die Behandlung hat zunächst für absolute körperliche und geistige Ruhe, horizontale Lagerung sowie Enthaltung von aller Nahrung zu sorgen, dann die Ursachen zu berücksichtigen, z. B. unterdrückte Blutungen wiederherzustellen. Man verordnet scharfe Hand- und Fußbäder, Eisumschläge in der Magengegend, unter Umständen blutstillende und beruhigende Mittel, Verschlucken bohnengroßer Eisstückchcn, kleine Schlucke Eiswasser, Citronensaft oder Essig u. s. w. Zur Ernährung empfiehlt sich besonders Leubes Fleischsolution (s. d.). Die Nachkur richtet sich nach der zu Grunde liegenden Ursache und hat im übrigen die zurückgebliebene Blutarmut zu bekämpfen.

Blutbrüderschaft, s. Blutsbruderschaft.

Blutbuche (Fagus purpurea), s. Buche.

Blutdrüse, s. Drüsen.

Blutdünger oder Blutmehl ist der Name, unter welchem Düngstoffe in den Handel gebracht worden sind, welche aus durch Zusatz von Gips und sonstigen wertlosem Material aufgesogenem und ausgetrocknetem Blut bestehen. So wertvoll die Bestandteile des Blutes als Düngstoffe sind, so haben doch die daraus dargestellten Fabrikate, wegen der großen Menge von fremden Beimischungen, meist den Erwartungen nicht entsprochen. In neuerer Zeit besteht der B. fast nur aus reinem Blut mit geringem Zusatz von Kalk. Er kann nur dargestellt werden, wenn die Nähe von großen öffentlichen Schlachthäusern genügendes Material darbietet. B. hat folgende Zusammensetzung: 11,8 Proz. Stickstoff, 1,2 Proz. Phosphorsäure und 0,7 Proz. Kali. In der Landwirtschaft wird er seines hohen Stickstoffgehaltes als stark treibendes Dungmittel benutzt.

Blüte nennt man in der Botanik jedes Organ einer Pflanze, das zur Hervorbringung echter Samen bestimmt ist. Da den Kryptogamen echte Samen fehlen, so kann bei ihnen von einer B. nicht die Rede sein. Nur den Phanerogamen kommt diese Eigenschaft zu, und man hat sie deshalb auch oft im Gegensatz zu den Kryptogamen als Blütenpflanzen bezeichnet. Die B. ist stets als ein Sproß zu betrachten, dessen Blätter, nach der Funktion, die ihnen zufällt, mehr oder weniger umgeändert sind und gewöhnlich gedrängter zusammenstehen als an andern Sprossen. An einer vollständigen B. unterscheidet man vier Arten von Blattorganen: die Kelchblätter, Blumenblätter, Staubblätter und Fruchtblätter (s. Fig. 1). Da diese vier Arten von Blättern in den meisten Fällen in Kreisen angeordnet sind, so spricht man auch von Kelchblatt- (k), Blumenblatt- (b), Staubblatt- (s), Fruchtblattkreisen (f).

Den Kelch (calyx) und die Blumenkrone (corolla) faßt man auch unter dem Namen der Blütenhülle (Perianthium) zusammen. Andröceum nennt man die Gesamtheit der Staubblätter, Gynäceum die Gesamtheit der Fruchtblätter. Das Perianthium kann einer B. völlig fehlen, und außerdem kann auch entweder das Andröceum oder das Gynäceum fortfallen.