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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bogdo; Bogdo-Küren; Bogdo-ola; Bogen (elektrischer); Bogen (in der Baukunst)

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Bogdo – Bogen (elektrischer)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bogdanowitsch (Modest Iwanowitsch)'

2 Bde., Petersb. 1863–69), «Geschichte des Krieges von 1814» (deutsch, 2 Bde., Lpz. 1866), «Geschichte der Regierung Alexanders I.» (6 Bde., Petersb. 1869–71), «Der orient. Krieg 1853–56» (4 Bde., ebd. 1876). B. verfaßte außerdem eine Militärencyklopädie (6 Bde., 1852–58).

Bogdo, Großer und Kleiner, zwei Berge im russ. Gouvernement Astrachan am linken Ufer der Wolga, alleinstehende Triasgruppe, in sandig-thoniger Steppe, östlich von Tschernyj-jar. Der Große B. ist 176 m, der Kleine 28 m hoch. Im NO. vom Großen B. liegt der Salzsee Baskuntschak (s. d.).

Bogdo-Küren, Stadt in der Mongolei, s. Urga.

Bogdo-ola («Heiliger Berg»), ein 3–4000 m hoher,dreispitziger Gipfel im östl. Teile des Thianschan in Centralasien. Die ganze den Namen B. tragende Massenerhebung zieht von W. nach O. unweit Urumtschi, in 43 1/2° nördl. Br. und 88–89° östl. L. von Greenwich.

Bogen, in der Baukunst ein aus keilförmigen Steinen zusammengesetztes gebogenes Stück Mauerwerk, das auf zwei Stützen ruht, den Raum zwischen diesen überdeckt und gewöhnlich noch zum Tragen darüber befindlicher Bauteile bestimmt ist.


Figur 1:

Für einen B. (Fig. 1) sind folgende Bezeichnungen üblich: die Mauerteile, auf denen der B. aufsitzt, heißen Kämpfer oder Widerlager (K); die untersten Steine des B. werden die Anfänger oder Füße (a) genannt. Der oberste Stein, welcher im Scheitel des B. sitzt, heißt Schlußstein (S). Die in der Mauerflucht sichtbare vordere Fläche des B. heißt Stirn, Haupt oder Schild; seine äußere krumme Fläche wird Rücken oder äußere Leibung, seine innere krumme Fläche innere Leibung benannt. Den Abstand (A) zwischen den Widerlagern bezeichnet man mit Spannweite, die Höhe (s) des Scheitels über den Kämpferfugen mit ↔ Stich oder Pfeilhöhe. Die Stirnseite wird oft durch ein der Bogenlinie folgendes Profil ausgezeichnet (s. Archivolte). Der Schlußstein ist meist größer als die andern Wölbsteine, oft auch besonders hervortretend und mit Blattornamenten, Masken u. dgl. verziert. Auch die Kämpfer (s. d.) zeigen häufig architektonisch durchgebildete Formen. Bisweilen wird der B. rein dekorativ als Blende (s. d.) verwendet. B. kommen oft in langen Reihen nebeneinander vor und heißen dann Bogenreihen (Arkaden, s. d.).


Figur 2 bis 6:


Figur 7 bis 10:

Der B. bildet entweder einen Halbkreis (Rundbogen, s. Fig. 4), oder einen Teil eines solchen (Stichbogen, Flachbogen, Fig. 6), oder eine halbe Ellipse (Korbbogen, Fig. 3), oder besteht aus zwei, in einem Winkel zusammenstoßenden B. (Spitzbogen, Fig. 5), oder er zeigt die Form etwa eines Dreiviertelkreises (Hufeisenbogen, Fig. 7). Tudorbogen ist ein gedrückter Spitzbogen. Wird der Bogen über die Stützpunkte nach unten verlängert, so nennt man ihn gestelzt (Fig. 8); ist diese Verlängerung eine einseitige, so heißt er steigender B. Wird die Spitze eine Spitzbogens nach oben schlank ausgezogen, so nennt man den B. Eselsbogen (Fig. 9); diesem ähnlich, nur gedrückter ist der persische B. oder Kielbogen (Fig. 10). Scheitrechte B. (Fig. 2) nennt man jene, deren Unterkanten eine wagerechte Linie bilden.


Figur 11 bis 14:

Durch Besetzung der Innenlinie eines B. mit Vorsprüngen (Nasen) lassen sich mannigfache verzierte Formen bilden (Fig. 11–14), sodaß sich im ganzen über 50 verschieden benannte B. ergeben. – Der B. ist einer der wichtigsten konstruktiven und künstlerischen Formen der Baukunst. Die Ägypter und Griechen kannten ihn, bildeten aber noch vielfach seine Gestalt durch Auskragungen wagerechter Steinschichten, während doch das konzentrische Aufbauen der Keilstücke für den B. charakteristisch ist. Die Etrusker waren die ersten, die den Bogenbau systematisch durchführten. Zu hoher Vollendung und Durchbildung nach technischer und künstlerischer Seite gelangte er bei den Römern, deren ganzes Bauwesen durch den B. beherrscht wurde. Sie verwendeten ausschließlich den Rundbogen, der dann bis ins 12. Jahrh. die Herrschaft sich erhielt. Nur die Mohammedaner zogen den Hufeisenbogen vor. Die Gotik führte den Spitzbogen ein, der bei ungleichen Spannweiten doch zu gleicher Scheitelhöhe (durch schlankere Bildung) hinaufgeführt werden kann und somit eine freiere Behandlung der Grundrißgestaltung ermöglicht. Die Renaissance nahm den Rundbogen wieder an, verwendete ihn aber weniger streng als die Römer und das frühere Mittelalter. Die künstlerisch weniger ausdrucksvolle Form des Stichbogens erscheint erst seit dem 18. Jahrh. öfter in der Architektur. In der Spätgotik und im Barockstil suchte man verschiedene neue Bogenformen einzuführen, die aber meist willkürlich gewählt sind und der Konstruktion zuwiderlaufen, daher auch bald wieder verworfen wurden.

Bogen, elektrischer, glänzende Lichterscheinung, welche, dem Funkenstrom bei der statischen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 207.