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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Boehn - Bohnen

und fügte ein "Leben Karls II." hinzu, besorgte mit Anmerkungen Ausgaben von Gibbons "Rome", Butlers "Hudibras", J. Waltons "Angler" (s. Angelfischerei), stellte ein "Handbook of English proverbs", eine sechssprachige "Polyglott of foreign proverbs" zusammen und bearbeitete "The handbook of games" (1847; neue Ausg. 1884) und "A guide to the knowledge of pottery, porcelain etc." (1849). Wertvoll ist B.s Neubearbeitung von Lowndes' "Bibliographical manual of English literature" (11 Tle., Lond. 1857-64; 6 Bde., 1868), woraus als Sonderabdruck "A bibliographical account of the works of Shakespeare, including every known edition, translation and commentary" (1864) "with some additions" erschien. B. war Mitglied zahlreicher litterar. und gelehrter Gesellschaften, z. B. der Philobiblion Society, für die er "Origin and progress of printing" (1857) und "A dictionary of quotations from the English poets" (1867; neue Ausg. 1881-82; erweitert als "A dictionary of quotations from English and American poets", Neuyork 1883) schrieb. Bei der Londoner Weltausstellung von 1851 war B. Vorsitzender der Bücherabteilung, 1856 Vicepräsident des in Brüssel tagenden Congrès international des réformes douanières. B. verkaufte 1867 und 1874 sein Geschäft, lebte inmitten seiner reichen Kunstsammlungen in Twickenham und starb 22. Aug. 1884 zu London.

Boehn, Oktavio Philipp von, preuß. General der Infanterie, aus einer alten pommerschen Adelsfamilie stammend, geb. 19. Febr. 1824 zu Klein-Silkow in Pommern, trat 1840 in das 9. Infanterieregiment (Kolberg) ein, erwarb 1866 als Major und Bataillonscommandeur im Kaiser-Franz-Regiment den Orden pour le mérite, ward als Führer dieses Regiments in der Schlacht von St. Privat-la-Montagne verwundet, wurde nach seiner Wiederherstellung im Dez. 1870 Führer, später Commandeur des 1. Garderegiments z. F. Nachdem er sodann 1875 Generalmajor und Commandeur der 2. Garde-Infanteriebrigade geworden, 1876 unter Ablehnung seines Abschiedsgesuchs zu den Offizieren von der Armee versetzt war, wurde B. 1877 Commandeur der 58. Infanteriebrigade, erhielt 1880 die Führung der 21. Division, 1886 das Kommando des 6. Korps und wurde 1888 zum General der Infanterie ernannt. Schon im folgenden Jahre wurde ihm der erbetene Abschied unter Stellung á la suite des Kaiser-Franz-Regiments bewilligt. B. ist einer der wenigen preuß. Offiziere, die ohne Besuch der Kriegsschule und ohne im Generalstab gewesen zu sein, es zum kommandierenden General gebracht haben.

Bohne ist der Sammelname für Arten zweier ganz verschiedener Gattungen aus der Familie der Schmetterlingsblütler oder hülsenfrüchtigen Gewächse, nämlich 1) einer Art der Wickengattung (Vicia), 2) der Arten der eigentlichen Bohnengattung (Phaseolus). - Die Wickenart ist Vicia Faba L., die Ackerbohne, auch Puffbohne, Pferdebohne, Saubohne oder Viehbohne. Sie ist ein einjähriges, aus dem Orient stammendes Gewächs mit aufrechtem, saftvollem Stengel, fetten, paariggefiederten, rankenlosen Blättern und großen, wohlriechenden Blüten, welche zu zwei bis vier büschelig in obern Blattwinkeln sitzen. Die daraus sich entwickelnden Hülsen sind aufrechtstehend, steif, dickschalig, mit schwammigem Fleisch, an den Stellen der Samen stark aufgetrieben und enthalten zwei bis fünf große, seitlich zusammengedrückte, im Umriß unregelmäßige Samen. Es giebt von dieser Pflanze zwei Hauptvarietäten: die kleine Acker- oder Viehbohne, mit mehrsamigen Hülsen und dicken Samen, welche vorzugsweise als Viehfutter benutzt werden, und die große B. oder Gartenbohne, Puffbohne, mit zwei- bis fünfsamigen Hülsen und flachen, rundlich-viereckigen Samen, welche gekocht oder gebraten als Gemüse dienen. Für die beste Sorte der letzten Varietät gilt die Windsorpuffbohne aus England. Die Ackerbohne verlangt zu ihrem Gedeihen einen gutgedüngten, humusreichen Sand-, Mergel- oder Thonboden, viel Wasser und einen warmen Sommer, weshalb sie nicht überall mit Erfolg angebaut werden kann. Ihre Kultur ist namentlich in den südeurop. Ländern (z. B. in Spanien) und England verbreitet, doch wird sie auch in Deutschland in vielen Gegenden betrieben. Die Viehbohne liefert ein treffliches Grünfutter und ihr Samen, frisch getrocknet, eine nahrhafte Mast, die Gartenbohne bei richtiger Zubereitung ein wohlschmeckendes, gesundes Gemüse.

Die Gattung Phaseolus, Fasohle, Fisole, gehört einer ganz andern Abteilung der Schmetterlingsblütler an. Ihre Arten besitzen meist schlingende, windende Stengel, große, dreizählige Blätter, gestielte Blütentrauben und hängende, vielsamige Hülsen. (S. Gartenbohne.)

In neuerer Zeit ist noch die in landwirtschaftlicher Hinsicht wichtige rauchhaarige Sojabohne, Soja hispida Mönch, zur Familie der Leguminosen gehörig, hinzugetreten, welche, bisher in der Mongolei, China, Japan und Indien gebaut, zuerst 1873 auf der Ausstellung in Wien nach Europa gelangte. Haberlandt in Wien machte zuerst auf den Wert der Sojabohne als Futterpflanze aufmerksam, da die Früchte einen außerordentlich hohen Gehalt an Protein (35 Proz.) und an Fett (17 Proz.) besitzen. Trotz mannigfacher Versuche ist diese B. bis jetzt in größerm Maße in Deutschland nicht angebaut, zum Teil wohl deshalb, weil das Klima die Samen häufig nicht zur Reife bringt. Sie erreicht eine Höhe bis zu 1 m und hat kurze Internodien und eilanzettförmige Blätter. Achsen und Blätter sind mit rotbraunen Haaren besetzt. Die Blüten sitzen an den Achsen der Blätter, sind sehr klein und von blaßvioletter, weißlilaer bis blauer Farbe. Die Hülsen sind zwei- bis fünfsamig. Die Samen sind länglich, oval oder kreisrund und gleichen der Gartenerbse. Die Farbe der Samen ist wechselnd: gelb, grün, rötlich, hellbraun, dunkelbraun, schwarz u. s. w. Nach den in Österreich-Ungarn 1876-78 angestellten Anbauversuchen ergab sich als mittlerer Ertrag pro 1 ha. 2177-3739 kg Körner und 5236 kg Stroh. - Vgl. Wein, Die Sojabohne (Berl. 1881).

Bohne beim Pferd, s. Kunde.

Bohnen, Wichsen oder Frottieren, das Glänzendmachen der Parkettfußböden, erfolgt, indem man das Bohnwachs, d. i. eine Mischung von 100 Teilen geschmolzenem Wachs und 40-70 Teilen Terpentinöl (s. Wichse), mit einem Lappen auf das vorher rein gescheuerte und wieder getrocknete und mit Eisendrehspänen abgeriebene Holz aufträgt und dann mit einer durch Blei beschwerten Bürste so lange reibt, bis die gewünschte Glätte und der Glanz hervorgetreten ist. Statt des Bohnwachses bedient man sich auch der Wachsseife, die durch inniges Vermischen und längeres Aufkochen von 10 Teilen