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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bolland - Bologna (Provinz)

Bolland, Joh. von, und Bollandisten, s. Acta sanctorum.

Bollard, die auf der Quaistraße eines Hafens angebrachten Holz- oder Eisenpfosten, an die man mittels Ketten oder Tauen die Schiffe befestigt.

Bolle, die Küchenzwiebel.

Bollène (spr. -lähn), Hauptstadt des Kantons B. (178,92 qkm, 7 Gemeinden, 13 017 E.) im Arrondissement Orange des franz. Depart. Vaucluse, 29 km im NNW. von Orange, am linken Ufer des zur Rhône fließenden Lez, an der Linie Paris-Lyon-Marseille-Nizza der Franz. Mittelmeerbahn, hat (1891) 2926, als Gemeinde 5075 E., eine aus dem 11. und 15. Jahrh. stammende St. Martinskirche, Seidenspinnereien, Ziegeleien, Steinbrüche, Ricinusölfabrikation. Von einer alten Priorei und den Befestigungswerken sind noch Überreste vorhanden. Auf den nördlich gelegenen Höhen die schönen Ruinen von Barry und Schloß Chabrières.

Bollenz (ital. Blenio), Bezirk im schweiz. Kanton Tessin, hat (1888) 7002 kath. E.in 18 Gemeinden. Hauptort ist Dongio (s. d.).

Böller, im 16. Jahrh. eine Benennung für Mörser (s. d.), welche steinerne Kugeln (von 10-100 kg Gewicht) oder auch Feuerwerkskörper warfen. Heutzutage Bezeichnung für Knallbüchsen verschiedenster Art, die man bei Festlichkeiten zu Salut- und Freudenschüssen sowie zu Lustfeuerwerkszwecken benutzt.

Bolletrieholz (engl. bulle-tree), ein Holz, das frisch wie rohes Fleisch aussieht und deshalb auch Pferdefleischholz genannt wird. Es wird aus Guayana zugeführt, das von Surinam kommende ist am beliebtesten. Man verwendet es fast ausschließlich zur Fabrikation von Violinbogen, da es die hierzu nötige Spannkraft besitzt, seltener dient es zu Rollen und mechan. Werkzeugen.

Bolletten (ital.), früher in Österreich alle amtlichen Bescheinigungen über das mit einer Ware vorgenommene zollgesetzliche Abfertigungsverfahren, gegenwärtig nur noch die bei der Verzehrungssteuererhebung und Weg- und Brückenmaut vorkommenden Ausfertigungen. In dem Zolltarif des Kaiserstaates führen seit 1853 die bezüglichen Ausfertigungen, wie überhaupt alle dem Zollverfahren zu Grunde liegenden Papiere den Namen Warenerklärungen oder auch Deklarationen, und die verschiedenen behördlichen Ausfertigungen über die Amtshandlungen von seiten der Zollämter heißen: Erklärungsschein, Begleitschein, Kontrollschein, Legitimationsschein u. s. w.

Bolley, Alexander Pompejus, technischer Chemiker, geb. 7. Mai 1812 in Heidelberg, promovierte dort 1836 und war bis 1838 Assistent Leopold Gmelins. Um den Folgen seiner Beteiligung am Frankfurter Attentat (s. d.) zu entgehen, wanderte er 1833 nach der Schweiz aus, wo er bald Professor der Chemie an der Kantonsschule in Aarau wurde. Bei Begründung des Eidgenössischen Polytechnikums (1855), an dessen Organisation er thätigen Anteil nahm, trat er als Professor der technischen Chemie an dieses über. Er starb 3. Aug. 1870. Außer zahlreichen Abhandlungen in wissenschaftlichen Zeitschriften schrieb er: "Handbuch der technisch-chemischen Untersuchungen" (1853; 5. Aufl. 1879) und mehrere Teile des von ihm herausgegebenen umfangreichen "Handbuch der chemischen Technologie" (von 1862 an) sowie offizielle Berichte über die Beteiligung der Schweiz an den Weltausstellungen in London (1862) und Paris (1867).

Bollinger, Otto, Patholog, geb. 2. April 1843 zu Altenkirchen in der Rheinpfalz, studierte zu München, Wien und Berlin Medizin, promovierte 1867, war mehrere Jahre Assistent von Bubis und wurde nach einer vorübergehenden Lehrthätigkeit in Zürich 1874 an die Universität und Tierarzneischule zu München berufen und 1880 ord. Professor der allgemeinen Pathologie und pathol. Anatomie und Vorstand des pathol. Instituts daselbst. Seine Hauptarbeiten betreffen die Pathologie des Milzbrandes, der Tuberkulose, der Aktinomykose sowie die Fleischvergiftungen und die Infektionen durch tierische Gifte. Außer zahlreichen kleinern Abhandlungen veröffentlichte er: "Die Kolik der Pferde und das Wurmaneurysma der Eingeweidearterien" (Münch. 1870), "Zur Pathologie des Milzbrandes" (ebd. 1872), "Infektionen durch tierische Gifte" (in Bd. 3 von Ziemssens "Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie", Lpz. 1876), "Über animale Vaccination" (ebd. 1879), "Über Vererbung von Krankheiten" (Stuttg. 1882); er lieferte Beiträge zu dem Sammelwerke "Zur Ätiologie der Infektionskrankheiten" (Münch. 1881) und publizierte "Arbeiten aus dem pathol. Institut zu München" (ebd. 1886). Auch giebt er seit 1875 mit Frank, Johne und Sußdorf die von ihm gegründete "Deutsche Zeitschrift für Tiermedizin und vergleichende Pathologie" heraus.

Bollington (spr. -ingt'n), Industrieort bei Macclesfield (s. d.).

Bollitori (ital.), s. Schlammvulkane.

Bollweiler, Dorf im Kanton Sulz und Kreis Gebweiler des Bezirks Oberelsaß, 27 km südlich von Colmar und 7 kin südöstlich von Gebweiler, am Fuße des Ostabhanges der Vogesen, an der Linie Straßburg-Basel und der Nebenlinie B.-Lautenbach (13,3 km) der Elsaß-Lothrinq. Eisenbahnen, hat (1890) 1189 meist kath. E. (150 Israeliten), Post, Telegraph, weitläufige Handelsgärtnereien und Baumschulen, von denen zwei schon über ein Jahrhundert im Besitze derselben Familie sind, Baumwollweberei. - B., bereits im 8. Jahrh. erwähnt, war im Mittelalter Hauptort einer Herrschaft, die durch Heirat 1617 auf die Grafen Fugger überging, wurde 1649 durch Ludwig XIV. dem schwed. General von Rosen gegeben, dessen Tochter 1660 den franz. Marschall Konrad von Rosen heiratete. 1739 wurde die Baronie B. zum Marquisat erhoben; die letzte Rosen brachte sie durch Heirat dem Sohne des Marschalls von Broglie zu, der sie bis 1789 besaß.

Bollwerk, s. Bohlwerk und Bastion.

Bollwerksohr (Orillon), s. Flanke.

Bollwerkspunkt, s. Bastion.

Bolmen, der größte See der schwed. Landschaft Småland, 141 in ü. d. M., auf der Grenze zwischen Jönköpings- und Kronobergs-Län, und größtenteils, nebst der Insel Bolmsö, zu ersterm gehörig, ist 183½ qkm groß und gehört zum Wassersysteme der Laga-å.

Bolobo, Station im Kongostaate (s. d.).

Bologna (spr. -ónja). 1) Provinz in Oberitalien, in der Landschaft Emilia, gehörte bis zu ihrer Annexion (18. März 1860) durch Sardinien zum Kirchenstaate, grenzt im N. an die Provinz Ferrara, im O. an Ravenna, im S. an Florenz, im W. an Modena, hat 3601,76 (nach Strelbitskij 3593) qkm, (1881) 457 474 E. und zerfällt in die drei Kreise B. (341 810 E.), Imola (66 120 E.), Vergato (49 544 E.) mit zusammen 58 Gemeinden. Das Land ist im nördl. Teile sehr wasserreich und fruchtbar, im süd-^[folgende Seite]