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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bologneser Hündchen - Bolsward

häsion fester Körper zu zeigen. Sie sind so fest, daß sie bei unverletzter Fläche Hammerschläge vertragen, ohne zu zerbrechen, erhalten sie aber nur die geringste Ritzung ihrer Innenfläche, wozu es genügt, daß man ein kleines Stückchen Feuerstein hineinfallen läßt, so zerfallen sie plötzlich unter schwacher Explosion zu kleinsten Trümmern.

Bologneser Hündchen, s. Hunde.

Bologneser Kreide, eine besonders weiße Kreide, die sich durch außergewöhnliche Leichtigkeit auszeichnet und zum Blankputzen der Gold- und Silberwaren benutzt wird.

Bologneser Spat, spätige und radial-faserige Kugeln von Schwerspat (s. d.), die in dem tertiären Thon (Subapenninenmergel) des Monte-Paterno bei Bologna liegen. Ein Schuhmacher von Bologna, Vinc. Cascariolo, beobachtete zuerst um 1600, daß dieser Stein, eine Zeit lang dem Sonnenlichte ausgesetzt, in der Finsternis fortleuchte, namentlich wenn er vorher mit brenzlichen Substanzen geglüht (und dadurch das Baryumsulfat zu Schwefelbaryum reduciert) worden war. Seit 1602 verfertigte nun Cascariolo, im Verein mit dem Alchimisten Scipio Begatello und dem Mathematiker Maginus, nach diesem Verfahren leuchtende präparierte Steine, die als Bologneser Steine (Lapis solaris) weithin versandt wurden. Ihre Bereitung aus Schwerspat wurde 1622 durch Peter Potier bekannt gemacht. Übrigens hat man die Eigenschaft, nach der Bestrahlung im Dunkeln zu phosphorescieren, später auch bei andern Mineralien erkannt. (S. Phosphorescenz.) - Die leuchtende Farbe, die am Tage weiß und unscheinbar, nach der Belichtung aber im Dunkeln mit violettem Licht phosphoresciert, ist Schwefelbaryum, erhalten durch Glühen von schwefelsaurem Baryt mit Kohle. Von längerer Leuchtdauer ist das Schwefelcalcium (s. Leuchtfarbe).

Bologneser Stein, s. Bologneser Spat.

Bolololo, afrik. Landschaft, s. Bautschi.

Bolometer nennt Langley ein von ihm (1883) erfundenes Instrument, das äußerst geringe Wärmeveränderungen zu erkennen und zu messen gestattet. Das B. ist empfindlicher als die allerfeinste Thermosäule und zeigt noch eine Temperaturveränderung von etwa 0,00001° C. an. Dieses Instrument beruht auf dem Princip der elektrischen (Wheatstoneschen) Brücke. Wenn von den beiden elektrisch durchströmten Armen der letztern nur der eine erwärmt wird, so vermehrt sich hier der Leitungswiderstand und vermindert sich durch diese Erwärmung die Stromstärke, was durch eine eingeschaltete Multiplikatornadel angezeigt wird. Die aus Metallstreifen bestehenden Arme des B. sind so zart, daß sie bei Langleys Instrument nur eine Dicke von 0,0025 mm betrugen. Langley benutzte das B. zur Untersuchung über die auswählende Absorption der Erdatmosphäre hinsichtlich der Sonnenstrahlen sowie zur Bestimmung der Sonnenkonstanten, d. i. derjenigen Wärmemenge, die 1 qm der Erde in 1 Minute von den senkrecht auffallenden Sonnenstrahlen erhält; sie betrug nach diesen Versuchen im Mittel etwa 24 Wärmeeinheiten.

Bolongaro, eine Sorte Schnupftabak.

Bolor-Dagh (Bulor-Dagh, d. h. Wolkenberg), früherer Name der östlichsten das Pamirhochland im O. abschließenden Gebirgskette Innerasiens. Humboldt bezeichnete dieselbe als Meridiankette, welche Himalaja, Kuen-lun, Thian-schan und Karakorum miteinander verbände. Später wurde die Existenz einer echten Gebirgskette angezweifelt, auch noch 1876 von dem Geologen Muschketow. Nach Iwanow, Stoliczka und Putjata scheint jedoch in der That am Ostrande des Pamirhochlandes eine von NW. gegen SO. streichende selbständige Gebirgskette zu liegen, welche dem alten B. entsprechen würde. Man nennt sie nach dem Kisil-Jart (Roter Paß) die Kisil- oder Kizil-Jart-Kette. Die Chinesen haben dafür den Namen Tsung-ling (Zwiebelgebirge), die türk. Bezeichnung ist Beluth- Dagh (Eichengebirge), die uigurische Bulyth-Dagh (Wolkengebirge). Der höchste Gipfel ist der Tagharma (Mustag-ata) mit 7864 m. Die das Gebirge zusammensetzenden Gesteine sind Granit, Gneis und krystallinische Schiefer. Die Wasserscheide liegt westlich des Hauptkammes in der Kisil-Jartsteppe. - Vgl. Geiger, Die Pamirgebiete (Wien 1886).

Bolschaja Rjeka (d. b. der große Fluß), auf kamtschadalisch Kykscha, Fluß im russ.-sibir. Küstengebiet, im südlichsten Teil der Halbinsel Kamtschatka, mündet nach einem westsüdwestl. Laufe von 197 km ins Ochotskische Meer. Längs des Ufers finden sich heiße Quellen und große Stämme versteinerten Holzes. Die sog. Bolscherjezkischen heißen Quellen (84,4° C.) liegen am Einfluß der Gorjatscha. Das Dorf Bolscherjezk an der Mündung der Bystraja war früher Sitz der Verwaltung von Kamtschatka.

Bolscherjezk, s. Bolschaja Rjeka.

Bolschesemelnaja Tundra, s. Große Tundra.

Bolschoj Liman, s. Manytsch.

Bolsena, Stadt im Kreis Viterbo der itai. Provinz Rom, unweit der Bahn von Florenz über Siena nach Rom, hat (1881) 2726 E., Post und Telegraph. B. liegt auf einem Basaltfelsen am nordöstl. Ufer eines fischreichen, im Mittelalter wegen seiner Aale berühmten Kratersees, des Lago di B. (Lacus Volsiniensis). Dieser, in 305 m Höhe, hat 46 km Umfang, 140 m Tiefe, kahle Ufer, zwei Inseln, Bisentina und Martana, und durch die Marta Abfluß zum Meer. Etwa 1 km oberhalb B. finden sich Reste (z. B. eines Amphitheaters) der etrusk. Stadt Velsina; 265 v. Chr. wurde diese von Fulvius Flaccus genommen und zerstört. Das von ihren Einwohnern erbaute nahe Vulsinium, ehedem eine der 12 Hauptstädte des etrusk. Bundes, erhielt später die Stellung eines röm. Municipiums. Im Mittelalter Zankapfel der Päpste und Kaiser, hatte es später von den Parteikämpfen namentlich der Vico von Viterbo und der Monaldeschi von Orvieto zu leiden und bildete 1468-1860 einen Teil des Kirchenstaates. Die ganze Umgegend ist reich an erloschenen Vulkanen und geologisch sowie landschaftlich interessant. In der Kirche Sta. Cristina soll 1263 das Wunder der Blutverwandlung, dargestellt von Raffael auf einem Freskobilde (Messe von B.) in der Stanza d'Eliodoro des Vatikans, stattgefunden und Papst Urban IV. zur Einsetzung des Fronleichnamfestes Veranlassung gegeben haben. Auf Martana ließ 534 der Ostgotenkönig Theodat seine Gemahlin Amalasuntha ermorden. - Vgl. Adami, Storia di Bolsena, antica metropoli della Toscanca e del Patrimonio (Rom 1737).

Bolson de Mapimi, Landstrich an der Grenze der mexik. Staaten Coahuila und Chihuahua (s. d.).

Bolsward, Stadt in der niederländ. Provinz Friesland, 28 km südwestlich von Leeuwarden an