Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

305

Bordelumer Rotte - Bordüre

Bordelumer Rotte, eine 1737 von den Kandidaten Borsenius und David Bähr in Bordelum bei Flensburg gestiftete Sekte, die 1739 gewaltsam unterdrückt wurde. Sie schaffte Kirche, Predigtamt und Sakramente ab und führte Güter- und Weibergemeinschaft ein.

Bordentown (spr. -taun), Ort im County Burlington des nordamerik. Staates Neujersey, am Delaware, 10 km unterhalb Trenton, hat (1890) 4232 E. und Fabriken von Eisenbahnwagen, Kesseln u. s. w. In B. steht noch das Haus, in dem Joseph Bonaparte, Bruder Napoleons I., wohnte.

Border Burghs, s. Hawick Burghs.

Bordereau (frz., spr. -d'roh), d. i. Verzeichnis, im Französischen eine kurze Rechnung, die man im Deutschen gewöhnlich Note nennt. So ist der Geldbordereau (bordereau de caisse) eine Note, in der die im Laufe des betreffenden Tags zu leistenden oder geleisteten Zahlungen einzeln verzeichnet sind, ein sog. Sortenzettel, der Diskontobordereau (bordereau d'escompte) ein methodisches und genaues Verzeichnis der zur Diskontierung eingereichten Wechsel oder sonstigen Wertpapiere. Ferner bezeichnet B. im Französischen den Schlußzettel (s. d.) des Maklers (bordereau de courtier), sowie die Verladungsnote bei Gütertransporten (bordereau de chargement). Bei der Generalrückversicherung bezeichnet man als B. die schriftlichen Anzeigen des Versicherers von den von diesem übernommenen, unter die Rückversicherung fallenden Versicherungen und die sich hierauf beziehenden Einzelheiten.

Border States (engl., spr. stehts, "Grenzstaaten") hießen in den Vereinigten Staaten von Amerika diejenigen der sklavenhaltenden Staaten, welche an die nichtsklavenhaltenden grenzten. Durch verschiedene Verträge und Gesetze war die Südgrenze von Pennsylvanien und der Ohio als Scheidelinie zwischen Freiheit und Sklaverei festgesetzt; die B. S waren demnach Delaware, Maryland, Virginien, Kentucky und Missouri. Beim Ausbruch des Bürgerkrieges 1861 standen alle diese Staaten außer Virginien auf Seite der Nordstaaten.

Bordesholm, Kirchdorf im Landkreis Kiel der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, in anmutiger Lage am Bordesholmer See und an der Linie Altona-Neumünster-Kiel der Preuß. Staatsbahnen (Bahnhof 2 km entfernt), hat (1890) 551 evang. E., Post, Telegraph, Landratsamt des Landkreises Kiel, Amtsgericht (Landgericht Kiel) und eine 1332 erbaute Kirche, in der bis 1666 der berühmte Brüggemansche Altar stand (jetzt im Dom zu Schleswig), mit den Grabmälern König Friedrichs I. von Dänemark und dessen Gemahlin Anna, ferner Christian Friedrichs, Herzogs von Holstein-Gottorp, des Stammvaters des russ. Kaiserhauses, Herzogs Georg Ludwig, Stifters des großherzoglich oldenburg. Hauses. Sehenswert ist die über 600 J. alte Linde am Kirchhofe, deren Stamm 4,6 m Umfang hat.

Bordiamant, s. Bor.

Bordierung, s. Bordüre.

Bordighera, Stadt und Winterkurort im Bezirk San Remo der ital. Provinz Porto Maurizio, im westl. Teile der Riviera di Ponente, auf einem Vorgebirge am Ligurischen Meere, 11 km von der franz. Grenze und an der Linie Genua-Savona-Ventimiglia des Mittelmeernetzes, hat (1881) 2556 E., schöne Villen und zahlreiche Hotels. B. ist wegen seines Klimas, der malerischen Lage und der prächtigen Palmenhaine, besonders in der Oberstadt, berühmt. Die Datteln werden selten reif, aber die schönen Wedel werden zur Osterzeit in Menge nach Rom verhandelt. B. hat vortreffliches Trinkwasser, Schnee etwa alle 4 Jahre, Regentage 45, wolkige und regnerische 100 und im Winter eine Mitteltemperatur von 11 bis 12° C. Der untere Teil der Stadt litt 23. Febr. 1887 schwer durch das über einen großen Teil des westl. Oberitalien verbreitete Erdbeben.

Bordings nennt man in einigen deutschen Ostseeplätzen, wie z. B. Danzig, die Leichter- oder Achterschiffe, welche für die Entladung und Beladung der Seeschiffe benutzt werden; Bordingsfracht, die Vergütung für ihre Dienstleistung, die Leichterfracht.

Bordkante (im Straßenbau), s. Bordschwelle.

Bordö, Insel, s. Borö.

Bordone, Paris, venet. Maler, geb. um 1500 zu Treviso, gest. 19. Jan. 1571 zu Venedig, bildete sich unter Tizian. Seine vorzüglichste Eigenschaft besteht in einem zartrosigen Kolorit, daher besonders seine weiblichen Bildnisse von sinnlicher Anmut, wenngleich nicht von geistigem Ausdruck sind. Eins der schönsten Ceremonienbilder seiner Zeit ist: Ein Fischer überreicht dem Dogen den Ring des heil. Markus (in der Akademie von Venedig). Formvollendeter ist seine Prophezeiung der Tiburtinischen Sibylle (im Palast Pitti zu Florenz) und der Gladiatorenkampf (im Hofmuseum zu Wien). Vorzüglich ist auch das heil. Abendmahl (in San Giovanni in Bragora zu Venedig). Auch hat er mehrfach mytholog. Stoffe behandelt: Venus und Adonis (Wien, Hofmuseum), Diana als Jägerin zwischen ihren Nymphen (Dresdener Galerie).

Bordone, Philipp Toussaint Joseph, franz. Offizier, von ital. Abkunft, geb. 1. Nov. 1821 zu Avignon, studierte in Montpellier Medizin, trat als Arzt in den franz. Marinedienst und nahm 1860 an dem Zuge Garibaldis nach Sicilien teil. Im Herbst 1870 bewog er Garibaldi, der franz. Republik seine Dienste anzubieten, traf mit ihm 8. Okt. in Tours ein und wurde zum Chef des Generalstabes der unter Garibaldi bei Autun und Châlons-sur-Saône neu errichteten Armée des Vosges ernannt. Er nahm an den Gefechten um Dijon teil, war jedoch seiner Stellung nicht gewachsen und erbitterte die franz. Behörden und Offiziere durch seine Anmaßung. Nach der Beendigung des Krieges wurde er in Untersuchungen verwickelt, die unter anderm ergaben, daß er bereits dreimal wegen Betrugs gerichtlich verurteilt worden war. Er schrieb zu seiner Rechtfertigung "Garibaldi et l'armée de Vosges. Récit officiel de la campagne"" (3 Bde., Par. 1871; neue Ausg. in 1 Band, 1874) und "Garibaldi, sa vie, ses aventures, ses combats" (ebd. 1878).

Bordoni, Faustina, Sängerin, Gattin des Komponisten Johann Adolf Hasse (s. d.).

Bordschwelle oder Bordkante nennt man im Straßenbau den Absatz zwischen dem Fahrdamm und den erhöhten Fußwegen. Die B. wird aus Bruchstein, gebrannten Steinen oder Gußeisen gebildet; man pflegt den Absatz nicht lotrecht, sondern etwas schräg zu machen (Schrammkante), damit die etwa daran schrammenden Wagen keine Beschädigungen erleiden. Vor Hauseinfahrten senkt man die B., damit das Überfahren erleichtert wird.

Bordun, s. Bourdon.

Bordüre (frz.) oder Bordierung, Einfassung, umrahmendes Ornament, Besatz, Borte. In der Baukunst nennt man B. namentlich die Tapeten-^[folgende Seite]