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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Borneofasan - Bornier

Zalt-Bommel 1846); J. Brooke, Private correspondence, hg. von Templer (3 Bde., Lond. 1853); S. Müller, Reizen en onderzoekingen in den Indischen Archipel (neue Ausg., 2 Bde., Amsterd. 1857); van Rees, Montrado (Rotterd. 1860); Spenser of Saint-John, Life in the forest of the far East (2 Bde., Lond. 1862); Bock, Reis in Ost-en Zuid-B. (Haag 1881); Hatton, The New-Ceylon; being a sketch of British North B. (Lond. 1882); Hatton, North-Borneo (ebd. 1885); Meyners, Bijdragen tot de Kennis der geschiedenis van het Bandjermasinsche Rijk (Leid. 1863-86); Posewitz, Borneo (Berl. 1889); Handbook to British North B. (Lond. 1890); Wallace, Malay Archipelago (neue Ausg., ebd. 1891). Karten: Map of B. 1:3 200 000 (ebd. 1886); Map of British B. 1:640 000 (ebd. 1886).

Bornĕofasan (Euplocomus nobilis Scl.), ein Fasanhuhn von oberseits glänzend blauschwarzer, unterseits rotbrauner Befiederung. Preis 300 M. das Paar. (S. auch Fasanen.)

Bornĕogummi, s. Gummi, elastisches.

Borneōl, soviel wie Borneokampfer, s. Kampfer.

Bornesīt, s. Dambose.

Bornet (spr. -neh), Jean Baptiste Edouard, franz. Botaniker, geb. 2. Sept. 1828 zu Guérigny (Nièvre), studierte Medizin zu Paris und trieb Botanik, besonders Pilzkunde. 1852 begleitete er den franz. Botaniker Thuret nach Cherbourg. Hier entstanden seine wertvollen Arbeiten über die Meeresalgen, die er teils selbständig, teils in Verbindung mit Thuret herausgab. B. ist Mitglied der Französischen Akademie und lebt als Privatgelehrter in Paris. Er hat sich besonders um die Aufklärung der Befruchtungsverhältnisse bei den Florideen sowie der Entwicklungsgeschichte der Flechten große Verdienste erworben. Außer zahlreichen kleinern Schriften, meist algologischen Inhalts, veröffentlichte er: "Recherches sur la structure de l’Éphèbe pubescens" (Par. 1852), "Recherches sur la fécondation des Floridées" (in Verbindung mit Thuret, ebd. 1867), "Recherches sur les gonidies des Lichens" (ebd. 1873), "Notes algologiques, recueil d’observations sur les Algues" (in Verbindung mit Thuret, 1876-80), "Revision des Nostocacées hétérocystées (mit Flahault, ebd. 1886-88).

Bornheim, Vorort von Frankfurt a. M. (s. d.).

Bornhöft, s. Bornhöved.

Bornholm, Ostsee-Insel, ein Amt des dän. Stifts Seeland, etwa 140 km östlich von Stevnsklint auf Seeland, etwa 40 km im SO. der schwed. Provinz Schonen, ist gegen 40 km lang, 28 km breit und bedeckt 583,67 qkm. (S. Karte: Dänemark und Südschweden.) Den Nordteil bildet ein Felsenplateau aus Granit und Gneis, das zwei Dritteile der Fläche einnimmt. Auf demselben ragt Rytterknegten bis 162 m empor; gegen S., wo das Land niedriger wird, zeigen sich kambrische und silurische Sandsteine und Schiefer. Gegen N., zum Teil auch gegen W. und O., sind die Küsten hoch und steil und außerordentlich malerisch; vorzüglich schön ist die Nordspitze (Hammer Odde). An der Westküste tritt eine Kohlenformation (Jurasandstein) auf, die außer Kohlen gute Lehmarten birgt. Die Einwohner, dän. Abstammung, treiben starke Fischerei (Lachs und Hering), bedeutende Schweine- und Schafzucht, etwas Ackerbau und Industrie. Sie verfertigen Töpfergeschirr, sind durch Handel und Schiffahrt meist wohlhabend und dabei mutige, genügsame und tüchtige Seeleute. Das Amt B. zerfällt in vier nach den Weltgegenden benannte Landjurisdiktionen, 7 Stadtjurisdiktionen und 21 Kirchspiele mit (1890) 38 765 E. (gegen 1880 9,62 Proz. Zunahme). Dörfer giebt es nicht, nur einzelne Güter und Höfe, von welchen die zu einem und demselben Kirchspiel gehörigen eine Kommune in kirchlicher und administrativer Hinsicht bilden. Jeder Landbesitz ist Selbsteigentum; adlige Güter und Herrenhöfe fehlen. Die Hauptstadt Rönne (s. d.) liegt an der Westküste. Von der Nordostküste 18 km entfernt liegt die Inselgruppe Christiansö (s. d.). - B. führt altnordisch den Namen Burgundarholm, im Mittelalter Borringholm. Bis gegen das Jahr 1000 war B. unabhängig. Dann gehörte es der Krone Dänemark, kam später als Lehn an das Erzbistum Lund, bis es durch Christian II. wieder königlich ward. 1526 wurde B. auf 50 Jahre an Lübeck verpfändet. Die Schweden erhielten es im Roeskilder Frieden 1658 förmlich abgetreten; doch befreite es sich von der schwed. Herrschaft durch den Aufstand unter Jens Koefoed, und 1660 kam B. im Kopenhagener Frieden wieder an Dänemark. - Vgl. Hauberg, B. i Billeder og Text (Kopenh. 1879).

Bornhöved (Bornhöft), Kirchdorf im Kreis Segeberg des preuß. Reg.-Bez. Schleswig, 32 km südlich von Kiel, 15 km östlich von Neumünster, an der Quelle des Bornbachs, hat (1890) 819 evang. E., Post, Telegraph und Branntweinbrennereien; es ist fast der höchste Punkt und Mittelpunkt des eigentlichen Holsteins und Stormarns, von dem die Quellengewässer nach allen Richtungen hin abfließen. Daher stammt auch der Name "Brunnen- oder Quellenhaupt". Um die vom Bischof Vicelin 1149 erbaute Kirche von Burnhovede oder Zuentiveld wohnte in alter Zeit die Blüte der holstein. Ritterschaft. Auf dem Virt (Geviert) wurden bis 1480 die Landtage der Prälaten, Ritter und Städte von Holstein und Stormarn gehalten. In B. liegt der bekannte Altertumsforscher L. Roß (gest. 1859) begraben. Die Umgegend ist reich an alten Grabhügeln. - Im 13. bis 15. Jahrh. erscheint B. als eine Stadt mit Lübischem Recht. Auf dem "Adolfsplatze" siegten 22. Juli 1227 Graf Adolf IV. von Holstein, Graf Heinrich von Schwerin, Herzog Albert von Sachsen, Erzbischof Gerhard von Bremen und die Lübecker über König Waldemar II. von Dänemark, der verwundet, und über Herzog Otto von Lauenburg, der gefangen wurde. Zur Erinnerung daran wurde 22. Nov. 1871 auf dem Marktplatze ein Denkmal errichtet. Zu B. teilte Herzog Gerhard 24. Juni 1397 die holstein. Lande mit seinen Brüdern. Am 7. Dez. 1813 siegten hier die Schweden über die sich zurückziehenden Dänen.

Bornier (spr. -nĭeh), Henri, Vicomte de, franz. Dichter, geb. 25. Dez. 1825 zu Lunel (Hérault), ist Bibliothekar an der Bibliothek des Arsenals zu Paris, seit Febr. 1893 auch Mitglied der Französischen Akademie. Er veröffentlichte Gedichte: "Premières feuilles" (1845), "La guerre d’Orient" (1858; preisgekrönt), "La sœur de charité au XIX<sup>e</sup> siècle" (1859), "L’isthme de Suez" (1861), "La France dans l’extrême Orient" (1863); Gelegenheitsstücke: "La muse de Corneille" (1854) und "Le 15 Janvier, à propos pour l’anniversaire de la naissance de Molière" (1860); Lustspiele: "Le monde renversé" (1853), "La cage du lion" u. a., und Schauspiele: "Le mariage de Luther", "Dante et Béatrix" (1853), "Agamemnon" (nach Seneca 1868). Erst durch das patriotische Stück "La fille de Roland" (1875; deutsch von K. zu Putlitz, Lpz. 1880), das