Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

343

Bosnisch-Brod - Boso

Grenze überschritten, aber durch eine Honvédbrigade bald wieder zurückgetrieben wurden. Erst 18. Sept. vermochte man die Feste Bihatsch zu nehmen, und nach mehrtägigen Kämpfen gelang es auch, die Aufständischen von den bewaldeten Hochflächen nördlich der Una zu vertreiben. Die Bergfeste Kladus, der letzte Zufluchtsort derselben, ergab sich erst 20. Okt., womit B. vollständig unterworfen war. Auch in der Herzegowina kamen die Kämpfe erst 28. Sept. mit der Kapitulation der Bergfeste Klobuk zum Abschlusse. Der dritte Teil des Heers von Österreich-Ungarn hatte aufgeboten werden müssen, um diese Aufgabe zu erfüllen, und die kaiserl. Truppen hatten bei diesen Kämpfen an Toten und Verwundeten 179 Offiziere und 5006 Mann verloren, auch starben bis zum Jahresschlusse 2233 Mann von den mobilen Truppen infolge von Krankheiten und Wunden.

Im Herbst 1881 (kaiserl. Dekret vom 24. Okt.) wurde in B. und der Herzegowina die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Bald darauf brach dort und im südl. Dalmatien ein neuer Aufstand aus, der 1882 mit bewaffneter Hand niedergeworfen wurde. (S. Krivošije und Österreichisch-Ungarische Monarchie.) Seit dieser Zeit suchte die Regierung mit Erfolg Ruhe und Ordnung herzustellen, die Verwaltung zu organisieren, den materiellen Zustand des Landes zu heben und besonders die agrarischen Verhältnisse und die Beziehungen zwischen den Grundherren und Bauern zu ordnen, ohne durch einen vollständigen Bruch mit der Vergangenheit die verschiedenen Klassen der Bevölkerung aufzuregen. Ein 1885 mit Welschtirolern unternommener Kolonisationsversuch hatte keinen Erfolg; dagegen sind spätere gleichartige Unternehmungen mit württemb. und österr. Bauern im besten Gedeihen. Eine bedeutsame Reform war die mit dem 1. Jan. 1893 in Kraft getretene Aufhebung (Ablösbarkeit) der Roboten.

Litteratur. Pertusier, La Bosnie, considérée dans ses rapports avec l'empire Ottoman (Par. 1822); Bosnjak, Zemljopis i povjestnica Bosne (Agram 1851); Die Christen in B. (Wien 1853); Hilferding, Bosnija Hercegovina (Petersb. 1859); Sax, Skizzen über die Bewohner B.s (in "Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft", Wien 1864); Thömmel, Beschreibung des Wilajets B. (ebd. 1867); Rousseau, Géographie générale de la Bosnie et de l'Herzégovine (im "Bulletin de la Société de Géographie", Jahrg. 1868): Roskiewicz, Studien über B. und die Herzegowina (mit Karte, Lpz. u. Wien 1868); Maurer, Reise durch B., die Saveländer und Ungarn (Berl. 1870); de Sainte-Marie, L'Herzégovine (Par. 1875); Angerstein, Der Aufstand in der Herzegowina (Berl. 1875); Blau, Reisen in B. und der Herzegowina (ebd. 1877); Sterneck, Geogr. Verhältnisse, Kommunikationen und das Reisen in B., der Herzegowina und Nordmontenegro (Wien 1877); Schweiger-Lerchenfeld, B., das Land und seine Bewohner (ebd. 1878; 2. Aufl. 1879); ders., B. in Bild und Wort (ebd. 1879); Potier, die Produktionsverhältnisse in B. ^[Scan bricht hier ab] und der Herzegowina (ebd. 1879): Helfert, Bosnisches (1. u. 2. Aufl., ebd. 1879); Moisisovics, Tietze und Bittner, Grundlinien der Geologie von Bosnien-Herzegowina (ebd. 1880); Die Occupation B.s und der Herzegowina durch k. k. Truppen. Nach authentischen Quellen dargestellt in der Abteilung für Kriegsgeschichte des k. k. Kriegsarchivs (6 Hefte, ebd. 1879-80); Jettel, Die wissenschaftliche Erforschung B.s und der Herzegowina seit der Occupation ^[Scan hier fortgesetzt] (mit einem Verzeichnis über die Litteratur B.s, in den "Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft", Wien 1881, S. 205); Le Monnier, Die Bevölkerung B.s und der Herzegowina (ebd. 1886, S. 592-657); Hann, Die klimatischen Verhältnisse von B. und der Herzegowina (ebd. 1883); Hoernes, Altertümer der Herzegowina und der südl. Teile B.s (ebd. 1882); Strauß, Bosnien (2 Bde., ebd. 1663-84); Klaić, Geschichte B.s (aus dem Kroatischen übersetzt von Bojničić, Lpz. 1885); B.s Gegenwart und nächste Zukunft (ebd. 1886); B. als Neu-Österreich (ebd. 1886); Ortschafts- und Bevölkerungsstatistik von B. und der Herzegowina (Serajewo 1886); Hoernes, Dinarische Wanderungen. Kultur- und Landschaftsbilder aus B. (Wien 1887); Boroević, Durch B. Illustrierter Führer (ebd. 1887); Asboth, B. und die Herzegowina. Mit 1 histor. und 3 statist. Karten und Tabellen (4 Tle., ebd. 1888).

Bosnisch-Brod, s. Brod.

Bosnische Eisenbahnen. In Bosnien und der Herzegowina waren (Ende 1891) 726 km Eisenbahnen im Betriebe und zwar: a. von Doberlin nach Banjaluka (104,3 km), Militäreisenbahn; b. von Metković über Mostar, Ostrožac, Konjica nach Serajewo (177,5 km, 1885-91 eröffnet), Bosnisch-Herzegowiner Staatsbahn; c. Bosna-Eisenbahn (s. d.) mit Abzweigung von Doboj nach Siminhan (66,7 km, 1886 eröffnet), Bosnisch-Herzegowiner Staatsbahn, im Betriebe der Bosnabahn; d. die Usorathalbahn (40,35 km, 1890 eröffnet), Privatbahn; e. die Schleppbahn Kladanj-Dolnji Tuzla (33 km); f. verschiedene kleinere Schleppbahnen und Verbindungen. Die Spurweiten der Bahnen betragen unter a = 1,434 m, unter b bis e = 0,760 m. Sämtliche Bahnen sind erst seit Übernahme der Verwaltung durch Österreich-Ungarn entstanden, die einzige ältere Strecke Doberlin-Banjaluka war von der türk. Regierung verlassen und ist erst im Winter 1878/79 wiederhergestellt worden. Mit der 1. Aug. 1891 erfolgten Eröffnung der Strecke Serajewo-Konjica ist eine Bahnverbindung der Hauptstadt Serajewo mit Mostar und dem Adriatischen Meer (bei Metković) gewonnen; eine zweite Verbindung der Hauptstadt mit dem Meere ist von der bosn. Landesregierung geplant, und voraussichtlich wird die Linie Janjici-Livno-Sinj-Spalato gewählt werden. Eine Betriebsdirektion für die Bosnisch-Herzegowiner Staatsbahn ist nach Auflösung der bisherigen Betriebsleitung in Mostar 1. Juni 1891 in Serajewo errichtet.

Bosnische Kirche, s. Bogomilen.

Bosnisch-Serbisches Grenzgebirge, s. Serbien.

Boso, Begründer des Königreichs Burgund oder Arelat (s. d.), gewann als Graf von Vienne und Herzog der Provence unter König Karl dem Kahlen, der mit seiner Schwester Richild vermählt war, große Macht und versuchte in der Verwirrung, die mit dem Tode Karls des Kahlen 877 in den Karolingischen ^[Scan bricht hier ab] Reichen losbrach, Burgund zu einem selbständigen Reiche zu machen. Auf Antrieb seiner Gemahlin Irmingard, einer Tochter Kaiser Ludwigs II., ließ er sich von den Großen seines Gebietes in Mantaille bei Vienne 879 zum König wählen, von dem Erzbischof von Lyon krönen und behauptete sich unter wechselnden Kämpfen mit den Karolingern Karl III. (dem Dicken) von Ostfrancien und Karlmann von Westfrancien bis zu seinem Tode 11. Jan. 887 als König von Burgund. Da sein Sohn Lud-^[folgende Seite]