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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bransfield-Straße - Bras

Hefe, Trauben, Feigen u. s. w., der in Blasen von nicht über 750 l erzeugt wird, ist von der Fabrikationssteuer befreit.

Die Schweiz hat seit 1886 das Branntweinmonopol (s. d.).

Die Vereinigten Staaten von Amerika erheben vom Fabrikat eine Steuer von 90 Cents pro Gallone proof, zu 3,785 l und 50 Volumen-Proz. Daneben bestehen noch Specialtaxen für Groß- und Kleinhandel u. s. w.

Der Ertrag der B. (ohne Zoll) in den wichtigsten Ländern ergiebt sich aus nachstehender Übersicht. Bei den mit * versehenen Jahren ist der Steuerertrag nach dem Rechnungsabschluß eingestellt.

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Länder Finanzjahr Steuerertrag

Großbritannien 1891/92* 16,89 Mill. Pfd. St.

Niederlande 1892 24,50 " Fl.

Vereinigte Staaten von Amerika 1891* 79,62 " Doll.(1)

Norwegen 1890/91* 4,08 " Kron.

Rußland 1891* 221,99 " Rub.(2)

Frankreich 1893* 280,30 " Frs.

Italien 1888* 13,60 " Frs.

Schweden 1893 13,70 " Kron.

Belgien 1892 35,00 " Frs.

Deutsches Reich 1892/93* 114,88 " M.

Österreich-Ungarn 1892 30,70 " Fl.

Schweiz 1890* 6,66 " Frs.

Dänemark 1891* 2,76 " Kron.

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(1) Mit den Specialtaxen 83,34 Mill. Doll. - (2) Außerdem an Patentsteuer von den Getränke-, Fabrikations- und Verkaufsstellen 16,95 Mill. Rub.

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Litteratur. J. Wolf, Die B., ihre Stellung im Steuersystem und in der Volkswirtschaft (Tüb. 1884); ders., Die B. von 1884 bis 1886 (im "Finanzarchiv", Stuttg. 1887) und von 1887 bis 1889 (im "Finanzarchiv", 1890); Laves, Die Entwicklung der Brennerei und Branntweinbesteuerung in Deutschland (im "Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft", Bd. 11, Lpz/i887); Stämmler, Die Reichsgesetze, betreffend die Besteuerung des Branntweins vom 24. Juni 1887 und 8. Juli 1868, und betreffend die Steuerfreiheit des Branntweins zu gewerblichen Zwecken vom 19. Juli 1879 (Berl. 1891); Usancen und Paritäten des Spiritushandels im Weltverkehr von Dr. Rudolf Sonndorfer (Wien 1882); Kalender für die landwirtschaftlichen Gewerbe, 2. Tl. (Berl. 1892); Zeitschrift für Spiritus-Industrie, hg. von M. Maercker und M. Delbrück, Berlin. Gesetz vom 8. Juni 1891, betreffend die Abänderung des Gesetzes über die Besteuerung des Branntweins vom 24. Juni 1887 (Reichsgesetzblatt S. 338 fg.); Handwörterbuch der polit. Ökonomie, Bd. 3 (Tüb. 1891), S. 397 fg.; Handwörterbuch der Staatswissenschaften, Bd. 2 (Jena 1891), S. 714 fg.

Bransfield-Straße im antarktischen Polarmeer, zwischen den Südshetland-Inseln und Grahamsland in 64° südl. Br. und zwischen 50 und 65° westl. L. von Greenwich gelegen.

Bransle, s. Branle.

Brant (Brandt), Sebastian, Dichter und Humanist, geb. 1458 zu Straßburg, studierte in Basel die Rechte und die Klassiker, erwarb 1484 die Erlaubnis zu lehren und wurde 1489 Doktor beider Rechte und bald einflußreicher Lehrer der Universität. Auf Empfehlung Geilers von Kaisersberg machte ihn seine Vorstadt 1500 zum Syndikus, 1503 zum Stadtschreiber. Kaiser Maximilian ernannte ihn zu seinem Rat und zum Pfalzgrafen. Obgleich Humanist, wollte B. von der Reformation nichts wissen. Er starb 10. Mai 1521 zu Straßburg. B.s litterar. Ruf haben weniger seine lat. Poesien (Bas. 1498) und jurist. Werke als das deutsch geschriebene "Narrenschiff" (ebd. 1494) begründet, das die Laster und Thorheiten der Zeit in 113 Kapiteln dem Zeitgeschmack gemäß als Narren darstellt. Die glückliche Einkleidung und die vortrefflichen Holzschnitte verschafften dem Gedichte trotz der pedantisch lehrhaften, gelehrten und witzlosen Verse einen gewaltigen Erfolg; Geiler von Kaisersberg zu Straßburg machte es zum Gegenstand einer Reihe von Predigten. Es ward sehr oft aufgelegt, bearbeitet und fast in alle europ. Sprachen (z. B. ins Englische von Barclay) übertragen. Neue Ausgaben besorgten Zarncke (Lpz. 1854) mit ausgezeichnetem Kommentar, Goedeke (ebd. 1872) und Bobertag (Stuttg. 1889, in der "Deutschen Nationallitteratur"), eine Übersetzung Simrock (Berl. 1872). B. bearbeitete auch den "Freidank" (Straßb. 1508). - Vgl. Besson, De S. B. sermone (Straßb. 1890).

Branten, s. Branken.

Brantford (spr. bränntförrd), Stadt in der Provinz Ontario des Dominion of Canada, am Grand-River, hat (1891) 12 753 E., eine Blindenanstalt, ein Institut zur Erziehung der Indianerkinder und bedeutenden Handel mit den Vereinigten Staaten.

Brantôme (spr. brangtohm), Pierre de Bourdeilles, Seigneur de, franz. Schriftsteller, geb. um 1540 in Perigord, wurde am Hofe der Königin Margarete von Navarra erzogen und erhielt von Heinrich II. die Abtei B. verliehen. B. kam auf Reisen und Kriegsfahrten nach Italien, Spanien, Portugal, Schottland und England. In Frankreich beteiligte er sich an den Religionskriegen. 1584 infolge eines Sturzes mit dem Pferde vier Jahre bettlägerig und zu dauerndem Siechtum verurteilt, lebte er zurückgezogen in B., wo er die unfreiwillige Muße mit der Aufzeichnung seiner Denkwürdigkeiten ausfüllte und 15. Juli 1614 starb. So entstanden seine "Mémoires", deren einzelne Teile: "Vies des hommes illustres et des grands capitaines étrangers", "Vies des hommes illustres et des grands capitaines française", "Vies des dames illustres", "Vies des dames galantes", "Anecdotes touchant les duels", Rodomontades et jurements des Espagnols" u. a. enthalten. In oft nachlässiger, aber freier und farbenreicher Sprache schilderte B. sein Zeitalter auf Grund eigener Erlebnisse und Erkundigungen, oft frivol und unzuverlässig, nicht als Geschichtschreiber, sondern als Beobachter, der alles, was ihm auffallend und merkwürdig schien und seine Einbildungskraft reizte, wiedererzählt. Erst 1665 wurde ein Teil der Schriften gedruckt. Die beste Ausgabe besorgte Lalanne ("Œvres complètes", 11 Bde., Par. 1865-82). - Vgl. Schiller, Allgemeine Sammlung histor. Memoiren, II, Bd. 11-13 (Jena 1796-97); Pingaud, B. historien (in der "Revue des questions historiques", 1876).

Brants, bei lat. Säugetierbencnnungen Abkürzung für A. Brants, holländ. Arzt und Naturforscher.

Branzi, Ort im Val Brembana, s. Bergamasca.

Bras (frz., spr. bra), Arm; bras dessus (spr. -süh), bras dessous (spr. -suh), Arm in Arm, vertraulich; à bras ouverts (spr. brasuwähr), mit offenen Armen.