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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bremer Beiträge; Bremer Missionsgesellschaft; Bremerblau; Bremergrün; Bremerhaven; Bremerlehe; Bremervörde

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Bremer Beiträge - Bremervörde

bensbekenntnis, sowie eine Reihe anziehender Reisebilder aufgenommen, wie "Leben im Norden" (1849), "Sommerreise" (1848), "Die Heimat in der Neuen Welt" (1853-54) und "Leben in der Alten Welt" (1860-62). Eine neue Ausgabe der "Romane und Erzählungen" (24 Bde.) erschien in Leipzig 1882. In schwed., engl. und deutscher Sprache erschien "F. B.s Lebensschilderung, Briefe und nachgelassene Schriften" (deutsch, 3 Bde., Lpz. 1868), hg. von ihrer Schwester Charlotte Quiding.

Bremer Beiträge, üblicher Name der von Gärtner, Rabener und Cramer herausgegebenen Wochenschrift "Neue Beiträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes" (4 Bde., Brem. u. Lpz. 1744-48); im letzten Bande erschienen die 3 ersten Gesänge von Klopstocks "Messias", die dessen Ruhm begründeten. Der 5. und der 6. Band, unter demselben Namen (in einzelnen Teilen 1748-59) und J. M. Drehers Redaktion, hatten einen wesentlich verschiedenen Charakter. Dagegen kann die "Sammlung vermischter Schriften von den Verfassern der Bremischen Beiträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes" (3 Bde., 1748-57) als Fortsetzung der B. B. gelten. Die B. B. waren gegen die unter Gottscheds Einfluß von J. J. Schwabe geleiteten Leipziger "Belustigungen des Verstandes und Witzes" (8 Bde., Lpz. 1741 fg.) gerichtet. Es beteiligten sich noch J. A. Schlegel, Ebert und Zachariä in Leipzig und die Auswärtigen J. E. Schlegel und Straube; ferner: Gellert, Klopstock, Giseke, Chr. E. von Kleist, Gleim, Ramler u. a. Die meisten (Leipziger Studenten und junge Gelehrte waren der Kern) hat Klopstock in der Ode "Wingolf" verewigt.- Vgl. Muncker, Bremer Beiträger (in Kürschners "Deutscher Nationallitteratur", 2 Bde., Stuttg. 1889).

Bremerblau, s. Bergblau.

Bremergrün, s. Braunschweigergrün.

Bremerhaven, Hafenstadt im Staate Bremen, an der untern Weser und an der Geestemündung, gegenüber von Geestemünde (s. d.), an der Linie Hannover-Bremen-B. (184,1 km) der Preuß. Staatsbahnen, ist der eigentliche Seehafen von Bremen (s. d.) und hat (1890) 17 249 E., Post erster Klasse, Telegraph, Pferdebahnverbindung mit Geestemünde, Lehe und Wulsdorf; eine Kirche der vereinigten evang. Gemeinde, 1853-56 erbaut, mit einem Mittel-, drei Seitenschiffen und 88 m hohem Turm, Kreuzkirche der luth. Gemeinde, 1876-77 als einschiffiger Hallenbau errichtet, gotische kath. Marienkirche, 1867 erbaut, Methodistenkapelle, Stadthaus, got. Gerichtsgebäude, Standbild des Bürgermeisters Smidt, Kriegerdenkmal und Kaiser-Wilhelm-Denkmal, 29. Mai 1887 enthüllt. B. ist Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Bremen) mit Kammer für Handelssachen, Hauptzollamts, Steueramts, Hafen-, Strand-, Quarantäne-, See-, Seemanns-, Medizinalamts, einer Hafenbauinspektion, eines Lotsenbureaus, Schiffsvermessungsamts und einer Agentur der Seewarte. Ferner hat B. ein städtisches Gymnasium und Realprogymnasium (Direktor Dr. Hildebrand, 18 Lehrer, 350 Schüler) mit 3 Elementarklassen, Knaben-, Mädchenschule, Gewerbeschule für Gesellen und Lehrlinge, ein Technikum zur Ausbildung von Seedampfschiffsmaschinisten und Maschinenbauern, eine Handelsschule, 3 höhere Mädchenschulen, je eine Volks- und Gewerbeschule für Mädchen, eine Volksküche, St. Josephshospital, städtisches Krankenhaus, Arbeiterheim, städtische und Privatwasserleitung. Die Industrie erstreckt sich vornehmlich auf Schiffsbau und Schiffsausrüstung. Am bedeutendsten sind die Dockanlagen und Werkstätten des Norddeutschen Lloyd (s. d.) an der Westseite des Neuen Hafens, außer diesen sind noch drei mit Werftanlagen verbundene Trockendocks vorhanden. An der Ostseite des Kaiserhafens befinden sich Petroleum-Tankanlagen.

^[Abb.]

Der Handel beschäftigt sich außer mit Spedition vorzugsweise mit Korn, Petroleum, Fettwaren, Holz, Cement, auch mit fremdländischen Tieren, Natur- und Kunsterzeugnissen. Gestützt auf die von Geestemünde und B. aus betriebene Fischerei mit Dampfern in der Nordsee und auf die von der Stadt eingeführten Fischauktionen hat sich neuerdings der Seefischhandel sehr gehoben.

Es bestehen eine Bremerhavener Bank, Bremerhavener Bankverein, städtische und Bremerhavener Sparkasse und mehrere andere Bankgeschäfte und Kommanditen von auswärtigen Banken.

Der Norddeutsche Lloyd und die Dampfschifffahrts-Gesellschaft Hansa unterhalten von B. aus Dampfschiffsverbindungen mit Nord- und Südamerika, Ostasien und Australien. Ferner finden regelmäßige Fahrten nach London, Hull, Norderney, Helgoland sowie nach Bremen täglich mehrmals statt.

Die Hafenanlagen (177,77 ha) bestehen aus dem Alten, Neuen und Kaiserhafen. Das Becken des alten Hafens wurde ursprünglich 730 m lang und 58 m breit hergestellt, 1861 aber auf 83-115 m verbreitert. Die Verbindung mit der Weser wird durch eine Kammerschleuse von 42 m Länge und 26 m Breite, ferner durch einen Vorhafen von 260 m Länge und 23-26 m Breite vermittelt. Das Aufblühen des Bremer Handels veranlaßte die Anlage eines zweiten Bassins (Neuer Hafen), das 1847-51 erbaut wurde. Der Neue Hafen hat eine Länge von 830 m und eine Breite von 86 bis 114 m. Ein drittes Hafenbassin (Kaiserhafen) wurde 1872-76 gebaut, 600 m lang bei 115 m Breite, 1880 aber noch verbreitert; die Tiefe beträgt 8,8 m unter Hochwasser. Neuer Hafen und Kaiserhafen sind durch die Verbindungsschleuse verbunden, über die zwei Drehbrücken führen, eine für die Eisenbahn und eine für den Fuß- und Fuhrwerksverkehr. Seit 1892 ist nördlich vom Kaiserhafen eine neue Hafeneinfahrt mit Kammerschleuse und Erweiterung des letztern im Bau, s. Bremen, S. 493 b). (Hierzu Plan: Bremen und Bremerhaven.)

Durch Vertrag vom 11. Jan. 1827 erwarb Bremen (vorzugsweise auf Anregung und durch die Geschicklichkeit des Bürgermeisters Smidt) von Hannover ein Stück Land von 122 ha; Bremen gründete daselbst einen Hafen, der 1830 eröffnet wurde, an demselben entstand der Ort B.

Bremerlehe, s. Lehe.

Bremer Missionsgesellschaft, s. Norddeutsche Missionsgesellschaft.

Bremervörde. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Stade, hat 579,06 qkm, (1890) 17 040 (8686 männl., 8354 weibl.) E., 1 Stadt, 65 Landgemeinden und 4 Gutsbezirke. - 2) Kreisstadt im Kreis B., 27 km im SW. von Stade an dem Elbzufluß Oste, der hier auf 79 km schiffbar wird und dessen 190 m breite Mündung bei der Flut Seeschiffe trägt, sowie am Anfang des 16,4 km längen Oste-Hamme-Kanals, hat (1890) 3031 (1458 männl., 1573 weibl.) evang. E., Post