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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Britomartis; Briton Ferry; Britschka; Brive-la-Gaillarde; Brix; Brixen; Brixenthal; Brixham; Brixia; Brixlegg

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Britomartis - Brixlegg

von Ostafrika in der Gegenwart die Leistungen und die Subvention (1873-82: 10000, 1883-89: 7590: seit 1890: 16000 Pfd. St.) gesteigert worden.

Britomartis, eine in Kreta heimische Göttin, welche von den Griechen ihrer Artemis gleichgestellt wurde. Nach einer Sage, welche der alexandrinische Dichter Kallimachus überliefert hat, war B. eine Nymphe in der kretischen Stadt Gortyn, die der Artemis besonders lieb war. Minos, von heftiger Liebe zu ihr entbrannt, verfolgte sie durch die Berge Kretas und ließ nicht ab, bis sie vom hohen Felsen ins Meer hinabsprang. Sie geriet aber in Fischernetze, wodurch sie gerettet wurde; daher erhielt sie auch den Namen Diktynna (von Diktyon, d. h. Netz). Ihr Kultus verbreitete sich von Kreta bis nach dem Peloponnes.

Briton Ferry (spr. britt'n), Hafenstadt in der Grafschaft Glamorgan des engl. Fürstentums Wales, links an der Mündung des Neath in die Swanseabucht, 8 km östlich von Swansea, mit Eisenbahnen nach verschiedenen Kohlendistrikten, hat (1881) 6061 E., vortreffliche Docks (5 ha), Eisenhütten und Zinnblechfabrikation.

Britschka oder Britzka (poln. bryczka), offener leichter Reisewagen.

Brive-la-Gaillarde (spr. brihw la gajárd). 1) Arrondissement im franz. Depart. Corrèze, hat 1523,01 qkm, (1891) 120036 E., 98 Gemeinden und zerfällt in die 10 Kantone Ayen (152,20 qkm, 10048 E.), Beaulieu (122,58 qkm, 10093 E.), Beynat (109,55 qkm, 6496 E.), B. (199,86 qkm, 25903 E.), Donzenac (148,99 qkm, 13850 E.), Juillac (137,01 qkm, 11464 E.), Larche (123,48 qkm, 7430 E.), Lubersac (239,63 qkm, 14038 E.), Meyssac (154,97 qkm, 11169 E.), Vigeois (134,74 qkm, 9545 E.). - 2) Hauptstadt des Arrondissements V. im franz. Depart. Corrèze, an der CorrPze und an den Linien Limoges-B. (102 km), Périgueux-Figeac-Toulouse und V.-Tulle-Clermont-Ferrand (199 km), hat (1891) 11142, als Gemeinde 16803 E., in Garnison das 14. Infanterieregiment, 7 Kirchen (darunter die St. Martinskirche aus dem 12. und 13. Jahrh.), ein Collège, Bibliothek, 2 Zeitungen, Bronzestatue des hier geborenen Marschalls Brune; Musselinwebereien, Kupfer- und Kesselschmieden, Wachsbleichen, Handel mit Trüffelpasteten, Wolle, Wein, Bauholz, Kastanien und Nußöl. - B. ist das alte Briva Curretia, wo 584 Gundobald von Aquitanien zum König erwählt wurde, und Geburtsort des Kardinals Dubois.

Brix, Stadt in Böhmen, s. Brüx.

Brixen. 1) Bezirkshauptmannschaft in Tirol, hat 1202,89 qkm, (1890) 27050 (13983 männl., 13067 weibl.) E., darunter 22 Evangelische und 666 Militärpersonen, 4240 Häuser, 5429 Wohnparteien in 37 Gemeinden mit 78 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke B. und Sterzing. - 2) B., ital. Bressanone, Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft B., in 567 m Höhe am Einfluß der Rienz in den Eisack und an der Linie Kufstein-Ala (Tiroler Linie, Brennerbahn) der Österr. Südbahn, ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft, eines Fürstbischofs (Suffragan des Erzbischofs von Salzburg), einer Geniedirektion, einer Finanzbezirksdirektion, eines Bezirksgerichts (457 qkm, 20 Gemeinden, 42 Ortschaften, 16568 E.), eines Steueramtes und hat (1890) 5243, als Gemeinde 5525 E., in Garnison (397 Mann) das 3. Bataillon des 11. böhm. Infanterieregiments "Georg Prinz von Sachsen" und das 8. Feldbataillon des Tiroler Jägerregiments "Kaiser Franz Joseph", Post, Telegraph und 12 Kirchen. Die 1745-54 umgebaute Domkirche (15. Jahrh.) hat südlich einen schönen Kreuzgang mit Fresken aus dem 14. und 15. Jahrh., nördlich einen Bogengang mit dem Grabstein des im nahen Neustift begrabenen Minnesängers Oswald von Wolkenstein (gest. 1445) und 2 mit Kupfer gedeckte Türme. Unter den 7 Klöstern ist das der Frauen zur heil. Klara (1221 erbaut) das älteste. Bemerkenswert sind die mit Wassergraben und Parkanlagen umgebene fürstbischöfl. Residenz, die Sparkasse mit dem Walther-Saal und die durch die großartige Regelung der beiden reißenden Flüsse Eisack und Rienz, die nach der Überschwemmung 1882 durchgeführt wurde, gewonnenen Rapp-Anlagen zwischen beiden Flüssen mit der neuen Widmann-Brücke. Außerdem hat B. ein theol. Seminar, ein Staats- und ein fürstbischöfl. Privatgymnasium und ein aus Italien viel besuchtes weibliches Erziehungsinstitut der Englischen Fräulein. Um B., das ebenso wie das benachbarte Vahrn (s. d.) wegen seines milden (Jahrestemperatur im Mittel 12° C.) und gesunden Klimas als Frühlings- und Herbstaufenthalt gesucht ist, gedeiht bereits die Rebe; außer dem nicht unbeträchtlichen Weinbau treiben die Einwohner noch Getreide- und Obstbau. 15 km im NNW. das sog. Klausel mit der Franzensfeste (s. d.). - B. ist sehr alt und wahrscheinlich schon 828 in einer Urkunde unter dem Namen Pressena gemeint, sicher als Prichsna, ein Meierhof, den Kaiser Ludwig das Kind dem Bischof Johannes von Säben 901 schenkte. Die Bischöfe von Säben siedelten 992 nach B. über. Seitdem blieb es durch 9 Jahrhunderte Sitz des geistlichen, erst 1802 aufgehobenen Fürstentums B. B. war 1080 der Sitz des Konzils, welches Guibert von Ravenna gegen Gregor VII. zum Papst wählte, worauf der Herzog von Bayern den Bischof von B. vertrieb. Der Ort wurde 1174, 1234 und 1445 gänzlich durch Brand zerstört und 1525 durch den Bauernaufruhr heimgesucht. - Vgl. Tinkhauser, Topographisch-historisch-statist. Beschreibung der Diöcese B. (Bd. 1 u. 2, Brixen 1854-79; fortgesetzt von Rapp, ebd. 1880-91).

Brixenthal, Alpenthal in Tirol, im Gerichtsbezirk Hopfgarten der österr. Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel, südlich von der Hohen Salve (1829 m), von der Brixenthaler Ache durchflossen, die unterhalb Wörgl in den Inn mündet, mit den Ortschaften Brixen im Thal, in 785 m Höhe, mit (1890) 1083 E. und einer großen Kirche, und Hopfgarten (s. d.), beide an der Linie Salzburg-Wörgl der Österr. Staatsbahnen.

Brixham (spr. bríckßem), Lower B., Seestadt in der engl. Grafschaft Devon, südlich von Exeter, am Südufer der Tor-Bai, Hilfshafen für Dartmouth, hat ein Denkmal zur Erinnerung an die hier 1688 erfolgte Landung Wilhelms von Oranien, (1891) 6224 E.; Fischerei, Eisen- und Kalkgruben sowie Ölfarbenfabrikation. Unweit davon B. Cavern, eine Kalksteinhöhle mit prähistor. Funden.

Brixia, alter Name von Brescia (s. d.) und der franz. Landschaft La Bresse (s. d.).

Brixlegg, Dorf im Gericktsbezirk Rattenberg der österr. Bezirkshauptmannschaft Kufstein in Tirol, in 513 m Höhe, in anmutiger Lage an der Mündung des Alpbachs in den Inn und am Fuße des Thierbergs (mit der aussichtreichen Gratlspitze, 1890 m), an der Linie Kufstein-Ala (Tiroler Linie) der Österr. Südbahn, hat (1890) 853, als Gemeinde 1219 E.,