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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Brockhaus; Brockmann

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Brockhaus (Friedr. Arnold) - Brockmann

pressen, 3 Satiniermaschinen [Kalander], 4 Hilfsmaschinen; jährlich 60 Mill. Drucke); Schriftgießerei (mit 12 Gießmaschinen, 1 Komplettmaschine, 2 Gießöfen, 10 Bestoßzeug- und 13 Hilfsmaschinen); Stereotypengießerei (mit 4 Trockenpressen und 4 Hilfsmaschinen); Galvanoplastische Anstalt (mit 1 Dynamomaschine, 3 Prägepressen und 3 Hilfsmaschinen); Schriftschneiderei und Gravieranstalt (mit 1 Fräs- und Guillochiermaschine und 1 Hobelmaschine); Stahl- und Kupferdruckerei (mit 14 Pressen und 2 Hilfsmaschinen; jährlich etwa 1/2 Mill. Kunstdrucke); Lithographische Anstalt und Steindruckerei (mit 2 Liniiermaschinen, 9 Schnellpressen, 6 Handpressen, 1 Bronziermaschine, 3 Hilfsmaschinen; jährlich etwa 10 Mill. Drucke); Xylographische Anstalt (mit 2 Hilfsmaschinen und Zinkographie); Buchbinderei (mit 1 Doppelfalzmaschine, 12 Drahtheftmaschinen, 9 Vergoldpressen, 12 Beschneidmaschinen, 17 Hilfsmaschinen, 6 Packpressen). Die maschinellen Anlagen werden getrieben von einer 75pferdigen unterirdischen Dampfmaschine; Centralheizung. Die Gesamtstärke des Geschäftspersonals der Firma, für das eine von den Prinzipalen gestiftete Hauskasse besteht, beträgt etwa 750, die Zahl der jährlich ein- und ausgehenden Briefe, Post- und Eisenbahnsendungen ungefähr 300000. - Vgl. Die Firma F. A. B. in Leipzig. Zum 100jährigen Geburtstage von Friedrich Arnold B. 4. Mai 1872 (als Handschrift gedruckt); Mitteilungen von F. A. B, (seit 1870).

Brockhaus, Friedr. Arnold, Begründer der Firma F. A. Brockhaus (s. d.) in Leipzig, deutscher Buchhändler, geb. 4. Mai 1772 in Dortmund, besuchte das Gymnasium daselbst und zeigte schon frühzeitig Neigung für Litteratur und Wissenschaft, ward aber von seinem Vater, der Kaufmann und Mitglied des Rats war, zum Kaufmannsstande bestimmt, den er 1788-93 in Düsseldorf erlernte. Ins elterliche Haus zurückgekehrt, ging er im Sommer 1793 nach Leipzig, wo er sich den Wissenschaften und neuern Sprachen widmete. In Dortmund errichtete er 1795) mit W. Mallinckrodt ein Geschäft in engl. Manufakturwaren, das 1801 nach Arnheim, 1802 nach Amsterdam verlegt wurde. Hier ließ B. das Geschäft aber wegen der Ungunst der Zeiten Ende 1804 eingehen. Von besonderer Neigung zum Buchhandel getrieben, errichtete er 15. Okt. 1805 zu Amsterdam eine deutsche Verlags- und Sortimentsbuchhandlung, als deren Inhaber sich ein befreundeter Buchdrucker J. G. Rohloff nennen ließ, da B. als Ausländer nicht Mitglied der Buchhändlergilde werden konnte, und die deshalb anfangs "Rohloff & Comp." firmierte. Bei den ungünstigen Zeitverhältnissen, besonders seit der Vereinigung Hollands mit Frankreich, entschloß sich B. im Mai 1810, sein Geschäft nach Deutschland zu verlegen, und ließ sich zunächst in Altenburg (1811), später (1818) in Leipzig nieder. Den Wendepunkt seines Schicksals bildete das "Konversations-Lexikon" (s. d.), dem er seine ganze Kraft und Energie zuwandte und das fortan die feste Grundlage seiner weitern Unternehmungen bildete. Er hatte mannigfache Angriffe zu erdulden und ward besonders wegen seiner freisinnigen Ansichten über Verfassungswesen, öffentliches Leben und Presse verdächtigt und bedrängt. Censuranfechtungen, namentlich von seiten der preuß. Regierung, welche 1821 sogar eine ganz exceptionelle harte Maßregel, die "Recensur" seines gesamten Verlags, anordnete, die erst nach seinem Tode aufgehoben wurde, Störungen seiner Unternehmungen, besonders des "Konversations-Lexikon", durch Nachdruck, endlich litterar. Fehden verbitterten ihm das Leben und untergruben die Gesundheit des sonst rüstigen Mannes. Von einer schweren Krankheit kaum genesen, unterlag er einem plötzlichen Rückfall, der 20. Aug. 1823 seiner rastlosen Thätigkeit ein Ziel setzte. - Vgl. Heinr. Eduard Brockhaus, Friedrich Arnold B. Sein Leben und Wirken nach Briefen und andern Aufzeichnungen geschildert (3 Bde., Lpz. 1872-81).

Brockhaus, Herm., Orientalist, der dritte Sohn von Friedrich Arnold B., geb. 28. Jan. 1806 zu Amsterdam, studiertem Leipzig, Göttingen und Bonn orient., namentlich ind. Litteratur und lebte dann längere Zeit zu demselben Zwecke in Kopenhagen, Paris, London, Oxford und Dresden. Seit 1839 als außerord. Professor an der Universität Jena wirkend, folgte er 1841 einem Rufe an die Universität Leipzig, wo er seit 1848 eine ord. Professur der altind. Sprache und Litteratur bekleidete. Er starb 5. Jan. 1877 in Leipzig. Von seinen Schriften sind zu erwähnen: die fünf ersten Bücher der großen Märchensammlung des Somadeva, "Kathâ-Sarit-Sâgara" (sanskrit und deutsch, Lpz. 1839; die deutsche Übersetzung allein, 2 Tle., ebd. 1843; eine Analyse des 6. bis 8. Buchs erschien 1802, des 9. bis 18. Buchs 1806 in den "Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes"); ferner eine Ausgabe des Schauspiels "Prabodha-Chandrodaya" von Krishna Misra, nebst den ind. Scholien (Lpz. 1845); die Ausgabe von Nachschebis pers. Bearbeitung der "Sieben weisen Meister" (ebd. 1845); eine kritische Ausgabe der "Lieder des Hafis" (3 Bde., ebd. 1854-61; neue Ausg. in 1 Bd., 1863). Außerdem veröffentlichte B. noch einen fast allgemein angenommenen Vorschlag "Über den Druck sanskrit. Werke mit lat. Buchstaben" (Lpz. 1841), den er auch auf andere orient. sprachen, das Arabische, Persische u. s. w. auszudehnen versuchte (in der "Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft", Bd. 17, ebd. 1863), sowie eine Ausgabe des "Vendidad Sade" (ebd. 1850), die er nach den lithographierten Ausgaben von Paris und Bombay veranstaltete und mit einem Wörterverzeichnisse sowie dem ersten Versuche eines Glossars der Zendsprache bereicherte. Als Mitbegründer der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft besorgte B. 1852-65 die Redaktion der Zeitschrift der Gesellschaft und trug nicht unwesentlich zur Blüte dieses gelehrten Vereins bei. 1856 übernahm er die Redaktion der "Allgemeinen Encyklopädie" von Ersch und Gruber, die er vom 62. bis 99. (Schluß-) Bande der ersten Lektion führte. - Friedrich Clemens B., älterer Sohn des vorigen, geb. 14. Febr. 1837 in Dresden, gest. in Leipzig 10. Nov. 1877 als Pastor an der Johanniskirche und außerord. Professor an der Universität daselbst, verfaßte mehrere kirchenhistor. Monographien. - Friedrich Arnold B., Jurist, jüngerer Sohn von Hermann B., geb. 21. Sept. 1838 in Dresden, habilitierte sich in Jena und wurde dort außerord. Professor, 1871 ord. Professor in Basel, 1872 in Kiel, 1888 in Marburg, 1889 in Jena. Er veröffentlichte: "Das Legitimitätsprinzip" (Lpz. 1868), "Die Briefe des Junius" (ebd. 1876) und "Das deutsche Heer und die Kontingente der Einzelstaaten" (ebd. 1888).

Brockmann, Joh. Franz Hieronymus, Schauspieler, geb. 30. Sept. 1745 zu Graz, betrat 1760 bei einer herumziehenden Seiltänzertruppe, die auch kleine Stücke gab, zu Laibach die Bühne, zog dann mit einer Schauspielertruppe mehrere Jahre in