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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bronikowski - Bronnizy
B. des Mittclmeernetzes, hat Post und Telegraph,
(1881) 6510 E., eine schöne Hauptkirche, Schloß,
Weinbau und Mineralquellen. Hier siegte 1706
Prinz Eugen über die Franzosen.
Bronikowfki, Alerander Aug. Ferd. von
Oppeln-, Romanschriftsteller, geb. 28. Febr.
1783 zu Dresden als Sohn eines poln. General-
adjutanten des sächs. Kurfürsten, trat in preuß.
Kriegsdienst bis 1807, lebte danach zu Vreslau,
Vrag und Dresden, kämpfte 1812-15 in der poln.
Abteilung des franz. Heers und starb, 1815 als
Major zurückgetreten, 21. Jan. 1834 zu Dresden.
Er schrieb eine Reihe einst viel gelesener Romane,
die den meist der Geschichte Polens entnommenen
Stoss in W. Scotts Art, aber ohne tiefere Mo-
tivierung behandeln. Gesammelt erschienen seine
Romane als "Schriften" (21 Bde., Dresd. 1825-
35) und "Sammlung neuer Schriften" (28 Bde.,
Halberst. 1829-34). Auch eine "Geschichte Polens"
(4 Bde., Dre^d. 1831) gab er heraus.
Bronn, Heinr. Georg, Zoolog und Paläontolog,
geb. 3. März 1800 zu Ziegelhausen bei Heidelberg,
widmete sich auf der Universität zu Heidelberg seit
1817 kameralistischen, besonders forstwissenschaft-
lichen und naturhistor. Studien und begann bereits
1821 daselbst Vorlesuugen über diese Gebiete zu
halten; seit 1822 vertrat er auch das Gebiet der
Petrefaktenkuude. Er wurde 1828 znm außerord.,
1833 zum ord. Professor der Mtur- und Gewerbs-
wissenschaften ernannt, nach F. ^). Leuckarts Ab-
gänge (1832) auch mit den akademischen Vorträgen
über Zoologie und der Direktion der zoolog. Samm-
lungen der Universität beauftraat. Er starb 5. Juli
1862 zu Heidelberg. V.s erste größere wissenschaftliche
Arbeiten gehören der Petrefaktenkunde an: "System
der urweltllchen Konchylien" (Heidelb. 1824) und das
"System der urweltlichen Pflanzenticre" (ebd. 1825).
Dann folgte die "(lu.63. H6i(l6idsi'F6N8i8" (ebd.
1830), eine geognost.-mineralog. Beschreibung der
Umgegend Heidelbergs, und sein eigentliches Haupt-
werl, die "I^tliu^ ^öOSnoLtieg." (2 Bde., Stuttg.
1836-38; 3. Aufl., mit Romer, 6 Bde., 1852-56,
nebst Atlas), in welcher er die Abbildungen und Be-
schreibungen aller für die verschiedenen Gebirgs-
formationen charakteristischen Versteinerungen gab.
In seiner "Allgemeinen Zoologie" (Stuttg. 1850)
machte er zuerst den Versuch, die Tierwelt in ihrer
Gesamtheit mit Berücksichtigung der untergegange-
nen Organismen zu behandeln, während er in dem
von Keferstein u. a. fortgeführten Werke "Die
Klassen und Ordnungen des Tierreichs" (Bd. 1-3,
Lpz. 1859-64; fortgeführt und erneuert von Kefer-
stein u. a., 6 Bde., 14 Abteil., 1865 fg.) eine syste-
matische Übersicht über dieses Reich der Natur gab.
Von seinen Schriften sind noch hervorzuheben: die
"Geschichte der ^atur" (13. -15. Bd. der "Natur-
geschichte der drei Reiche", 3Voe., Stuttg. 1841-49),
"Italiens Tertiärgebilde" (Heioclb. 1831), "Mor-
pholog. Studien über die Gestaltungsgesetze der
Naturkörpcr überhaupt und der organischen insbe-
sondere" (Lpz. 1858) und die "Untersuchungen über
die Entwicklungsgesetze der organischen Welt wäh-
rend der Bildungszeit unserer Erdoberfläche" (Stuttg.
1858). Außer einer Übertragung von Darwins
Werk "Über die Entstehung der Arten durch natür-
liche Zuchtwahl" (7. Aufü, Stuttg. 1883) lieferte
er zahlreiche Beiträge zum "Jahrbuch für Minera-
logie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde",
das er seit 1830 mit Leonhard herausgab.
Vronner, Franz Xaver, Idyllendichter, ged.
23. Dez. 1758 zu Höchstädt, war Sohn eines Ziegel-
brenners, wurde 1776 Benediktiner in Donauwörth,
entfloh dem Klosterleben 1785 und ging nach Basel,
dann nach Zürich, wo er Mitredacteur der "Züricher
Zeitung" wurde, darauf 1803 als Lehrer der Natur^
Wissenschaft an die Kantonsschule zu Aarau, 1810 als
Professor der Physik nach Kasan, kehrte 1817 nach
Aarau zurück, wo er zum Protestantismus über-
trat, und starb dort als Archivar und Bibliothekar
11. Aug. 1850. Ansehen erwarb er sich durch seine
schvn in Donauwörth begonnenen "Fischergedichte
und Erzählungen", die der ihm geistesverwandte
Sal. Geßner (Zür. 1787) berausgab und die B.
1794 in "Neuen Fischergedichten" fortsetzte. Seine
interessante Autobiographie (3 Bde., 1795 - 97)
zeigtihn als Menschenkennerund scharfen Beobachter.
Bronner, Joh. Phil., Önolog und Weinbauer,
geb. 11. Febr. 1792 zu Neckargemünd, widmete sicd
der Pharmacie und seit 1820 mit großem Erfolge
dem Weinbau. Seine neue Erziehungsmethode der
Reben durch den sog. Vockschnitt machte er zuerst
1825 bekannt. Er bereiste die Weinbaugegeuden
Deutschlands, Frankreichs, der Schweiz, Österreichs
uud Italiens und verschaffte sich aus allen Wein-
ländern Traubensorten, deren er gegen 400 zusam-
menbrachte, um sie in seinen Nebenanlagen selbst
anzubauen. Er lebte als großherzoglich bad. Öko-
nomierat, Apotheker und Gutsbesitzer zu Wiesloch
bei Heidelberg, wo er 4. Dez. 1865 starb. V. schrieb:
"Die Verbesserung des Weinbaues durch praktische
Anweisung, den Riesling ohne Pfähle und Latten
vermittelst des Bockschnitts zu erziehen" (Heidelb.
1830), "Der Weinbau in Süddeutschlaud" (7 Tle.,
ebd. 1833-42), "Der Weinbau und die Weinberei-
tung in der Champagne" (ebd. 1840), "Die deutschen
Schaumweine" (ebd. 1842), "Die Bereitung der Rot-
weine und deren zweckmäßigste Behandlung" (Frantf.
1856). In der Schrift über "Die wilden Trauben
des Rheinthals" (Hcidelb. 1857) wird der Beweis
geliefert, daß die meisten deutschen "Weinbergs-
trauben" (nicht Tafeltraubeu) nicht aus dem Orienl
abstammen, wie bisher fälschlich angenommen wurde.
Nach ihm ist eine Traubeuart Bronnertraube
genannt worden.
Vrönners Fleckwasser, s. Flcckmittel.
Bronuikow, Fedor Andrejewitsch, russ. Histo-
rienmaler, geb. 1825 im Permschen Gouvernement,
erhielt seine Ausbildung an der Akademie zu Pe-
tersburg, war Professor der Geschichtsmalerei an
derselben und lebt gegenwärtig in Rom. Zu seinen
vorzüglichsten Gemälden gehören: Alcibiades und
Aspasia, Pütus und Arria, Horaz bei Augustus,
Die Pythagoräer den Sonnenaufgang begrüßend,
Das Inquisitionsgericht, Das letzte Mahl u. a. Er
führte auch eine Reihe von Zeichnungen aus, die das
Leben der slaw. Apostel Cyrillus und Mcthodius
zum Gegenstande haben. Außerdem malte er viele
lebensvolle Genrebilder und Charakterstudien.
Bronnizy. 1) Kreis im südöstl. Teil des russ.
Gouvernements Moskau, hat 2334,2 qkm, 144852
E., 50 Baumwollwebercien, Baumwollspinnereien
und Tuchfabriken, 15 Porzellan- und Fayencefabri-
ken. - 2) Kreisstadt im Kreis B., 53 km im SO. von
Moskau, rechts der schiffbaren Moskwa und am See
Bjeloie, 11 Km von der gleichnamigen Station der
Eifenbahn Moskau-Rjasan, hat (1885) 6093 E.,
Post und Telegraph, 2 Kirchen, Kreisschule, Baum-
wollweberci und Getreidehandel.