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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bronteion - Bronzedruck
regte und als "Die Waise von Lowood" von Char-
lotte Birch-Pfeiffer 1856 dramatisiert wurde. Glei-
chen Erfolg hatte "8Iiiri67" (Lond. 1849; deutsch
von Drugulin, 5 Tle., Stuttg. 1850). Der Roman
"Vilistt^ (3 Bde., Lond. 1853; deutsch von Diez-
mann, Lpz. 1853) ist in Einzelheiten, weniger als
Ganzes gelungen. 1854 heiratete V. den Pfarr-
verweser ihres Vaters, Arthur Bell Nicholls, starb
aber schon 31. März 1855 im Pfarrhause zu Ha-
worth. - Vgl. Mrs. Gaskell, Iks likk ok 0. V.
(2. Aufl., 2 Bde., Lond. 1858); Thackeray in "0oi-n-
killNa^we" (April 1860); Neid, 0. L. (1877);
Swinburne, ^ not6 ou 0. L. (1877); Vayne, 1^0
^I63,t NllFii3ii^v0M6Q (Lond. 1881); Virrell, I^il6
ol 0. L. (1887).
Die jünaern Schwestern Charlottes, Emily Jane
B. (geb. 1819) und AnneB. (geb. 1822), beide früh,
19. Dez. 1848, bez. 28. Mai 1849 gestorben, traten
ebenfalls als Romanschriftstellerinnen auf, unter
den Namen Ellis Bell und Acton Bell, die
erstere mit "^ViitiisrinF K6i^1it8" (deutsch, Grimma
1851), die zweite mit "^31168 (^6^". Ihre beiden
Werke erschienen zusammen (Lond. 1847) mit Bio-
graphie in einer neuen Ausgabe von Charlotte
(1850; in einem Neudruck, ebd. 1890), außerdem
"I>()6iii8" von E. I. B. (1846). Beide, besonders
aber Emily, die dichterisch begabter als Charlotte
war, zeigen Gemüt und Gestaltungskraft. - Vgl.
Robinson, Nmiiv L. (Lond. 1883; 2. Aufl. 1889);
I^iko and^oi-ks olO.V. kuä der 8i8t6r8 (7 Bde., ebd.
1872); Leyland, Iiw L. lamil? (2 Bde., ebd. 1886).
Bronteion (grch.), im altgriech. Theater die
Maschine zur Nachahmung des Donners. Sie be-
stand aus einem ehernen Kessel, in den man steine
schüttete und den man dann herumschwenkte.
Brontes, einer der Kyklopen (s. d.).
Brontologie (grch.), Gewitterlehre; Bronto-
phobie, Gcwitterfurcht.
Vrontotlierluln, eine Gattung riesiger Ge-
schöpfe aus der Verwandtschaft der Nashörner,
deren Reste in den Mitteltertiärschichten des westl.
Nordamerika vorkommen und welche zwei große
Hörner nebeneinander auf der Nase, vierzehige vor-
dere und dreizehige hintere Extremitäten hatten.
Bronze (fpr. brongse), Bronce, Legierung von
Kupfer mit Zinn, oder mit Zinn und Zink, oder an-
dern Metallen in wechselnden Verhältnissen, die zu
den verschiedensten Gebrauchszwecken dient. Man
unterscheidet folgende Hauptsorten: 1) Antike B.
Schon in den ältesten Zeiten ist B. benutzt worden
zur Anfertigung von Waffen, Münzen, Kunstgegen-
ständen der mannigfachsten Art. Sie ist im Alter-
tum zweifelsohne durch Verschmelzen von Gemengen
von Zinn- und Kupfererzen gewonnen worden. Die
meisten antiken B. enthalten 75-90 Kupfer und
25-10 Zinn. In diesem Verhältnis zusammen-
geschmolzen hat die Legierung ein schönes goldähn-
liches Ansehen. Den Einflüssen der Witterung aus-
gesetzt, überzieht sich die B. bald mit einem schönen
blaugrünenAnfluge von Grünspan (s.d.und Patina),
der aus kohlensaurem Kupfer besteht, in einer mit
Steinkohlcnrauch und Staub erfüllten Atmosphäre
sich allmählich in eine schwarze, durch Abwäschen mit
verdünnter Atzlauqe zu beseitigende Schicht ver-
wandelt. 2) Geschützbronze (s.d.). 3) Glocken-
metall, von dem vorhergehenden verschieden durch
einen sehr hohen Gehalt an Zinn (20-25 Proz.);
Spuren von Silber, die man in einzelnen Glocken
gefunden hat, sind zufällige Beimengungen oder
überflüssige Zusätze; der Klang der Glocken wird
durch Silber nicht, wie irrtümlich geglaubt wird,
verbessert, sondern benachteiligt. 4) Spiegel-
metall, weiße Legierung mit 30-35 Proz. Zinn.
5) Medaillen- und ^cheidemünzenbronze
sind Legierungen von sehr verschiedener Zusammen-
setzung, z. B. 95 Kupfer, 5 Zinn; die Scheidemün-
zen der meisten Staaten erhalten einen Zusatz von
1-5 Proz. Zink. 6) B. zu Schiffsbeschlägen
besteht aus 100 Kupfer nebst 4^- 7 Proz. Zmn,
läßt sich in glühendem Zustands zu Blech walzen
und widersteht der korrodierenden Wirkung des
Meerwassers besser als reines Kupfer. 7) Mo-
derne Statuenbronze. Die nur aus Kupfer
und Zinn bestehende antike B. hat mehrere übel-
stände, die ihre Verwendung im Kunstguß erschwe-
ren; sie schmilzt sehr schwer, wird wenig dünnflüssig,
beim Erstarren scheiden sich leicht Legierungen von
verschiedener Zusammensetzung aus, wodurch das
Aussehen der Gußstücke benachteiligt und die Ent-
tehung einer gleichmäßigen Patina verhindert wird;
erner ist sie schwer zu ciselieren. AÜe diese übel-
tände lassen sich durch eine Abänderung der Zu-
ammensetzung vermeiden, und es werden daher zu
allen in der Neuzeit ausgeführten Gußwerken Le-
gierungen verwandt, in denen das Zinn zum arohen
Teil durch Zink ersetzt ist. Eine Kupferleaierung
mit 10-18 Proz. Zink und 2-4 Proz. Zinn hat
eine schöne rötlichgelbe Farbe, wird so dünnflüssig,
daß sie selbst die feinsten Teile der Form gänzlich
erfüllt, ist für die Bearbeitung genügend zähe und
nimmt an der Luft eine schöne Patina an. Ein
größerer Zinngehalt macht die V. zu spröde, bei
größerm Zusatz von Zink verliert sie ihre schöne
Farbe und erhält eine zu grüne, rauhe Patina. Ein
Zusatz von Blei läßt die B. leichter bearbeiten, er-
zeugt aber, wenn zu reichlich, Flockenbildung. Nach
d'Arcet soll die beste Mischung für den Guß von
Statuen aus 82 Kupfer, 18 Zink, 3 Zinn und 1^
Blei bestehen. Eine dem Messing nahekommende,
größere Mengen von Zinn und Zink haltende B.,
läßt sich bequem bearbeiten und ist als enivrs poü
bekannt. 8) Lagermetall, s. Antifriktionsmetall.
9) Phosphorbronze (s.d.) ist eine Kupferzinn-
legierung, die eine geringe Menge von Phosphor
enthält. - Vgl. Kerl und Stohmann Wuspratt),
Encyklopädisches Handbuch der technischen Cbemie
(Braunschw., begonnen 1888), Artikel "Kupfer";
Ledebur, Die Legierungen in ihrer Anwendung für
gewerbliche Zwecke (Berl. 1890).
Bronzealter, soviel wie Bronzezeit (s. o.).
Bronzedruck ist diejenige Art des Buch- oder
Steindrucks, bei welchem man auf den frischen Druck
Metall in Pulverform, sog. Vronzefarben (s. d.), auf-
trägt, die dann auf ihm haften bleiben. Das Ver-
fahren ist einfach und dieri chtigeWahl des zum Vor-
druck benutzten Firnisses die Hauptsache. Für Buch-
druck ist am besten ein guter mittelstarker oder starker
Firnis, dem etwas von einer zum Ton der Bronze
stimmenden Farbe beigemischt wird. Für Litho-
graphie und zum Druck auf gestrichenen, mit einer
Kreideschicht versehenen Papieren ist eine der besten
Vordruckfarben eine Mischung aus 2 Teilen mittel-
starkem Firnis, 1 Teil weißem Wachs und 1 Teil
venet. Terpentin, mit etwas Umbra für Gold-
bronze oder einem andern Farbstoff für Benzen
in andern Farben, so rot für Kupfer, bläulichgrau
> für Silber u.s.w. Das PapierfürB. soll gut geleimt
! sein, damit der Firnis nicht sogleich aufgesaugt wird