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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Buchhändlerhaus - Buchholz (Stadt)
nundinarius Germaniae literatae. Die Meßjahrbücher des deutschen B. von 1564 bis 1846, hg. von Schwetschke (2 Bde., Halle 1850-77); Kirchhoff, Beiträge zur Geschichte des deutschen B. (2 Bde., Lpz. 1851-53); ders., Die Handschriftenhändler des Mittelalters (2. Aufl., ebd. 1853; weitere Beiträge dazu Halle 1854); Lempertz, Bilderhefte zur Geschichte des Bücherhandels (Köln 1853-65); Falke, Geschichte des deutschen Handels (Tl. 2, S. 373 fg., Lpz. 1859); Büchner, Beiträge zur Geschichte des deutschen B. (2 Hefte, Gieß. 1873 u. 1874); Magazin für den deutschen B., hg. von Schürmann (3 Bde., Lpz. 1874-76); Publikationen des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Bd. 1-8 (ebd. 1874-91); dass., Neue Folge: Archiv für die Geschichte des deutschen B., Bd. 1-16 (ebd. 1878-93); Schmitz, Schriftsteller und Buchhändler in Athen und im übrigen Griechenland (Heidelb. 1876); Ed. Frommann, Aufsätze zur Geschickte des B. im 16. Jahrh. (2 Hefte, Jena 1876-81); Birt, Das antike Bücherwesen (Berl. 1882); Geschichte des deutschen B., hg. vom Börsenverein der Deutschen Buchhändler (Bd. 1, bis zum 17. Jahrh., bearbeitet von F. Kapp, Lpz. 1886); Pfau, Biographisches Lexikon des deutschen Buchhandels der Gegenwart (ebd. 1890). Zeitschriften: Börsenblatt für den deutschen B. und die mit ihm verwandten Geschäftszweige (Lpz., seit 1834); Deutsche Buchhändler-Akademie, hg. von C. Weißbach, 1. bis 7. Bd. (Weim. 1884-90); Export-Journal. Internationaler Anzeiger für B. und Buchgewerbe (Lpz., seit 1887); Österr.-ungar. Buchhändler-Korrespondenz (Wien, seit 1860); Anzeiger für den schweizerischen B. (Zürich, seit 1883); Anzeiger für den schweizerischen B. (Alten, seit 1884); Deutscher Buchhändler-Kalender, hg. von C. Weißbach, 1.-12. Jahrg. (Weim. 1881-92). Adreßbücher: Adreßbuch des deutschen B. und der verwandten Geschäftszweige (50 Jahrg., Lpz. 1839-88, hg. von O. A. Schulz; 1889 fg., hg. vom Börsenverein der Deutschen Buchhändler); Adreßbuch für den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel der Österr.-Ungar. Monarchie, hg. von Perles, 1. bis 27. Jahrg. (Wien 1866-92). Allgemeines: Encyklopädie des gesamten buchhändlerischen Wissens, hg. von H. Weißbach (Weim. 1888 fg.); Katalog der Bibliothek des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler (Lpz. 1885).
Buchhändlerhaus, Deutsches, s. Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig (S. 329 b).
Buchhändlermesse, die alljährlich in Leipzig in der mit dem Sonntag Kantate beginnenden Woche stattfindende sog. Ostermesse des deutschen Buchhandels. Sie ist der Termin des Ausgleichs des buchhändlerischen Rechnungsverkehrs durch Remission und Disposition (s. Remittenden und Disponenden) der unverkauften und Bezahlung der im vorhergehenden Kalenderjahre verkauften Bücher an den Verleger oder dessen Beauftragten, den Kommissionär (s. Kommissionsbuchhandel). Der Sortimentsbuchhändler genießt seitens des Verlegers bei diesem Ausgleich ein sog. Meßagio von 1 Proz. Andere B. finden alljährlich in Stuttgart seitens des Süddeutschen und Württembergischen Buchhändlervereins am dritten Dienstag des Juni, und in Wien seitens des Vereins der österr.-ungar. Buchhändler am 31. März statt, über die Geschichte der B. s. Buchhandel.
Buchhandlung des Waisenhauses, Verlags- und Sortimentsbuchhandlung in Halle a. S., im Besitz der Franckeschen Stiftungen (s. d.), der auch das dortige Waisenhaus angehört; Administrator seit 1877 August Schürmann (s. d.). Sie wurde 1698 von dem Theologen Jul. Elers (1667-1728) gegründet, der damals bloß mit einer Predigt Franckes die Leipziger Messe bezog, und hatte 1700 schon eine Meßeinnahme von 13748 M. 1701 wurde die Buchdruckerei errichtet, 1702 eine Zweigniederlassung in Berlin, 1712 eine Bibelanstalt (s. Cansteinsche Bibelanstalt). Der Verlagskatalog weist 1738 schon über 600 Werke auf: aus der Theologie, Medizin, Geschichte u. s. w. Den größten Erfolg hatten, neben den Bibelausgaben und den Revisionen des evang. Kirchenliedes, die Langesche "Latein. Grammatik", die sog. Waisenhausische Griech. Grammatik, die Kompendien von Freylinghausen, Freyer u. s. w. Der Bedeutung des Verlags entsprach das Sortiment, das damals zumeist durch Tausch gegen den erstern erworben wurde; es bildete eins der großen Bücherlager, die nah und fern ganze Geschäfte mit ihrem litterarischen Bedarf versorgten. Nach dem Siebenjährigen Kriege beschränkte sich die Thätigkeit auf die eigenen Zweiggeschäfte in Berlin (bis 1819) und Frankfurt a. M. (bis 1810). Im Verlag trat die klassische Philologie in den Vordergrund mit sehr verbreiteten Schulausgaben griech.-röm. Klassiker, die aber später durch die Ausgaben von Karl Tauchnitz verdrängt wurden. Damit begann ein Niedergang des Instituts, von dem es sich erst in den J. 1830-50 erholte, durch Neubelebung der Gymnasiallitteratur. Aus dieser und zum Teil der folgenden Zeit stammen: Echtermeyers "Auswahl deutscher Gedichte" (30. Aufl. 1891), die histor. Lehrbücher von Karl Peter, die geographischen von Daniel ("Leitfaden", 176. Aufl. 1891; "Lehrbuch", 73. Aufl. 1891), die philologischen von Moritz Seyffert, Masius' "Deutsches Lesebuch" u. s. w. Der übrige neuere Verlag umfaßt besonders Sprachwissenschaft, orientalische, klassische und neuere Philologie, darunter die "Zeitschrift für deutsche Philologie" (seit 1868). Die "Buchdruckerei des Waisenhauses und der von Cansteinschen Bibelanstalt" (Administrator Karl Bobardt) hat (1892) Dampfmaschine (5 Pferdekraft), 12 Schnellpressen, Buchbinderei und 75 Personen.
Buchhandlungsreisender, s. Handlungsreisender und Reisebuchhandel.
Buchholtz, Andreas Heinrich, s. Buckoltz.
Buchholz. 1) Ursprünglich St. Katharinenberg im Buch holz, Stadt in der Amtshauptmannschaft Annaberg der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, im Erzgebirge, 2 km von Annaberg und 8 km von der böhm. Grenze, in 600 m Höhe, an der Sebma und den Linien Chemnitz-Weipert und Annaberg-Schwarzenberg der Sächs. Staatsbahnen, steigt terrassenförmig am nördl. Abhange des Schottenbergs auf und hat (1890) 7808 (3689 männl., 4119 weibl.) E., darunter 325 Katholiken, Post erster Klasse, Telegraph, Fernsprechverbindung (28 Sprechstellen) mit Annaberg; 2 Kirchen, von denen die St. Kalharmeninche einen Flügelaltar aus der Schule Mich. Wohlgemuths mit neuem Gemälde und alte Glasmalereien besitzt, 2 Bürgerschulen, Posamentierfachschule, Volksbiblio-^[folgende Seite]
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