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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bucko - Budapest

leicht mit Salz, läßt sie ein paar Stunden stehen und hängt sie dann zum Abtrocknen auf. Darauf werden sie in eigens dazu gebauten Öfen im Rauch von Buchen-, Eichen- und Erlenholz einige Stunden lang geräuchert. Verpackt werden sie meist in kleine Kisten. Zum Räuchern werden besonders die Heringe der Ostsee benutzt; am besten eignen sich hierzu die im Winter gefangenen, fetten Heringe. Die meisten und wohlschmeckendsten B. liefert die Ostküste Holsteins (Kiel, Ellerbeck, Eckernförde). Neuerdings werden die im Winter massenhaft an der schwed. Küste des Skagerracks (Gothenburg) gefangenen Winterheringe in großer Menge nach Deutschland eingeführt und hier erst geräuchert. Diese zu B. verarbeiteten Heringe sind billiger und größer als die deutschen, aber weniger gut, namentlich sehr trocken. B. bilden im Binnenlande, besonders in den Fabrikdistrikten, ein wichtiges Nahrungsmittel.

Bucko (Bucco, auch Bukko), auch Hottentottenthee genannt, die Blätter von Arten der Gattungen Barosma, Agathosma und Empleurum (s. diese Artikel), eine Drogue, die früher häufig gegen Gicht und Brustbeschwerden sowie als harntreibendes Mittel angewandt wurde.

Buckow, Stadt im Kreis Lebus des preuß. Reg.-Bez. Frankfurt, 42 km östlich von Berlin, am Stobberow und in der Nähe von 13 Seen, unter denen der Scharmützelsee der bedeutendste ist, hat (1890) 1742 evang. E., ein Schloß der Grafen Flemming mit schönem Park, ein neues (1890) Rathaus, Fabrik bienenwirtschaftlicher Geräte und Kunstwaben, drei Wasser-, eine Dampfmühle, bedeutende Rosenzucht, und ist beliebte Sommerfrische besonders für Berliner (3000 Kurgäste), mit Seebadeanstalten und Landhäusern. Die schöne Umgebung wird die "Märkische Schweiz" genannt.

Buckowscher See, Strandsee im preuß. Reg.-Bez. Köslin, südwestlich von Rügenwalde, durch eine schmale Nehrung vollständig von der Ostsee abgeschlossen.

Bucks (spr. böcks), Abkürzung für Buckinghamshire (s. Buckingham).

Buckskin (engl. buck-skin, d. i. Bocksfell, Bocksleder; frz. cuir de laine), ein jetzt vielfach statt des eigentlichen Tuchs angewendeter, tuchähnlicher, aber geköperter Stoff, in den besten Sorten aus reiner Streichwolle, mit feiner festgedrehter, öfters zweifädig gezwirnter Kette gewebt, der mehr oder minder stark gewalkt, schwach gerauht, auf der rechten Seite geschert wird, durch das Köpergewebe elastischer und infolge der stärkern Drehung des Garns weniger glänzend als Tuch ist und entweder glatt, einfarbig oder mit verschiedenartigen Köperstreifen, sowie mit allerlei kleinen, einfachen Mustern versehen in den Handel kommt. Der Wohlfeilheit wegen werden derartige Stoffe mit gezwirnter baumwollener Kette und Einschlag aus einfachem Streichgarn (baumwollener B.), sowie aus Wolle mit Baumwolle und Leinen vermischt, ja selbst ganz aus Baumwolle oder Baumwolle und Leinen hergestellt. Sehr dünne und leichte B. werden Doeskins (Rehleder) genannt. Sehr gute B. liefern in Belgien Verviers und Lüttich, in Österreich Brünn und Reichenberg, während die besten deutschen Fabrikate dieser Art in der Rheingegend (Aachen, Eupen, Burtscheid, Lennep), außerdem in Heidenheim, in Berlin, Brandenburg, 8urg, Spremberg, Grünberg, speciell in Sachsen in Crimmitschau, Werdau, Hainichen und Meerane hergestellt werden. - Vgl. Stommel, Das Ganze der Weberei des Tuch- und Buckskinfabrikanten (2 Bde., Düsseld. 1883); O. Löbner, Praktische Erfahrungen aus der Tuch- und Buckskinfabrikation (3 Bde., Grünberg 1891).

Buckstone (spr. böckston), John Baldwin, Schauspieler und Lustspieldichter, geb. 18. Sept. 1802 in London, war mehrere Jahre Komiker bei einer Wandertruppe und fand, 1824 mit Edm. Kean bekannt geworden, Anstellung am Surreytheater in London; 1828 erschien er auf dem Adelphitheater als Bobby Trot in seinem Rührstück "Luke the labourer". Während der nächsten Jahre schrieb er Stücke für das Haymarkettheater, an dem er seit 1837 als Hauptkomiker dauernde Stellung fand. Er trat gelegentlich auch an andern hauptstädtischen Bühnen auf, besonders in Drury-Lane, wo mehrere seiner beliebtesten Lustspiele, z. B. "Popping the question" und "Mary Ann", zuerst erschienen. Die Zahl der Lust-, Schauspiele und Possen, die B. während seines langen Bühnenlebens verfaßte und in denen er meist die komischen Rollen übernahm, ist über 150. Auch zeichnete er sich durch vortreffliche Darstellung der possenhaften Charaktere der klassischen engl. Komödie aus. Seit 1851 leitete er das Haymarkettheater. 1876 zog er sich zurück. Er starb 31. Okt. 1879 in Sydenham.

Bucuresci (spr. buhkurescht), Hauptstadt von Rumänien, s. Bukarest.

Bucyrus (spr. bjußeirös), Hauptort des County Crawford im nordamerik. Staate Ohio, südwestlich von Cleveland und nördlich von Columbus, hat Maschinenfabriken und (1890) 5974 E.

Buczacz (spr. buhtschatsch). 1) Bezirkshauptmannschaft in Galizien, hat 1197,71 qkm, (1890) 113 170 (56 426 männl., 56 744 weibl.) E., darunter 30 143 Katholiken, 65 915 Griechisch-Unierte und 17 066 Israeliten; 17 094 Häuser und 22 948 Wohnparteien in 86 Gemeinden mit 193 Ortschaften und 84 Gutsgebieten und umfaßt die Gerichtsbezirke B., Monasterzyska und Potok-złoty. - 2) Stadt und Sitz der Bezirks Hauptmannschaft B., im ehemaligen Podolien, später Stanislauer Kreis Galiziens, in 270 m Höhe rechts an der zum Dnjestr fließenden Strypa und an der Linie Stanislau-Husiatyn der Österr. Staatsbahnen, hat (1890) 11 096 poln. E., Post, Telegraph, Bezirksgericht (533 qkm, 36 Gemeinden, 81 Ortschaften, 34 Gutsgebiete, 53 743 E.), eine röm.-kath. Pfarrkirche, mehrere griech.-kath. Kirchen, ein Basilianerkloster mit einem poln. Untergymnasium, ein schönes, aber schlecht erhaltenes Rathaus, ein Schloß des Grafen Potocki, über dem noch die Reste der alten Burg zu sehen sind, Ackerbau und Handel. Hier wurde 1672 der unglückliche Friede der Polen mit den Türken abgeschlossen, in dem Polen die Ukraine und einen Teil Podoliens abtrat. 1675 eroberten die Türken B. abermals und zerstörten die Burg. Mahomed IV. verweilte längere Zeit in B. Die Buczaczer Pferde, im 16. Jahrh. berühmt, genießen noch heute den Ruf ausdauernder Zug- ünd Reittiere.

Budapest (spr. -pescht), königl. Freistadt im Komitat Pest-Pilis-Solt-Kis-Kun, Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Ungarn, liegt 47° 31' nördl. Br. und 19° 5' östl. L. von Greenwich und in 95 m Höhe auf beiden Ufern der Donau. (Hierzu Plan: Budapest.)

Lage. B. besteht aus den durch das ungar. Gesetz XXXVI von 1872 zu einer Gemeinde vereinigten Städten Buda (slaw. Budin) oder Ofen nebst O-Buda oder Altofen rechts der Donau