Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Buluk; Bulwer; Bumede; Bumerang; Bumhart; Bumia; Bums; Bünau; Buncal; Bund

732

Buluk - Bund (biblisch)

2. Ausg. 1884), "Das Münchener Gesamtgastspiel" (ebd. 1880), sämtlich Vorarbeiten für die "Dramaturgie der Klassiker" (2 Bde., Oldenb. 1881-82; 4. Aufl. erweitert als "Dramaturgie des Schauspiels", 3 Bde., 1890), die aus der Betrachtung Shakespeares und unserer großen Klassiker und Romantiker induktiv die dramaturgischen Gesetze gewinnen will. Seine fernern dramat. Schöpfungen, eingeleitet durch eine Beendigung von Schillers "Malteser" (Frankf, a. M. 1884) und eine Bearbeitung von Shakespeares "Cymbeline" ("Imogen", 1885), weisen einen Fortschritt auf: "Gerold Wendel" (Oldenb. 1885; 2. Aufl. 1891), "Eine neue Welt" (ebd. 1885; 2. Aufl. 1890) und "Der verlorene Sohn" (ebd. 1889). Daneben schrieb B. Texte zu Opern, Oratorien u. s. w. von M. Bruch ("Achilleus", "Das Feuerkreuz"), Reinthaler ("Das Käthchen von Heilbronn") u. a., die Broschüre "Dumas, Sardou und die Franzosenherrschaft auf der deutschen Bühne" (Berl. 1888) und eine "Dramaturgie der Oper" (2 Bde., Lpz. 1887). Auch gab er "Nachgelassene Gedichte Franz von Holsteins, nebst Biographie" (ebd. 1880) heraus. Formschön sind B.s Gedichte "Durch Frost und Gluten" (Bresl. 1877), während er auf epischem Gebiete ("Der junge Mönch. Novellette in Liedern", Norden 1879; 2. Aufl. 1880; "Vier Novellen", Dresd. 1888) der Eigenart entbehrt.

Buluk (türk.), Compagnie, s. Bölük.

Bulwer, E., engl. Romanschriftsteller, s. Lytton.

Bulwer, Henry Lytton Earle, Diplomat, s. Dalling.

Bumede, s. Bedemund.

Bumerang (vom Australischen woómera, das ein Wurfbrett zum Speerschleudern bezeichnet), ein hölzernes Wurfgeschoß der Eingeborenen Australiens von der Form einer seitlich abgeflachten und in der Mitte knieartig eingebogenen, etwa 60 cm langen Schiene aus hartem Holze (s. beistehende Figuren).

^[Abb.]

Die Biegung des B. liegt an der breitesten Stelle, von welcher aus die Waffe nach beiden Enden hin etwas schmäler wird. Wird das B. unter einem Winkel von 30 bis 45 Grad schräg aufwärts geworfen, so steigt es, Kreise schlagend, schräg auf in die Luft und, in einiger Höhe plötzlich umkehrend, kommt es, falls es sein Ziel nicht getroffen hat, wieder zu seinem Entsender zurück. Ein Gleiches ist auch der Fall, wenn es in entsprechender Weise in wagerechter Ebene geworfen wird. Es beruht diese eigentümliche Flugbahn auf dem Gesetz der Schraube. Diese altertümliche Waffe ist bis jetzt von drei Punkten der Erde bekannt: Australien, wo sie eine Menge mit verschiedenen Namen bezeichnete Abarten hat. (Vgl. R. Brough Smith, The Aborigines of Victoria, Lond. 1878.) Ferner aus Indien; in Südindien (Präsidentschaft Madras) war der B. (Tamil waleidaḍi, Sanskrit astra) die Waffe der Räuberkasten der Kallar und Maravar; in Gudschrat war er die Jagdwaffe (Katariyâ, zur Hasenjagd) der Kolihirten. (Vgl. Egerton, Indian Arms, Lond. 1880.) In Amerika ist der B. nur den Moki-Indianern Arizonas bekannt. Man bedient sich des B. auf der Jagd und im Kriege. Ob die in der Äneide genannte Cateja, deren sich nach Isidor auch die Gallier bedient haben und welche als eine Wurfkeule von zerschmetternder Wirkung beschrieben wird, dem B. ähnlich gewesen ist oder eine Wurfkeule wie die der Somali, ist nicht mehr zu entscheiden.

Bumhart, s. Geschütz.

Bumia, Name der tunes. Goldmünze von 100 Piastern oder 100 Burial Sebili (Rial Sebili, Sbiglien). Ihr Gewicht beträgt 19,450 g, ihre Feinheit 900 Tausendteile, sodaß sie (zum Preise von 2790 M. für 1 kg Feingold) = 48,839 M. ist.

Bums, soviel wie Bimsstein (s. d.).

Bünau, Heinr., Graf von, Staatsmann und Geschichtschreiber, geb. 2. Juni 1697 zu Weißenfels, bezog, in Schulpforta vorbereitet, 1713 die Universität Leipzig und trat daselbst 1716 als Oberhofgerichtsassessor in kurfürstl. Staatsdienst, wurde 1730 in das Geheime Konsilium berufen, nach der Thronbesteigung Friedrich Augusts II. 1733 unter dem Einflüsse Brühls als Oberaufseher der Grafschaft Mansfeld aber von Dresden entfernt. 1740 ging B. als Gesandter nach Mainz und trat 1741 in die Dienste Karls VII., der ihn namentlich zu diplomat. Sendungen verwandte und zum Reichsgrafen erhob. Nach des Kaisers Tod zog er sich nach Nöthnitz bei Dresden zurück, ging 1751 als Obervormundschaftlicher Statthalter nach Eisenach und ward dann Premierminister des Herzogs Konstantin zu Weimar, bis er im Sept. 1759 seine Entlassung nahm und sich nach dem nahen Gute Oßmannstedt zurückzog, wo er 7. April 1762 starb. Eine Jugendarbeit B.s war die "Geschichte Kaiser Friedrichs I." (1722). Seine durch umfassendes Quellenstudium wie durch sorgfältige Darstellung ausgezeichnete "Genaue und umständliche teutsche Kayser- und Reichshistorie" (4 Bde., Lpz. 1728-43) blieb unvollendet. Verdienstlich war auch seine "Historie des Krieges zwischen Frankreich, England und Teutschland" (französisch u. deutsch, 4 Bde., Regensb. 1763-67). Seine treffliche, vorzüglich im Fache der Geschichte sehr reich ausgestattete Bibliothek von 42 000 Bänden, die durch seines Bibliothekars J. M. Francke meisterhaften "Catalogus bibliothecae Bunavianae" (7 Bde., Lpz. 1750-56) allgemein bekannt geworden, wurde 1764 für 40 000 Thlr. für die königl. Bibliothek zu Dresden angekauft. - Vgl. Burscher, Leben B.s u. s. w. (Lpz. 1769), und Sahrer von Sahr, Biographie B.s (Dresd. 1869).

Buncal, Gold- und Silbergewicht, s. Bonkal.

Bund, Staatenbund (staatsrechtlich), s. Bundesstaat. - B., Deutscher, s. Deutscher Bund.

Bund bedeutet im biblischen Sinne das Vertragsverhältnis zwischen Gott und seinem auserwählten Volke Israel, welches einerseits auf der Offenbarung des göttlichen Heilswillens, andererseits auf der Verpflichtung des Volks, die ihm auferlegten Gebote zu erfüllen, beruht. Der B. Wurde nach der Darstellung der Bücher Mosis schon mit Abraham begründet ("B. der Verheißung"), mit den übrigen Patriarchen erneuert, durch die Beschneidung symbolisiert (daher "B. der Beschneidung"). Dieser B. wird wieder erneuert durch Moses nach der Befreiung Israels aus Ägypten. Als Bundesurkunde brachte Moses die Tafeln der Zehn Gebote vom Berge herab, die daher das "Buch des B." oder schlechthin B. genannt wurden. Allmählich wurde der Name auf die gesamten angeblich "mosaischen" Schriften, endlich auf das Alte Testament ausgedehnt. Auf Grund der alttestamentlichen Auf-^[folgende Seite]