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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Burgau - Burger (Adolf)
Abah (einem aus Slivno kommenden Wollstoffe) !
Wolle, Talg, Butter, Käse, Rofenwaffcr, Thonerde !
für Pfeifenköpfe und in guten Jahren bedeutende
Massen von Getreide zur Ausfuhr. Etwa 15 km im
NW. das im Sommer stark besuchte Bad Lüdza. i
Burgau, Stadt im Bezirksamt Günzburg des !
bayr. Ncg.-Vez. Schwaben, links an der zur Donau !
gehenden Mindel und an der Linie Augsburg-Ulm ^
der Vayr. Staatsbahnen (Bahnhof 2 km entfernt), ^
hat (1890) 2010 E., Post, Telegraph, Amtsgericht !
(Landgericht Augsburg), ein Schloß, Hospital, eine
Kinderbcwahranstalt (1885), Baumwoll- und Woll- ,
Warenfabrikation, Gerberei und Getreidehandcl!
sowie große Torflager, die vorzügliches Brennmate-
rial liefern. V. war einst Hauptort der Markgraf-
schaft V., ein wichtiger Besitz des Hauses tzabsburg,
und ist seit 1806 bayrisch.
Vurgbann, s. Bann.
Burgbernheim, Marktflecken im Bezirksamt
Uffenheim des bayr. Neg.-Vez. Mittclfranken, 9 km
im SW. von Windsheim, in 392 m Höhe, an der
Aisch und der Linie Würzburg-München der Bayr.
Staatsbahnen, hat (1890) 1733 evang. (5., Post,
Telegraph, ein Schloß und ein Mineralbad. Im
SW', der Schloßberg und die Hohe Leite. Der Teil
der Frankenhöhe, woÄisch und Altmühl entspringen,
führt den Namen Vurgbernheim-Wald.
Burgdorf. 1) Kreis im preuß. Neg.-Vez. Lüne-
burg, hat 837,82 <ikm, (1890) 35766 (18258 männl.,
17508 weibl.) E., 1 Stadt, 82 Landgemeinden und
4Gutsbezirke.-2) V.in Hannover, Kreisstadtim
Kreis V., in der Mitte zwischen Hannover und Celle,
in 54 m Höhe, an der Aue (Owc) und der Linie Lehrtc-
Hamburg der Preuß. Staatsbahnen, ist regelmäßig
gebaut und hat (1890) 3386 (1657 männl., 1729
weibl.) evang. E., darunter 106 Israeliten, Post,
Telegraph, Landratsamt, Amtsgericht (Landgericht
Hildesheim), Superintendentur, ein 1642 erbautes
Schloß, ictzt Sitz des Landratsamtes, eine 1809-11
an Stelle einer allen erbaute neue Kirche, Fort-
bildungsschule, Gasanstalt, Sparkasse, Kindcr-
bcwahranstalt, 2 Armenhäuser, Stift für alte, be-
dürftige Leute; ferner Fabrikation von Öl, Honig-
kuchen, Wagen, Preßhefe, Kartoffel- und Weizen-
siärte und Torfstrcu; 2 Holzschncidemüblen, eine
Ziegelei, Brauerei, mehrere Branntweinbrennereien
und Windmühlen. - 3) Dorf im Kreis Goslar des
preuß. Neg.-Vez. Hildeshcim, an der Warme, mit
(1890) 847 evang. E. und der kaiscrl. Pfalz Werla,
wo die deutschen Kaiser von Heinrich I. bis auf
Konrad III. Neichsversammlungen abhielten.
Burgdorf. 1) Bezirk im schwciz. Kanton Bern,
bat (1888) 29 621 E., darunter 309 Katholiken und
96 Israeliten, in 25 Gemeinden. - 2) B. (frz.
Verthoud), Hauptstadt des Bezirks B., in 536 m
Höhe, 18 km nordöstlich von Bern, in romantischer
Gegend, links der Emme, wo dieselbe aus dem Em-
menthal in die Ebene hinaustritt, an den Linien
Olten-Vern-Thun dn Schweiz. Centralbahn und
Neu-Solothurn-Langnau (Emmcnthalbahn), besteht
aus zwei durch eine spiralförmige Straßenanlage ver-
bundenen Teilen, der obern Stadt auf einer Anhöhe,
30-50 m über der Emme gelegen, und der mit ihr
durch eine steinerne Brücke verbundenen untern Stadt,
die sich nördlich von jener in der Ebene ansdehnt, und
ist Sitz der Assisen des Emmenthals und Obcraargaus
und der Direktion der Emmenthalbalm. Die Stadt
hat (1888) 6876 E., darunter 223 Katholiken und
.66 Isracliten, Post, Telegraph, Fernsprechverbin-
dung mit Bern, ein altes schön gelegenes Schloß nnt
wiederhergestelltem Rittersaal und Altertümersamm-
lung, in dem Pestalozzi 1798 seine berühmte Erzie-
hungsanstalt gründete, die er 1804 nach Averdon ver-
legte, eine schöne got. Kirche, nach dem Brande von
1865 erneuert, ein altes Stadthaus, ein Spital, ein
Waisenhaus, eine Bibliothek (11000 Bände), ein
Gymnasium, eine Mädchcnbürgerschule, 2 Primär-
schulen, Theater, Wasserwerk, Gasanstalt; ferner
Seidenband- und Damastweberci,Woll- und Flachs-
spinnerei, Weberei, Färberei, 2 mcchan. Werkstätten,
Fabrikation von Kunstwollc, Tabak, Vleiweiß, Essig,
Strohhüten und Kaffeeesscnz, sowie 2 große Bier-
brauereien, 3 neue Mühlen; eine Filiale der Kan-
tonalbank, Spar- und Kreditanstalt, Amtsspar-
kasse und ist Stapelplatz des Emmenthaler Käse- und
Leinwandhandels. Die beachtenswertesten Punkte
der anmutigen Umgebung sind der Lueg oder
Heiligenlandhübel (889 m), 9 km nordöstlich
von V., mit herrlicher Fernsicht, und das 2 km süd-
lich der Stadt auf dem rechten Ufer der Emme ge-
legene Lochbachbad mit erdiger Eisenquelle, großer
Bierbrauerei und bedeutender Vleiweißfabrik. -
Das Schloß V. soll der Sage nach schon 712 von
den Grafen von Lenzburg erbaut worden sein, die
urkundliche Geschichte der Stadt beginnt aber erst
mit den Herzögen von Zähringcn, die als Rektoren
von Burgund zuweilen im Schlosse V. residierten
und 1191 das unter demselben entstandene Dorf mit
Mauern umgaben. Nach dem Aussterben der Zäh-
ringcr, 1217, kam V. an die Grafen von Kyburg
und von diesen 1384 durch Kauf an Bern, dessen
Landvögte bis 1798 als Schultheißen von B. den
Vorsitz im Rate der Stadt führten. Von V. ging
1830 die Volksbewegung gegen das aristokratische
! Regiment Berns aus, welche die Staatsumwälzung
! und die demokratische Verfassung von 1831 zur
' Bürge, s. Bürgschaft. ^Folge hatte.
! Bürgel, Stadt im sachsen-wcimar. Verwaltungs-
> bezirkApolda,14kmnordöstlichvonIena,hat(1890)
^ 1637 evang. E., Post, Telegraph, evang. Kirche, Bür-
ger-, Fortbildungs- und Fachschule, Vorschuhverein
und Sparkasse, vorzügliche Thonlager in der Nähe
und Fabrikation von Thonwaren (Küchengcschirren
und Majolika) und Fleischwarcn. 1km entfernt die
' sehenswerten Neste einer 1133-42 erbauten, 1889
restaurierten roman. Kirche des 1130 gestifteten Ci-
stereienscrklostcrs Thalbürgcl.
Bürgel, Konstantin, Komponist, geb. 24. Juni
1837 zu Liebau in Schlesien, Schüler Kiels, wirkte
1869-70 als Klavierlehrer am Kullakschen Konser-
vatorium in Berlin und lebt seitdem als Privatmusik-
lchrer daselbst. V. ist besonders als Komponist besse-
rer Salonstücke für Klavier bekannt, schrieb aber auch
Lieder und Kammcrmusikwerke. smeister.
Burgcmeister (Vürgemeister), s. Bürger-
Bürgenstock, Kurhaus auf dem V. am Vier-
waldstättersce, zum Schweizer Kanton Unterwalden
nid dem Wald gehörig, in 870 m Höhe (433 m über
dem See), mit Milch- und Molkenkuren, Kaltwasser-
anstalt, ausgedehntem Waldpark und elektrischer
Zahnrad- und Drahtseilbahn von Kehrsiten am See.
lS. Schweizerische Eisenbahnen und Bergbahnen,
Bd. 2, S. 756 a.) Ostlich vom Kurhaus, in einer
Stunde zu erreichen, liegt die Hammetschwand
(1134 m), der Gipfel des V., der fast senkrecht zum
See abfällt und eine herrliche Aussicht bietet.
Burger, Adolf, Genremalcr, Bruder von Lud-
wig B., geb. 9. Dez. 1833 in Warschau, wurde an
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