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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Butteramylester - Buttersaures Amyloxyd

vierung der B. (Kiel 1863); Schatzmann, Die Butterfabrikation (Aarau 1868); Martiny, Die Milch, ihr Wesen und ihre Verwertung (Danz. 1872); Fleischmann, Das Swartzsche Aufrahmungsverfahren (2. Aufl., Brem. 1878); Petersen, Boysen und Fleischmann, Studien über das Molkereiwesen (ebd. 1875); Belrupt, Österr. Molkereigenossenschaften (Wien 1875); Fleischmann, Das Molkereiwesen (Braunschw. 1875); Petersen, Anleitung zum Betriebe der Milchwirtschaft (2. Aufl., Brem. 1878); Freytag, Werner, Eisbein, Fleischer und Havenstein, Die Kuhmilch, ihre Erzeugung und Verwertung (2. Aufl., Bonn 1879); W. Kirchner, Handbuch der Milchwirtschaft (2. Aufl., Berl. 1886); ferner: Milchzeitung, Organ für die gesamte Viehhaltung und das Molkereiwesen (Brem. 1872 fg.).

B. ist auch die Bezeichnung für verschiedene pflanzliche feste Fette; so Kakaobutter, das Fett der Kakaobohnen, Muskatbutter, das der Muskatnüsse, Kokosbutter, das Fett der Kokosnüsse. Auch einige anorganische Verbindungen, die im wasserfreien Zustande eine weiche Masse bilden und beim Verreiben sich schlüpfrig anfühlen, werden B. genannt; so Antimonbutter, d. i. Antimonchlorür, Zinkbutter, d.i. Zinkchlorid.

Butteramylester, s. Buttersäureamyläther.

Butteräther, s. Ananasöl.

Butterbäume werden einige Arten der Gattung Bassia genannt (s. Bassia, und Bassiafette).

Butterbirnen (Beurrés), s. Birne.

Butterblumen heißen in der Volkssprache verschiedene gelbblühende Pflanzen aus der Familie der Ranunkulaceen (s. d.), namentlich die der Gattung Ranunculus, ferner Anemone ranunculoides L,. Caltha palustris L., Ficaria ranunculoides Moench, auch Taraxacum officinale Moench u. a.

Butterbrief, ein von einem höhern kath. Geistlichen, besonders vom Papst ausgestellter Erlaubnisschein, während der Fastenzeit Butter oder etwas anderes als Fastenkost zu genießen. Das dafür bezahlte Geld (der Butterpfennig) wurde in einem Kasten (dem Butterkasten) aufbewahrt und zu Kirchenbauten und ähnlichen Zwecken verwendet.

Butterfärbemittel dienen dazu, um zu heller Kuhbutter, wie sie besonders im Winter bei starker Stroh- und Schlempefütterung entsteht, oder der Kunstbutter die normale gelbe Butterfarbe zu geben. Man benutzt zu diesem Zwecke jetzt allgemein flüssige Butterfarbe aus Orlean (s. d.), der in Hanf- oder Leinöl gelöst ist, Buttergelb (s. d.), bei kleinerm Betrieb wohl auch Mohrrübensaft. Die B. werden durch vielfaches Durchkneten der Butter oder durch Einrühren in das geschmolzene Fett gleichmäßig in der Masse verteilt. Bei der Kuhbutter setzt man indes jetzt meist die B. dem Rahm zu, wodurch eine bessere Verteilung bewirkt wird. Für den Exporthandel ist die Färbung der Butter mit den unschädlichen B. nicht zu umgehen.

Butterfly, s. Buttervogel.

Buttergelb, ein aus Diazobenzolchlorid und Dimethylanilin erzeugter gelber Azofarbstoff, der wegen seiner Löslichkeit in Fetten zum Färben von Butter dient.

Butterine, s. Kunstbutter.

Butterkasten, s. Butterbrief.

Butterkrebs, s. Flußkrebs.

Buttermilch ist der bei der Ausscheidung der Butter aus der Sahne oder Milch verbleibende Rückstand (s. Butter, S. 799 b). Sie enthält, neben geringen Mengen (etwa 1/2 Proz.) Fett, Eiweißstoffe in Form von mehr oder weniger geronnenem Casein und Albumin, Milchzucker, Milchsäure und Salze der Milch. Ihre Beschaffenheit wechselt sehr, je nachdem man zur Bereitung der Butter süße oder saure Sahne oder Vollmilch angewandt hat. Sie findet Verwendung zur Bereitung von Käse, ferner als menschliches Nahrungsmittel, als Heilmittel bei Leber-und Herzkrankheiten, Stuhlverstopfung; sie wird jedoch nicht von jedem vertragen, da sie bei manchen Magenbeschwerden hervorruft; im landwirtschaftlichen Betriebe benutzt man sie vielfach zur Schweinemast.

Butterpfennig, s. Butterbrief.

Butterpilz (Boletus luteus L.), auch Ringpilz genannt, ist einer der geschätztesten Speiseschwämme. Er besitzt einen 3 - 12 cm breiten, konvexen, braunen Hut und einen 3 - 6 cm hohen Stiel, der mit einem häutigen, anfangs weißen, später braun werdenden Ring versehen ist. Das Fleisch ist weißlich und verändert seine Farbe an der Luft nicht, es besitzt einen angenehmen obstartigen Geschmack und Geruch. In Deutschland ist der B. ziemlich häufig, hauptsächlich in Nadelwäldern.

Buttersäure, (C_{4} H_{8} O_{2}), existiert in 2 Isomeren, die normale oder Gärungsbuttersäure, CH_{3}·CH_{2}·CH_{2}·COOH und die Isobuttersäure, (CH_{3})_{2}·CH·COOH. Die normale B. kommt im freien Zustande und als Glycerinester im Pflanzen- und Tierreich vor. Sie findet sich in der Kuhbutter, als Hexylester im Öl von Heracleum giganteum Hornem., als Octylester im Öl von Pastinaca sativa L. Sie bildet sich bei der Verwesung und Oxydation der Eiweißkörper und bei einer besondern Art von Gärung (s. d.) aus Milchsäure, Stärke und Zucker, die behufs Darstellung der B. durch faulende Substanzen oder besser durch Einsaat von Spaltpilzen (Butylbacillus) eingeleitet wird. Synthetisch kann die normale B. aus Propylcyanid durch Erwärmen mit Alkalien oder Säuren, ferner durch Spaltung von Äthyl-Acetessigester erhalten werden. Die B. ist eine dicke, ranzig riechende Flüssigkeit, die in der Kälte erstarrt. Sie siedet bei 163°, hat das spec. Gewicht 0,9587 bei 20°, ist leicht löslich in Wasser, Alkohol und Äther. Ihre Salze krystallisieren gut und sind in Wasser löslich. Die Isobuttersäure findet sich in freiem Zustande im Johannisbrot (den Schoten von Ceratonia siliqua L.), als Octylester im Öl von Pastinaca sativa L., als Äthylester im Crotonöl. Sie kann synthetisch durch Oxydation von Isobutylalkohol, aus Isopropylcyanid und aus Dimethylacetessigester dargestellt werden. Die Isobuttersäure ist der normalen B. sehr ähnlich, mischt sich aber nicht mit Wasser und siedet bei 155°. Die Salze der B. heißen Butyrate.

Buttersäureamyläther, Butteramylester, buttersaures Amyloxyd (Amylium butyricum), C_{5}H_{11}·O·C_{4}H_{7}O, eine zur Bereitung von künstlichen Fruchtsäften viel verwendete Flüssigkeit, ist farblos, wasserhell, löst sich leicht in Alkohol, nicht in Wasser, besitzt im verdünnten Zustande einen angenehmen Ananasgeruch, spec. Gewicht 0,852 bei 15° C.; Siedepunkt 176° C. Man bereitet den B. durch Behandlung einer Mischung von reinem Amylalkohol und Buttersäure mit konzentrierter Schwefelsäure, nachheriges Waschen mit Wasser unter Zusatz von Soda oder Kalk und Überdestillieren mit Wasserdampf. Der Preis ist 8 M. pro Kilogramm.

Buttersäuregärung, s. Gärung.

Buttersaures Amyloxyd, s. Buttersäureamyläther.