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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Butterseife; Buttervogel; Butterwoche; Buttmann; Büttner; Buttstädt; Butung; Buturlīn

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Butterseife - Buturlin

Butterseife, aus Butter dargestellte Seife, die früher zur Darstellung von Ananasöl und Opodeldok benutzt wurde.

Buttervogel (engl. butterfly, spr. bötterflei), volkstümliche Benennung der Tagschmetterlinge, besonders der Weißlinge.

Butterwoche (másleniza; von máslo, "Butter") heißt in Rußland die Woche, die den sechswöchigen Osterfasten vorangeht, und während der das Fleischessen verboten ist, Speisen aus Milch, Butter und Eiern noch erlaubt sind. Wie in den röm.-kath. Ländern der Karneval, wird bei den Russen die B. durch Volkslustbarkeiten gefeiert.

Buttmann, Philipp Karl, germanisiert aus Boudemont, Philolog, geb. 5. Dez. 1764 zu Frankfurt a. M., studierte seit 1782 zu Göttingen besonders unter Heyne Philologie und wurde 1787 Prinzenerzieher in Dessau. 1789 erhielt er in Berlin eine Anstellung bei der königl. Bibliothek und führte fast 9 Jahre hindurch die Redaktion der "Spenerschen Zeitung". Er übernahm 1800 eine Professur am Joachimsthalschen Gymnasium. Nachdem er 1806 in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen worden, legte er 2 Jahre später das Schulamt nieder; 1811 rückte er zum Bibliothekar auf, bald darauf erhielt er das Sekretariat der histor.-philol. Klasse der Akademie und war Lehrer der alten Sprachen bei dem spätern König Friedrich Wilhelm IV. Er starb 21. Juni 1829 zu Berlin. B.s litterar. Ruf gründet sich besonders auf seine Arbeiten über die griech. Sprache. Seine "Griech. Grammatik" (Berl. 1792; 22. Aufl. 1869) und der Auszug daraus, die "Griech. Schulgrammatik" (ebd. 1812; 17. Aufl. 1874), sowie seine "Ausführliche griech. Sprachlehre" (ebd. 1819-27; mit Zusätzen von Lobeck, 1830-37) haben lange Zeit hindurch fast die alleinige Herrschaft auf den deutschen Gymnasien geübt. B. schrieb ferner "Lexilogus, oder Beiträge zur griech. Worterklärung, hauptsächlich für Homer und Hesiod" (2 Bde., Berl. 1818-25 und 1825-37; 2. Aufl. 1860). Dieselbe Gründlichkeit und Deutlichkeit findet sich in seiner Bearbeitung von Platos "Dialogi quatuor" (Berl. 1822) und der Neubearbeitung von Heindorfs Ausgabe der "Dialogi" (ebd. 1827), in der Ausgabe von Demosthenes' "Oratio in Midiam" (ebd. 1823; 5. Aufl., von A. Buttmann, 1864), Sophokles' "Philoktet" (ebd. 1822) und Aratus'"Phaenomena et diosemea", (ebd. 1826). Außerdem bearbeitete er den 4. Band der durch Spaldings Tod unterbrochenen Ausgabe des Quinctilian (Lpz. 1816), gab einen vermehrten und verbesserten Abdruck der von Mai aufgefundenen sog. Ambrosianischen Scholien zu Homers "Odyssee" (Berl. 1821) heraus. Kleinere Schriften stellte er in dem "Mythologus, oder gesammelte Abhandlungen über die Sagen des Altertums" (2 Bde., Berl. 1828-29) zusammen. Die neuern Auflagen von B.s grammatischen Schriften hat dessen Sohn, Alexander B., gest. 11. Sept. 1893 als Professor und städtischer Schulrat in Potsdam, besorgt, der auch eine "Grammatik des neutestamentlichen Sprachgebrauchs" (Berl. 1859; ins Englische übersetzt von Thayer, Andover 1874) veröffentlichte.

Büttner, soviel wie Böttcher (s. d.).

Büttner, Friedr. Aug., Blindenlehrer, geb. 19. Nov. 1842 zu Rathewalde, studierte Volkswirtschaft in Leipzig und wurde 1870 Lehrer, 1872 Oberinspektor, 1879 Direktor der sächs. Landesblindenanstalt zu Dresden. 1876 begründete er den deutsch-österreich. Verein zur Förderung der Blindenbildung, 1885 die "Monatsblätter", eine Zeitschrift für Blinde (Hochdruck). Nach seinen Vorschlägen wurde die Blindenhilfsanstalt zu Moritzburg zu einer Abteilung für ältere männliche Blinde, die eine gewerbliche Ausbildung zu erhalten wünschen, umgestaltet (1887), eine gleiche Abteilung für ältere weibliche Blinde und eine Abteilung für schwachsinnige Blinde zu Königswartha errichtet (1888). Vorher war bereits die Blindenschule zu Hubertusburg mit der zu Moritzburg vereinigt (1883) und ein Asyl für nicht ausreichend erwerbsfähige Blinde zu Königswartha (1883) begründet worden. Auch wurde von B. der Handfertigkeitsunterricht als Fortsetzung der Fröbelschen Arbeiten in den Blindenunterricht eingeführt und mit dem Schulunterricht eng verbunden. Er veröffentlichte die preisgekrönte Schrift "Das Formen und Zeichnen im Blindenunterricht" (1890).

Büttner, Osk. Alex. Richard, Botaniker und Afrikaforscher, geb. 28. Sept. 1858 in Brandenburg a. d. Havel, studierte Naturwissenschaften in Berlin und nahm 1884 an der von der Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland entsendeten Kongo-Expedition unter Premierlieutenant Schulze, Kund, Tappenbeck und Wolf teil, erreichte über San Salvador-Muëne-Putu Kassongo am Kuango und Kiballa am Kongo und kehrte im Mai 1886 nach Deutschland zurück. B. erhielt 1890 vom Auswärtigen Amt den Auftrag, die Leitung der Forschungsstation Bismarckburg im Togolande zu übernehmen. 1891 von da wieder abberufen, ging er im Dezember über die Station Misa-Höhe an die Küste und kehrte 1892 nach Berlin zurück. Er schrieb: "Einige Ergebnisse meiner Reise in Westafrika 1884-86" (in den "Mitteilungen der Afrikanischen Gesellschaft", V, Heft 3), "Reisen im Kongolande" (Lpz. 1890).

Buttstädt, Stadt im Verwaltungsbezirk Apolda des Großherzogtums Sachsen-Weimar, 19 km im NO. von Weimar, an dem zur Losse gehenden Grimsbach und der Nebenlinie Straußfurt-Großheringen (Saal-Unstrutbahn) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2704 meist evang. E., Post zweiter Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Weimar), Rechnungsamt; Maschinenbauanstalt, Fabrikation von Strumpfwaren, Cement und Drainageröhren, Töpferei, Ziegelei, sowie jährlich 7 sehr besuchte Roß- und Viehmärkte.

Butung, ostind. Insel, s. Buton.

Buturlīn Alexander Borissowitsch, russ. Feldherr, Sprößling einer russ. Bojarenfamilie, geb. 1704, wurde in der See-Akademie zu Petersburg erzogen, 1720 Adjutant Peters des Großen und 1756 Generalfeldmarschall. Im Feldzuge von 1760 befehligte er die mit den Österreichern vereint gegen Friedrich den Großen operierende russ. Armee ohne Erfolg (Lager von Bunzelwitz) und war in fortwährendem Hader mit den österr. Generalen. Peter III. ernannte ihn 1762 zum Generalgouverneur von Moskau; in dieser Stellung blieb er auch unter Katharina II., der er sich sogleich nach ihrem Staatsstreich anschloß. Er starb 1767.

Buturlīn, Dmitrij Petrowitsch, russ. Kriegsschriftsteller, geb. 1790 in Petersburg, stammte aus einer russ. Bojarenfamilie, trat 1808 in ein Husarenregiment, machte die Feldzüge von 1809 und 1812 mit, war 1823 russ. Militärkommissar bei der franz. Armee in Spanien, im Russisch-Türkischen Krieg 1829 Generalquartiermeister der russ. Armee, zuletzt Direktor der kaiserl. Bibliothek in Petersburg.