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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cäcilienfeste; Cäcilĭus; Cäcīna; Caconda; Cactēen; Cäcŭlus; Cacumināllaute; Cacus; Cada Mosto; Cadalso; Caecŭbum

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Cäcilienfeste - Cada Mosto

Cäcilienfeste, Cäcilienorden und Cäcilienvereine, s. Cäcilia.

Cäcilĭus Metellus, s. Meteller.

Cäcilĭus Statĭus, röm. Komödiendichter, stammte aus dem Lande der kelt. Insubrer, kam als Sklave, wahrscheinlich als Kriegsgefangener, im Anfang des 3. Jahrh. v. Chr. nach Rom, wurde dann freigelassen, schloß sich an den Dichter Ennius an und wurde einer der ausgezeichnetsten Bearbeiter des neuern attischen Lustspiels in Rom. Jünger als Plautus und älter als Terenz, bildet er auch in seinen Stücken den Übergang von der freiern und regellosern Weise des erstern zu der regelrechtern und von den Vorbildern abhängigern des letztern. Namentlich in der Komposition der Stücke soll er sich ausgezeichnet haben, während ihm im Dialog Plautus vorgezogen wurde. Die erhaltenen Bruchstücke sind von Ribbeck in "Scaenicae Romanorum poesis fragmenta" (2. Aufl., Bd. 2, Lpz. 1873) gesammelt. Vgl. Teuffel, C. S. (Tüb. 1858).

Cäcīna, Aulus C. Alienus, röm. Feldherr, aus Vicetia (Vicenza), ging 68 n. Chr. als Quästor im südl. Spanien zu Galba über, ward von ihm zum Befehlshaber einer Legion erhoben, sollte dann aber wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder in Anklagestand versetzt werden, ging deshalb nach Germanien zu Vitellius und trieb dort diesen zur Empörung gegen Galba. Als Vitellius sich zum Kaiser hatte ausrufen lassen, befehligte C. die eine der beiden Armeen, die Vitellius vom Rhein gegen Italien sandte, wo indessen Galba bereits von Otho gestürzt war. Er siegte zusammen mit Valens in der großen Schlacht bei Bedriacum zwischen Mantua und Cremona (69 n. Chr.) über Othos Truppen, worauf dieser sich tötete. Als hierauf Vespasian gegen Vitellius sich erhoben und der letztere wieder C. gegen die für Vespasian kämpfenden Legionen nach Oberitalien gesandt hatte, wollte C. zu Vespasian übergehen, wurde von seinen Truppen in Ketten gelegt, aber nach dem Siege der Legionen Vespasians befreit und mit der Siegesbotschaft zu diesem gesandt. Später (wohl 79 n. Chr.) verräterischer Pläne gegen Vespasian beschuldigt, wurde er auf Geheiß des Titus niedergestoßen. Nach einer andern Angabe soll er mit der Königin Berenice, der Geliebten des Titus, vertrauten Umgang gepflogen haben und dies der Grund seines Todes gewesen sein.

Cäcīna, Aulus C. Severus, röm. Feldherr, kämpfte 6 n. Chr. als Statthalter von Mösien gegen die Pannonier und 14 - 15 in Deutschland unter Germanicus. C. machte im J. 15, während Germanicus einen Zug gegen die Katten unternahm, einen Streifzug gegen die Cherusker und führte hernach, während Germanicus den Weg zur See und die Ems herauf einschlug, vier Legionen zu Lande ins Innere von Deutschland sowie, auf einer andern Strecke, wieder zurück an den Rhein.

Caconda, s. Kakonda.

Cactēen, Cactus, s. Kakteen.

Caecŭbum, auch aeger caecubus genannt, hieß im Altertum die sumpfige Ebene in Latium, welche sich an der Grenze der Volsker und Aurunker von Fundi nach dem Meere bei Terracina hinzog und den Fundanischen See umgab. Dieser Landstrich war hauptsächlich wegen seines trefflichen von Horaz und Martial gefeierten Weins (Vinum C.) berühmt.

Cäcŭlus war nach der Sage von Präneste der Gründer dieser Stadt. Ihn hatte die Schwester eines göttlichen Brüderpaares von einem Funken, der vom Herd in ihren Schoß sprang, empfangen. Er wurde dann im Herde gefunden und galt für einen Sohn des Vulkan.

Cacumināllaute, s. Laut.

Cacus, in der altitalischen Sage ein riesenhaftes feuerspeiendes Ungetüm, nach Virgil und Ovid ein Sohn des Vulkan. C. raubte dem Hercules bei dessen Durchzuge durch Italien einen Teil der Rinder, welche dieser dem Geryon abgenommen hatte, und zog sie, um den Suchenden zu täuschen, rückwärts an den Schwänzen in seine Höhle, ward aber durch das Gebrüll der Rinder verraten und von Hercules erschlagen. Es gab eine "Cacus-Treppe" und ein "Atrium des C." in Rom. - Vgl. Bréal, Hercule et C. (Par. 1863).

Cadalso, Don José de, auch Cadahalso genannt, span. Dichter, geb. 8. Okt. 1741 zu Cadiz, aus einem altadligen biscayischen Geschlecht, studierte in Paris und vervollständigte seine Bildung auf Reisen in England, Italien und Deutschland. Zurückgekehrt trat er Ende 1761 in den Ritterorden von Santiago, 1762 in das gegen Portugal zu Felde ziehende Heer, wurde 1781 Oberst und bald nachher bei der Belagerung von Gibraltar 27. Febr. 1782 in einer Batterie von einer Granate getötet. Für seinen regen Verkehr mit allen namhaften Vertretern der neuen klassisch-franz. Schule war ein Aufenthalt in Salamanca 1771 - 74 besonders wichtig; auf die Poet. Richtung von Jovellanos und Melendez Valdes hat er bestimmend eingewirkt. Außer Gedichten ("Ocios de mi juventud", 1773) schuf er ein mittelmäßiges Trauerspiel "Sancho García" (1771); die einen in Wirklichkeit tief empfundenen Verlust in Youngscher Manier schildernden "Noches lúgubres" sind ungenießbar. Viel gelesen wurden die "Eruditos á la Violeta"(1772), eine belustigende Anleitung die Wissenschaft in 8 Tagen zu lernen, noch mehr die nachgelassenen "Cartas marruecas", eine matte Nachahmung der "Lettres persanes" von Montesquieu. Die Tragödie erschien unter dem Namen Juan del Valle, die "Ocios" und die "Eruditos" unter dem Pseudonym José Vasquez; Gesamtausgaben 1803 und vollständiger 1818 mit Biographie von Navarrete. Die Gedichte stehen auch in Bd. 61, die "Cartas" in Bd. 13 der "Biblioteca de autores espagñoles".

Cada Mosto oder Ca Da Mosto, Aloys oder Luigi da, Entdeckungsreisender, geb. um 1432 zu Venedig, machte sehr jung mehrere Reisen im Mittelländischen und Atlantischen Meere, und trat dann in die Dienste des Infanten Heinrich von Portugal. Schon 22. März 1455 segelte er von Lagos ab, lief in den Senegal ein und schiffte an der Küste weiter nach dem Grünen Vorgebirge, wo er sich mit zwei andern Entdeckungsschiffen des Infanten vereinigte. Mit diesen erreichte er die Mündungen des Gambia. Infolge der Feindseligkeiten der Einwohner sah er sich indes genötigt, nach Portugal zurückzukehren. Von neuem unternahm er 1456 in Begleitung von zwei andern Schiffen eine Reise nach dem Gambia. Nachdem die drei Schiffe bis zu dem Rio Grande gekommen waren, kehrten sie nach Portugal zurück; C. aber blieb daselbst bis zum Tode Heinrichs (1460), worauf er in sein Vaterland zurückkehrte. Hier starb er um 1511. Die erste, sehr seltene Ausgabe seiner Reisebeschreibung führt den Titel "El libro de la prima navigazione per oceano o le terre de Nigri de la Bassa Aethiopia" (Piacenza 1507). Die erste deutsche Übersetzung findet sich

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