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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Caffi; Caffīso; Cafīso; Cafiz; Cafūso; Cagli; Cagliari; Cagliostro

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Caffi - Cagliostro

Nervensystem, ohne aber irgendwelchen Nahrungswert zu haben. Diese Getränke sind Genußmittel im eigentlichen Sinne des Wortes, aber, wenn man von der dadurch bewirkten Stillung des Durstes absieht, keine Nahrungsmittel. In der Medizin wird das C. mit Erfolg, ebenso wie die Guarana (s. d.) gegen Migräne und als Ersatz von Digitalis bei Herzaffektionen angewendet. (S. Kaffee und Thee.)

Zur Benutzung des C. als Medikament eignen sich besonders die Doppelverbindungen desselben mit den Natronsalzen der Benzoesäure, Zimmetsäure und Salicylsäure, weil diese in Wasser sehr leicht löslich sind. In Beziehung auf seine chem. Konstitution steht es dem im Kakao enthaltenen Theobromin (s. d.), dem Xanthin (s. d.) und der Harnsäure (s. d.) nahe. Es läßt sich als Methyltheobromin und als Trimethylxanthin auffassen. - Der Preis des C. im Großhandel ist (1892) 14 M. für 1 kg.

Caffi, Ippolito, Cavaliere, ital. Maler, geb. 1814 m Belluno, studierte in Venedig, erteilte dann in Rom Zeichenunterricht und beschäftigte sich mit Aufnahmen antiker Architekturwerke, die er perspektivisch gut auffaßte und wirkungsvoll beleuchtete, aber oberflächlich durchführte. Auch schrieb er eine Abhandlung über die Perspektive. Sein Hauptbild: Karnevalsscene auf der Piazzetta Venedigs (1855), wiederholte er häufig. Von seinen Reisen nach Griechenland und dem Orient brachte er zahlreiche Skizzen mit. 1848 in die Revolution verwickelt, sollte er von den Österreichern erschossen werden, doch entkam er nach der Kapitulation von Venedig nach Piemont. C. fand seinen Tod in der Seeschlacht bei Lissa 20. Juli 1860 an Bord des Kriegsschiffs Rè d'Italia, auf dem er sich befand, um später diese Schlacht in einem Gemälde darzustellen. Von seinen Ölbildern sind noch zu erwähnen: Panorama von Rom, vom Monte-Pincio aus; Die Landenge von Sues, und Die letzte Stunde des Karnevals in Rom.

Caffīso, ein Öl- und Milchmaß auf der Insel Malta = 9/19 des Wein-Barile (s. Barile) = 4 ½ engl. Imperial-Gallons oder 20,446 l (s. Cafiso).

Cafīso, auch Cafisōne, ein älteres Gewicht für Öl an vielen Orten Siciliens, eine verschiedene Menge alter Rotoli bedeutend. Der C. in Palermo (25 Rotoli) = 20,047 kg, in Messina (12 ½ andere Rotoli) = 11,026 kg, in Catania (13 7/8 Rotoli) = 11,126 kg, in Syrakus (12½ Rotoli) = ½ C. von Palermo = 10,024 kg. (S. Caffiso.) C. ist auch die ital. Bezeichnung für Kafis (Cafiz oder Cahiz), ein dem span. Cahiz (s. d.) verwandtes Maß für Getreide, Hülsenfrüchte, Salz und Soda in Tunis, geteilt in 16 Uiba oder Ueba zu 12 Saâ = 640 l; ein besonderer Kafis für Kalk und Gips hat 20 Uiba oder 1 ¼ Getreidekafis.

Cafiz, tunes. Hohlmaß, s. Cafiso.

Cafūso (span.), Mischling von Indianer und Neger.

Cagli (spr. kalji), Stadt im Kreis Urbino der ital. Provinz Pesaro e Urbino, am Burano, ist Sitz eines Bischofs, hat eine schöne Kathedrale, in der Kirche San Domenico die Madonna mit Heiligen, ein bedeutendes Freskogemälde von Giovanni Santi, Raffaels Vater, einen bischöfl. Palast, (1881) 4015, als Gemeinde 10267 E. und Seidenfabrikation. - C., das röm. Cales oder Calle, hat viel durch Erdbeben (besonders 1781) gelitten.

Cagliari (spr. káljari). 1) Provinz des Königreichs Italien, der südl. Teil der Insel Sardinien, hat 13615,40 (nach Strelbitskij 13683) qkm, (1881) 420635 E. und zerfällt in die 4 Kreise C. (153336 E.), Iglesias (77373 E.), Lanusei (64816 E.) und Oristano (125110 E.) mit zusammen 257 Gemeinden. 1892 wurden 453839 E. berechnet. Das Land ist gebirgig, vom Samassi, Mannu, Tirso, Flumendosa bewässert und wird durch die Ebene Campidano di C. von NW. nach SO., vom Golf von Oristano bis zu dem von C., in zwei ungleiche Teile getrennt. Die höchsten Erhebungen sind im N. Monti del Gennargentu mit Brunca (1793 m) und Spina (1940 m), im SO. der Monte di Serpeddi (1075 m), im SW. der Monte-Severa (989 m) und im W. der Monte-Linas (1235 m). Von der Hauptstadt C. am Golf von C. führen Eisenbahnen nach NW. und W. Die Bewohner treiben Ackerbau, Viehzucht, Jagd und Fischerei. Der Bergbau erstreckt sich auf Gewinnung von Eisenerz, Blei, Marmor; außerdem wird Seesalz gewonnen. (S. Sardinien.) - 2) Hauptstadt der Provinz C. und der Insel Sardinien, eine der ältesten Städte Italiens, liegt an dem großen Golf, der in die Südseite der Insel flach einschneidet und im W. vom Kap Spartivento, im O. vom Kap Carbonara begrenzt wird, und an den Linien C.-Golfo Aranci (306 km), C.-Iglesias (35 km) und der Nebenlinie C.-Isili-Sorgono der Sardin. Eisenbahnen, lehnt sich, von großen Lagunen umgeben, an eine steile Anhöhe (90 m) und zerfällt in 4 getrennte Teile: die Altstadt (Castello), unterhalb derselben im O. Villa Nuova mit schönen Promenaden, dann Marino am Hafen und Stampace und das Viertel der Reichen. C. ist Sitz eines Militärkommandos, Artillerie-Ortskommandos, des Kommandos der Infanteriebrigade "Piemonte", und hat (1881) 38598, (1891) etwa 42000 E., in Garnison das 4. Infanterieregiment, einen durch Forts geschützten Hafen, eine schöne, 1 km lange Promenade Buon Cammino mit Aussicht auf den Golf und das Bergland, ein 1860 errichtetes Bronzestandbild Karl Felix' I. in röm. Kostüm auf der großen Piazza del Mercato, dem Mittelpunkt der neuern Stadtteile, eine Kathedrale, 1312 von den Pisanern vollendet, später vielfach verändert, mit einer Façade in Barockstil von 1703 und einer Krypta; außerdem 38 Kirchen, ein Kloster der Kapuziner, ferner ein kasernenartiges Schloß im Castello mit alten Thoren, einen Palast des Grafen Boyl, eine Kaserne Carlo Alberto, 1847 erbaut, alte Behälter einer röm. Wasserleitung, ein Amphitheater (88 m lang, 72 m breit) mit einer Arena (50 m lang, 34 m breit), dessen Sitzreihen größtenteils aus dem Felsen gehauen sind, zahlreiche alte Cisternen, große unterirdische, auf Pfeilern ruhende Gewölbe, eine Universität, 1596 von Philipp III. von Spanien gestiftet, 1764 von Karl Emanuel von Savoyen reorganisiert, mit etwa 158 Studierenden, und eine Bibliothek (22 000 Bände und Handschriften, darunter die berüchtigten Pergamente von Arborea [s. d.]) sowie ein Museum mit geolog. und mineralog. Sammlungen, letztere von La Marmara herrührend, dessen Büste im archäolog. Saale aufgestellt ist, und eine Sammlung von Altertümern. Die Industrie erstreckt sich auf Fabrikation von Waffen, Pulver, Baumwollzeugen, Wollmützen und Schiffbau, der Handel auf die Ausfuhr von Getreide, Flachs, Wein, Käse, Ziegenfellen und Seesalz, welches in den Lagunen gewonnen wird, die Einfuhr besonders auf Holz. - C., bei den Römern Caralis, ist eine uralte Gründung der Phönizier.

Cagliari (spr.káljari), Maler, s. Paolo Veronese.

Cagliostro (spr. kaljó-), Graf Alexander, eigentlich Giuseppe Balsamo, Abenteurer, geb. 8. Juni

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]