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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cajaputbaum – Calabar

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Cajānus'

Art, die jetzt in vielen Tropengegenden kultiviert wird. Es ist dies der sog. indische Bohnen- oder Catjanstrauch, C. indicus Spr., ein aufrechter Strauch mit dreizähligen behaarten Blättern und mit gelben, oft rötlich gestreiften Blüten. Die Hülsen enthalten Samen, die unter dem Namen brasil. Angolaerbsen (s. d.) oder Catjanbohnen bekannt sind. Aus den jungen Hülsen wird Salat bereitet, und verschiedene Teile der Pflanze dienen als Heilmittel bei Verdauungsstörungen.

Cajaputbaum, Cajaputöl, s. Kajaputbaum.

Cajetān, Benedikt, als Papst Bonifacius VIII., s. Bonifacius (Päpste).

Cajetān von Thiena, der Heilige, geb. 1480 zu Vicenza, stammte aus einem venet. Grafengeschlecht, studierte zu Padua die Rechte, zeichnete sich aber schon in seiner Jugend durch Religionseifer so aus, daß er in den Ruf eines Heiligen kam. Unter Julius II. war er Protonotarius; nach dessen Tode trat er in die Brüderschaft des heil. Hieronymus und gründete mit dem Bischof Caraffa von Theate den Orden der Theatiner (s. d.). Er starb 7. Aug. 1547 zu Neapel, ward 1629 selig gesprochen und 1671 unter die Heiligen versetzt. Sein Gedächtnistag ist der 7. Aug.

Cajetāner, s. Theatiner.

Cajetānus, Thomas Jakob, rom. Prälat, eigentlich de Vio, nach seiner Vaterstadt Gaeta (Cajeta) C. genannt, geb. 20. Febr. 1469, trat 1484 in den Dominikanerorden und ward 1500 Generalprokurator, 1508 General seines Ordens, 1517 Kardinal. Als päpstl. Legat wurde C. 1518 auf den Reichstag zu Augsburg geschickt, um die Fürsten zum Türkenkriege und Luther zum Schweigen zu bewegen. Von diesem forderte er Widerruf seiner Irrtümer und das Versprechen nichts zu unternehmen, wodurch die Ruhe der Kirche gestört würde, aber ohne Erfolg. Ihn selbst scheint das Gespräch mit Luther zu einer Wandlung seiner Anschauungen geführt zu haben. Nach Rom zurückgekehrt, ward C. 1519 Bischof von Gaeta und widmete seitdem seine Muße dem eifrigen Studium der Bibel, das ihn in manchen Punkten zum Widerspruch gegen die scholastische Theologie führte, sodaß seine Werke nur mit Mühe vor dem Verbote gerettet wurden. C. starb 9. Aug. 1534 zu Rom. Seine Werke erschienen zu Lyon 1639, die exegetischen mit Auslassungen. – Vgl. Schilbach, De vita ac scriptis Thomae de Vio Cajetani (Weimar 1881).

Čajnica (spr. tschainitza), Hauptstadt des Bezirks Č. (581 qkm, 15757 E.) im Kreis Serajewo in Bosnien, südöstlich von Goražda, an der von dort nach Plevlje im Sandschak Novipazar führenden Straße, in einer Thalweitung gelegen, hat (1885) 1327 E., darunter 727 Mohammedaner und 521 Griechisch-Orthodoxe, in Garnison das 3. Bataillon des 37. ungar. Infanterieregiments «Erzherzog Josef», eine große, als Wallfahrtsort besuchte griech. Kirche und eine schöne Moschee.

Cajolieren (frz., spr. kascho-), liebkosen, schmeicheln.

Cajuēla, Caxuela (spr. kachu-, d. h. Kasten), ein Maß für Getreide, Hülsenfrüchte und Kartoffeln in den mittelamerik. Freistaaten, der 25. Teil der span.-castilian. Fanega = 2,22 l.

Cajus, richtiger Gajus, röm. Vorname. Abgekürzt wurde er mit C geschrieben, welcher Buchstabe ursprünglich den Wert von G hatte. Als dieser Buchstabe eingeführt war und C nunmehr für K gebraucht wurde, blieb in der abgekürzten ↔ Schreibart gleichwohl das C Zeichen für Gajus. Gajus war in älterer Zeit bei den Römern Geschlechtsname (s. Gajus), später Vorname und als solcher sehr häufig; er wurde auch zur Bezeichnung eines beliebigen Personennamens gebraucht, so wenn die Frau bei Eingehung der Ehe die Formel sprach: Ubi tu Gajus, ego Gaja («Wann du Gajus, bin ich Gaja»).

Çāka-Ära (spr. scha-), eine Zeitrechnung der Inder (s. Ära, Bd. 1, S. 779b). Ihr Anfangsjahr, 78 n. Chr., ist wahrscheinlich das Krönungsjahr des Kanischka, des mächtigsten Fürsten der Jueitschi oder Çākas, eines Nomadenstammes tibet. Herkunft, der um 24 v. Chr. einen großen Teil von Indien eroberte.

Cakchiquel (spr. kaktschikel), eine den Maya von Yucatan verwandte Nation, die im Centrum von Guatemala, in den Altos der Departamentos Solola, Chimaltenango und Sacatepequez wohnt und in einem schmalen Streifen auch in die westl. Tiefebene hinab bis zur Küste des Pacific sich erstreckt. Die alte Hauptstadt war Iximche oder Tecpan Quauhtemallan, wie es die Mexikaner nannten. Aus Quauhtemallan ist das Wort Guatemala entstanden. In der Cakchiquel-Sprache ist das sog. «Memorial de Tecpan Atitlan» geschrieben, welches Brinton u. d. T. «The Annuals of the Cakchiquels» (Philad. 1885) publiziert hat.

Cakes (engl., spr. kehks), s. Biskuit.

Cakĭle Gaertn., Meersenf, Pflanzengattung aus der Familie der Kruciferen (s. d.) mit zwei Arten an den europ. und nordamerik. Meeresküsten. Es sind krautartige einjährige Pflanzen mit ganzrandigen oder fiederteiligen Blättern und weißen oder hellroten in Trauben gestellten Blüten; die nicht aufspringenden Schoten sind zweigliedrig und zweisamig. Von C. maritima L. am Strande der Nord- und Ostsee war das Kraut offizinell. Das der amerikanischen C. americana Nutt. dient als Mittel gegen Skorbut und Wassersucht.

Çakuntălā (spr. scha-), s. Kālidāsa.

Cal., Abkürzung für Calendae (s. d.) und Kalorie (s. d.); auch für den nordamerik. Staat California (s. Kalifornien).

Cala (Kala), Kloster bei Paris, das, von der Königin Balthilde (s. d.) erbaut, für sie selbst und später mehrfach in der fränk. Zeit als Verbannungsort und Ruhesitz vornehmer Personen diente. 1008 wurde hier ein Konzil gehalten, im 15. Jahrh. soll es verfallen sein; Ruinen zu Chelles (s. d.).

Calabār, Old-Calabar, Alt-Kalabar, Landschaft in Westafrika im Gebiet der Ölflüsse (s. d.), das mit den Territorien der Royal-Niger-Company zu dem 1887 gebildeten Niger-Protektorat gehört, wird bewohnt von dem Bantu-Stamm der Akpa und liegt nahe oberhalb zwischen den Mündungsdeltas des Croß- oder Old-Calabarflusses und des Rio del Rey (s. Kamerun). Der Croßfluß, dessen Quellgebiet noch vollkommen unbekannt, wurde als ein 50 m breiter Mbia genannter Strom von Dr. Zintgraff 1888 unter 5° 45' nördl. Br. und 9° 50' östl. L. von Greenwich überschritten; von diesem Punkt bis zu den Ethiope-Stromschnellen (6° 10' nördl. Br. und 8° 50' östl. L. von Greenwich) ist sein Lauf noch nicht erforscht. Von den Stromschnellen an wird er schiffbar, wendet sich innerhalb des 8. und 9.° östl. L. in einem Bogen nach Süden und mündet in einem inselreichen Ästuarium in den Golf von Guinea. Bis zu den Stromschnellen umsäumen seine Ufer dichte Wälder von Ölpalmen,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 839.

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